Bitcoins verkaufen: So geht es

A person selling Bitcoin to another person

Die Barauszahlung von Bitcoins ist nicht so einfach wie ihr Kauf. Sollten Sie sich entscheiden, Ihre Bitcoins online zu verkaufen, können Sie dies entweder über eine Börse, über direkten Handel oder eine Peer-to-Peer-Transaktion tun.

Wenn Sie den Komfortbereich Ihrer eigenen vier Wände verlassen, können Sie Geld auch an einem Bitcoin-Geldautomaten abheben oder Ihre Bitcoins persönlich an jemanden verkaufen.

Tauschbörsen

Handelsplattformen für Bitcoin

Trotz einiger Nachteile sind Börsen eine Allround-Lösung, wenn es um den Handel mit Bitcoins geht. Im Falle eines Verkaufs der Kryptowährung fungieren die Börsen als ein Vermittler, der sowohl die Gelder des Verkäufers als auch die des Käufers verwahrt.

Zuerst müssen Sie ein Konto bei der Börse Ihrer Wahl eröffnen. Die absolute Mehrheit der seriösen Börsen erfordert eine vollständige Identitätsprüfung und ein damit verbundenes Bankkonto, damit Sie Geld abheben können.

Dann platzieren Sie einfach ein "Verkaufsangebot", in welchem Sie die Art der Währung angeben, mit der Sie handeln möchten, den Betrag und den Preis pro Einheit. Die Börse schließt die Transaktion automatisch ab, sobald jemand auf Ihr Angebot eingeht.

Nachdem das Geld Ihrem Konto gutgeschrieben wurde, müssen Sie es auf Ihr angeschlossenes Bankkonto auszahlen lassen. Dies kann manchmal sehr zeitaufwändig sein, insbesondere wenn die Börse Probleme mit Banken hat oder Liquiditätsschwierigkeiten. Einige Monate vor seinem Bankrott, gab es etwa bei der Tauschbörse Mt. Gox genau solche Probleme. Manche Banken weigern sich schlichtweg, Transaktionen von Geldern abzuwickeln, die aus dem Kryptowährungshandel stammen.

Darüber hinaus ist es auch wichtig, die Bearbeitungsgebühren einzukalkulieren, die auf einigen Börsen fällig werden. CEX.io, eine der weltgrößten Kryptowährung-Tauschbörsen, erhebt etwa eine Pauschalgebühr von 50 $ für die Auszahlung per Banküberweisung, 3,80 $ für die Auszahlung auf eine Visa-Karte und 1,2 Prozent + 3.80 $ bei einer Verwendung von MasterCard. Die Auszahlungsgebühren können je nach Börse stark variieren, aber Transaktionsgebühren selbst sind fast immer winzig oder gar nicht vorhanden.

Darüber hinaus gibt es bei den meisten Börsen eine Begrenzung der aufbewahrbaren Geldmenge. Das Limit erhöht sich meist mit der Zeit, wenn Sie der Tausbörse länger treu bleiben.

Sie sollten sich immer bewusst sein, dass Tauschbörsen trotz des Anbietens von Wallet-Diensten keineswegs ein sicherer und zuverlässiger Ort für die Aufbewahrung von Kapital sind. Sie sind sehr anfällig für Hackerangriffe, und es gab auch schon Fälle, in denen Börsen geschlossen wurden und die Geldern ihrer Nutzer einfach einbehielten. Deshalb sollten Sie immer die volle Verantwortung für Ihre eigenen Gelder übernehmen und jeden Betrag, der nicht sofort benötigt wird, in einer sicheren Offline-Geldbörse aufbewahren.

Tauschbörse Verfügbare Währungen Verkaufsgebühr Abhebegebühr: Banküberweisung Abhebegebühr: Kreditkarten
Bitfinex US-Dollar, Bitcoin, Ether, Ether Classic, Litecoin, Zcash, Monero, BFX, Recovery Right Tokens (RRT), Dash 0% - 0.1%

Banküberweisung - 0,1%

Schnellüberweisung - 1 %

 
Nicht verfügbar
Bitstamp US-Dollar, Euro, Bitcoin, Ripple (XRP) 0.1% - 0.25% Internationale Überweisung - 0,09 %, EUR - 0,09 € 10 - 1.000 $ - 2 % ab 2.000 $
CEX.IO US-Dollar, Euro, GB Pound, Russian Ruble, Bitcoin, Litecoin, Ether 0% 50 $ / 25 €/ 1.750 ₽/ 30 £

Visa - 3,80 $

MasterCard - 1,2% + 3,80 $

 
Coinbase US-Dollar, Euro, Britisches Pfund, Bitcoin, Ether 1.49% USA - 1,49 %, EUR/UK - 0,15 € Nicht verfügbar
GDAX US-Dollar, Euro, Britisches Pfund, Bitcoin, Litecoin, Ether 0% USA - 25 $, EUR - 0,15 € Nicht verfügbar
Kraken US-Dollar, Euro, Britisches Pfund, Japanische Yen, Kanadische Dollar, Bitcoin, Ether, Ether Classic, Iconomi, Augur, Dogecoin, Lumen, Monero, Ripple, Zcash, Stellar/Lumens 0% - 0.36% 0% - 0,19% oder eine fixe Kommission Nicht verfügbar

Direkter Handel

Direktverkauf von Bitcoins

Eine weitere Möglichkeit, Ihre Bitcoins zu verkaufen, ist der direkte Handel mit einer anderen Person. Dies ist auf Websites zugänglich, die üblicherweise mit Börsen verbunden sind, und nutzt einen Vermittler, der die Verbindungsaufnahme erleichtert.

Zuerst müssen Sie sich als Verkäufer registrieren. Abgesehen von der Einrichtung Ihres Profils müssen Sie Ihre Identität vollständig verifizieren. Sobald Sie registriert sind, können Sie ein Angebot aufgeben, in dem Sie Ihre Absicht bekunden, Bitcoins zu verkaufen. Wenn ein Käufer mit Ihnen handeln möchte, erhalten Sie eine Benachrichtigung vom Dienstleister und von da an interagieren Sie nur noch mit dem Käufer. Die Website dient lediglich als Plattform, um den Handel abzuschließen.

Der Verkauf von Bitcoins auf einigen dieser Seiten kann sehr aufwändig und zeitaufwändig sein. Deshalb sollten Sie unbedingt vorher recherchieren, bevor Sie sich für eine Handelsplattform entscheiden, und sich vergewissern, dass Sie die dafür nötige Zeit und Geduld haben.

Zu den Webseiten, die die Möglichkeit des direkten Handels anbieten, gehören Bittylicious, Coinbase, Openbitcoins, Bitsquare, AnycoinDirect und BitcoinTreff

Online P2P-Handel

Online-P2P-Handel für den Verkauf von Bitcoins

Peer-to-Peer-Handelsplätze sind eine relativ neue Entwicklung in der Bitcoin-Welt. Dort findet kein direkter Geldaustausch statt. Stattdessen fungieren diese Websites im Wesentlichen als Plattformen, die Menschen mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Bedürfnissen zusammenbringen.

Diese Art von Service ist zum gegenseitigen Nutzen von Menschen gedacht, die Bitcoins mit ihrer Kreditkarte kaufen möchten, und von denen, die ihre Bitcoins ausgeben wollen, um Waren an Orten zu kaufen, an denen digitale Währungen nicht als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Erstere können ihre Währung in BTC umtauschen, während letztere diskontierte Waren kaufen können.

Die Webseiten, die diesen Service ermöglichen, bieten den Nutzern einen Treuhandservice für die Transaktion sowie eine Wallet zur Aufbewahrung von Bitcoins an.

So funktioniert es:

Bob stellt seinen Wunschzettel mit einem von ihm gewünschten Rabattbetrag zur Verfügung, der üblicherweise bis zu 25 Prozent betragen kann. Jack nimmt den Handel an und bezahlt die Waren von Bob über den Marktplatz unter Angabe der Lieferadresse von Bob. Sobald die Waren geliefert sind, gibt der Marktplatz Jacks Geld frei und überweist das Geld in Jacks Brieftasche.

Dieses System ermöglicht es Jack, Bitcoins relativ einfach nur mit seiner Bankkarte zu erwerben, es belastet ihn aber gleichzeitig mit einer recht hohen Gebühr.

Zu den Webseiten, die diesen Service anbieten, gehören Purse, Brawker und OpenBazaar.

Bei allen oben genannten Diensten handelt es sich um onlinebasierte, zentrale Plattformen. Um Bitcoins über diese Dienste verkaufen zu können, müssen Sie in der Regel Ihre Identität vollständig verifizieren, wodurch Bitcoin offensichtlich seine Anonymität verliert. Sobald Sie Ihre BTCs verkauft haben, müssen Sie den erlösten Betrag auf Ihr Bankkonto oder eine Bankkarte überweisen. In den meisten Fällen dauert dieser Prozess sehr lange und ist mit Gebühren verbunden.

Daher entscheiden sich viele Menschen für den Offline-Handel.

Per Geldautomat

Bitcoins über Geldautomaten verkaufen.

Obwohl sie wie herkömmliche Geldautomaten aussehen, sind Bitcoin-Geldautomaten keine Geldautomaten im herkömmlichen Sinne. Anstatt sich mit dem Bankkonto des Benutzers zu verbinden, sind sie mit dem Internet verbunden, um Bitcoin-Transaktionen zu erleichtern.

Bitcoin-Geldautomaten können Bargeld annehmen und es gegen Bitcoins eintauschen, verbrieft durch einen Papierbeleg mit einem QR-Code, oder indem sie das Geld in eine Brieftasche in einem Blockchain-Netzwerk transferieren. Sie verlangen in der Regel sehr hohe Transaktionsgebühren - manche Medienberichte geben sogar Gebühren von bis zu sieben Prozent an.

Außerdem können sie sehr schwer zu finden sein. Die meisten bekannten Bitcoin Geldautomaten sind auf dieser Bitcoin Geldautomatenkarte markiert.

Nur wenige spezielle Bitcoin-Geldautomaten bieten eine bidirektionale Funktionalität, was bedeutet, dass Nutzer Bitcoins damit sowohl kaufen als auch verkaufen können. Zu diesen Maschinen gehören Robocoin, Genesis1 und Satoshi2 von Genesis Coin, BitAccess und das Modell BATMThree von General Bytes. Bei manchen Betreibern kann es jedoch vorkommen, dass sie die Verkaufsoperation deaktivieren.

Manchmal verlangen die Anbieter von Bitcoin-Geldautomaten von den Benutzern ein bestehendes Konto, um Verkaufsvorgänge durchzuführen, und der Registrierungsprozess ist oft mit viel Zeit, Energie und Aufwand verbunden. Beispielsweise benötigen neue Benutzer von Robocoin-Geldautomaten eine Telefonnummer für die Aktivierung und den Empfang von Benachrichtigungen, einen von der Regierung ausgestellten Ausweis, einen Handflächen-Scan sowie ein aktuelles Foto, das von der Webcam des Geldautomaten aufgenommen wurde. Der Identifikationsprozess kann nach Maschine und sogar nach Betreiber variieren, aber eine gewisse Art von Identitätsprüfung ist immer erforderlich, wenn Sie Bitcoins verkaufen wollen.

Nachdem Ihre Identität verifiziert wurde, erhalten Sie einen QR-Code mit einer Brieftaschenadresse, an die Sie Ihre Bitcoins senden müssen. Abhängig von der Maschine, die Sie benutzen, erhalten Sie entweder sofort Bargeld aus dem Automaten oder Sie erhalten einen Einlösecode und müssen auf die Transaktionsbestätigung warten. In der Regel genügt eine Bestätigung, manchmal sind aber auch bis zu sechs Bestätigungen erforderlich, bevor ein Benutzer Bargeld abheben kann.

Trotz der ständig wachsenden Zahl von Bitcoin-Geldautomaten weltweit, werden diese noch immer hauptsächlich für den Kauf von Bitcoins verwendet. Die Betreiber von BTC-Geldautomaten müssen die Einstellungen an ihren Automaten and die jeweils gültigen Geldwäschegsetze anpassen und auch die Kundenrechte kennen, die in dem Land gelten, in dem sich ihre Geldautomaten befinden. In einigen Ländern ist hierfür eine Lizenz für Geldübermittler erforderlich, während in anderen Ländern geltende Vorschriften die Installation von Bitcoin-Geldautomaten verbieten.

Bitcoin direkt verkaufen

Bitcoin direkt verkaufen

In vielerlei Hinsicht ist der direkte Handel mit digitalen Währungen so einfach wie nie zuvor. Alles, was Sie tun müssen, um Ihre Bitcoins zu verkaufen, ist einen QR-Code auf dem Handy von jemandem zu scannen und vor Ort das Bargeld entgegenzunehmen. Wenn Sie an Freunde oder Verwandte verkaufen, müssen Sie ihnen nur eine Bitcoin-Geldbörse anlegen, den erforderlichen Betrag zuschicken und Ihr Geld entgegennehmen.

Wenn Sie es jedoch mit einer zufälligen Person zu tun haben, werden Sie höchstwahrscheinlich lange Verhandlungen über den Preis, den Ort des Treffens und andere relevante Bedingungen führen. Darüber hinaus müssen Sie ein paar Dinge berücksichtigen, um Ihre Sicherheit und die Sicherheit Ihrer Gelder zu gewährleisten.

Wie man den Preis verhandelt

Es gibt zahlreiche Websites und Foren, die Händlern helfen, ein persönliches Treffen zum Kauf und Verkauf von Bitcoin zu arrangieren, wobei LocalBitcoins die am weitesten verbreitete Plattform ist. Einer ihrer wichtigsten Vorteile ist das Ratingsystem, mit dem Sie die Vertrauenswürdigkeit der Personen, mit denen Sie handeln möchten, beurteilen können.

Da der Wert von Bitcoin ständig schwankt, wird der endgültige Wechselkurs normalerweise während des Treffens vereinbart. Die meisten Händler verwenden Kurse von prominenten Börsenplätzen. Alternativ können auch Dienste wie Bitcoin Price Index verwendet werden. Manchmal berechnen die Verkäufer eine Gebühr auf den aktuellen Wechselkurs von Bitcoin, aus Bequemlichkeit, um die Anonymität zu wahren oder um ihre Kosten zu decken. Die Wahl der Höhe der genannten Gebühr bleibt Ihnen überlassen, aber in der Regel liegt sie bei etwa fünf bis zehn Prozent.

Darüber hinaus ist es wichtig, sich über lokale Preisschwankungen bei Bitcoin im Klaren zu sein. Der Wechselkurs kann je nach Land unterschiedlich sein. Dies liegt meist an Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Bitcoin in der Landeswährung.

Alternativ können Sie statt eines Einzeltreffens auch ein lokales Bitcoin-Treffen besuchen. Es gibt zahlreiche solcher Treffen auf der ganzen Welt, bei denen die Teilnehmer gerne Bitcoin und andere digitale Währungen kaufen und verkaufen. Das ist wahrscheinlich die sicherste Umgebung, um Geschäfte von Mensch zu Mensch abzuwickeln. Bei einem Verkauf in einem Meet-up müssen Sie natürlich bereit sein, den Preis vor Ort auszuhandeln. Informationen zu lokalen Bitcoin-Treffen können Sie mit Diensten wie meetup.com finden.

Ratschläge zum Thema Sicherheit

Der Verkauf von Bitcoin von Mensch zu Mensch ist die perfekte Wahl für diejenigen, die Wert auf Anonymität und Bequemlichkeit legen. Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere beim Handel mit einem völlig Fremden aus dem Internet, sind jedoch von größter Wichtigkeit.

Zuerst sollten Sie sich mit Bedacht einen Ort für das Treffen aussuchen. Es sollte sich um einen öffentlichen Ort mit aktivem Internetzugang handeln, da Sie beide in der Lage sein müssen, auf Ihre Online-Geldbörsen zuzugreifen. Das Mitbringen eines Freundes zum Treffen ist auch im persönlichen Handel durchaus üblich, aber es ist wichtig, den Käufer darüber vor dem Treffen zu benachrichtigen.

Grundsätzlich sollten Sie die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen, die Sie auch bei einem großen Bargeldbetrag anwenden würden. Seien Sie wachsam, vermeiden Sie öffentliche Verkehrsmittel und treffen Sie sich nie in Privathäusern.

Geld abheben

Wenn Sie Bitcoins online verkaufen, werden Sie unweigerlich mit dem Problem konfrontiert, dass Sie Geld abheben müssen. Der üblichste Weg, um Geld zu transferieren, sind internationale Überweisungen, und die bekanntesten Handelsplätze unterstützen diese Methode auch. Seit einiger Zeit akzeptieren einige Börsen jedoch auch Abhebungen auf Kredit- und Debitkarten.

Alternativ kann der Geldtransfer auch über eine SEPA-Überweisung (Single European Payments Area) abgewickelt werden. Dabei handelt es sich um ein System, um internationale Überweisungen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union effizienter zu gestalten. Einige europäische Krypto-Währungsbörsen akzeptieren diese Art der Übertragung.

Beide Varianten sind jedoch alles andere als perfekt. Überweisungen dauern in der Regel sehr lange, je nach Land und Geldbetrag kann es bis zu vier Tage dauern, bis sie bearbeitet werden. Darüber hinaus fallen bei beiden Systemen zusätzliche Kosten an. Zum Beispiel berechnet die Barclays Bank für eine SEPA-Zahlung zwischen 25 £ (etwa 28 €) und 40 £ (45 €), je nachdem, wie schnell die Überweisung durchgeführt werden soll. Im Gegensatz dazu berechnet HSBC nur 4 £ (4,5 €) für eine SEPA-Zahlung via Online-Banking, aber HSBC ist für seine Weigerung bekannt, mit Bitcoin und anderen digitalen währungsbezogenen Geldmitteln zu arbeiten.

Bevor Sie also ein Bankkonto eröffnen, das speziell für den Bezug von Geld aus Bitcoin-Verkäufen gedacht ist, müssen Sie genau recherchieren, um eine Bank zu finden, die Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.