Neue Berliner Genossenschaft “Govdigital” bringt Blockchain in den öffentlichen Sektor

In Berlin haben zehn Konsortialpartner die neue Blockchain-Genossenschaft “Govdigital” für den öffentlichen Sektor gegründet, gab Govdigital am 12. Dezember auf der eigenen Webseite bekannt.

Breit aufgestellte Kooperation

Bei den insgesamt zehn Gründungsmitgliedern handelt es sich um AKDB, die Bundesdruckerei, Dataport, ekom21, Governikus, KDO, die Stadt Köln, krz Lemgo, regio iT und SIT. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Berlin und bezieht Räumlichkeiten der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister Vitako in Berlin-Mitte, welche den Gründungsprozess begleitet.

Die Partner wollen “neue Technologien wie Blockchain und digitale Daseinsvorsorge durch IT-Infrastrukturen weiterentwickeln” und damit einen “Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität” gehen. Es sei geplant, eine “bundesweite Netzwerkinfrastruktur für Anwendungen” zu schaffen. Dafür solle vor allem das Potenzial der Blockchain- bzw. Distributed-Ledger-Technologie “für die Zusammenarbeit von Verwaltungs- und Identifikationsvorgängen” ausgelotet werden.

“Im Sinne einer digitalen Daseinsvorsorge für öffentliche Verwaltungen und andere öffentliche Institutionen” soll Blockchain-Technologie “eine sichere und verbindliche bundesweite Kommunikation” gewährleisten. Govdigital solle die dafür nötige Infrastruktur wie Server und Datenbanken in zertifizierten Rechenzentren zur Verfügung stellen und betreiben.

Zu den konkreten Blockchain-Anwendungsfällen im öffentlichen Sektor schreibt Govdigital:

“Applikationen sollen öffentlichen Institutionen künftig die Möglichkeit schaffen, Echtheitsnachweise, Bescheinigungen und Abrechnungen einfacher und kostengünstiger durchzuführen. Praktische Beispiele sind die Validierung von Zeugnissen und Führerscheinen, Nachbarschaftsstrom-Verträgen oder rechtssichere Nachweise von Entsorgungswegen. Dazu ist die Genossenschaft darauf ausgerichtet, verschiedene Services bereitzustellen. Das kann „Blockchain as a Service“ (BaaS) sein, ebenso wie die Durchführung von Transaktionen (Validierung) oder die Nutzung der Blockchain-Infrastruktur “Blockchain-Infrastruktur as a Service” (BIaaS) für den Betrieb von Apps.”

Wie Govdigital allerdings betont, solle es dabei nicht nur um Blockchain-Technologie gehen. Der Ansatz sei vielmehr “breiter und technologieoffen”.

Blockchain-Strategie der Bundesregierung

Die Govdigital-Initiative dürfte stark von der durch die Bundesregierung im September beschlossenen Blockchain-Strategie profitieren. Darin verspricht die Bundesregierung die Prüfung der Nutzung von Blockchain-Technologie für digitale Identitäten in Pilotprojekten für die digitale Verifikation von Urkunden und öffentlichen Dokumenten.