Nach dem aufsehenerregenden Hack, bei dem die Kryptobörse Bybit um satte 1,4 Milliarden US-Dollar an Krypto-Token gebracht wurde, versicherte Bybit-CEO Ben Zhou nun, dass Auszahlungen dennoch weiterhin möglich sind, aber aufgrund der hohen Auslastung mehrere Stunden dauern können.
In einem Livestream am 21. Februar betonte Zhou, dass die Börse derzeit noch etwa 4.000 ausstehende Auszahlungstransaktionen hat und bat um Geduld, solange das Problem gelöst wird.
Der CEO fügte hinzu:
„Wir haben nicht vor, Auszahlungen auszusetzen oder zu sperren. Im Moment erhalten wir noch alle Auszahlungsaufträge, und tatsächlich sind 70 % von ihnen genehmigt und bearbeitet worden. Das Netzwerk ist allerdings immer noch überlastet, deshalb bearbeiten wir die Aufträge nicht sofort, aber so schnell wie möglich.“
Der CEO versicherte den Kunden auch, dass keine andere Bybit-Wallet von dem Sicherheitsvorfall betroffen war und fügte hinzu, dass die Börse einen Überbrückungskredit erhält, um den Betrieb fortzusetzen, bis das Problem vollständig gelöst ist.
Bybit -CEO Ben Zhou nimmt im Livestream Stellung zum Hackerangriff auf Bybit und dessen Folgen. Quelle: Bybit
Viele Token haben zum Zeitpunkt des Hacks einen Rückschlag erlitten und haben sich inzwischen wieder erholt, aber die Kurse sind nach dem Hack insgesamt immer noch niedriger als zuvor, stellte der Krypto-Datendienst Nansen gegenüber Cointelegraph fest.
Sprecher des Datentdienstes fügten hinzu: „Der Ethereum-Kurs begann nach 15:00 Uhr MEZ zu fallen. Den stärksten Einbruch gab es ab 16:15 Uhr MEZ mit einem Minus von 4 % in etwa 45 Minuten.“
Anmerkung: Die vom Hack betroffenen Krypto-Token basieren allesamt auf dem Ethereum-Netzwerk.
Bybit-Führung meldet sich nach Hack zu Wort
Zhou sagte, dass die bösartigen Transaktionen als scheinbar legitim getarnt waren und anschließend vom Bybit-Team signiert wurden.
„Wir sahen die korrekte Benutzeroberfläche, wir sahen die korrekte Adresse und haben sie dann signiert. Es könnte sein, dass alle PCs der Unterzeichner gehackt wurden und die Benutzeroberfläche geändert wurde“, erklärte der CEO den Zuschauern im Livestream.
Shunyet Jan, der Leiter der Abteilung für Derivate bei Bybit, nahm ebenfalls am Livestream teil und entschuldigte sich bei den Kunden für etwaige Diskrepanzen bei den Krypto-Kursen zwischen Bybit und anderen Börsen im Zuge des Hacks.
Shunyet Jan bezieht ebenfalls Stellung zum Hack von Bybit. Quelle: Bybit
Jan sagte auch, dass der Grund, warum die Kryptobörse einen Überbrückungskredit benötigt, obwohl sie mehr als genug Mittel hat, um die Verluste zu decken, ein Mangel an Ethereum (ETH) ist, um Auszahlungsaufträge in Form von ETH zu bearbeiten.
Der Geschäftsführer fügte hinzu, dass die Warteschlange für anstehende Transaktionen immer kürzer wird, und versicherte den Kunden, dass Privatkunden bei den Abhebungen Vorrang haben werden, gefolgt von VIP-Kunden und Institutionen.
Der Hackerangriff auf Bybit folgt auf einen Anstieg derartiger Vorfälle im Februar 2025, nachdem die Zahl der Hacks im Januar noch zurückgegangen war.
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