Futures-Handelsdefizit bei OKEx: Gegenparteien könnten Rechnung begleichen

Die Kryptobörse OKEx hat am 3. August, eine offizielle Erklärung als Reaktion auf die Zwangsliquidation eines kolossal fehlgeschlagenen Bitcoin-Futures-Handels im nominalen Wert von 359 Mio. Euro veröffentlicht. Diese wurde Anfang dieser Woche von einem nicht identifizierten Problemhändler initiiert.

OKEx, derzeit die zweitgrößte Börse der Welt nach Handelswert, sagte, dass ihr Risikomanagement-Warnsystem sofort ausgelöst wurde, als die Long-Position um 2 Uhr morgens (Hongkonger Zeit) am 31. Juli von einem anonymen Futures-Händler initiiert wurde.

Aufgrund der "schieren Größe des Auftrags" - laut OKEx belief sich dieser auf satte 4.168.515 Kontrakte - hat die Börse präventiv gehandelt und erklärt, dass ihr Risikoteam den Kunden mehrmals aufgefordert habe, "die Positionen teilweise zu schließen, um die Gesamtmarktrisiken zu reduzieren".

"Der Kunde weigerte sich jedoch zu kooperieren, was zu unserer Entscheidung führte, das Konto des Kunden einzufrieren, um zu verhindern, dass weitere Positionen wachsen... Kurz darauf fiel der BTC-Kurs leider, was die Auflösung des Kontos zur Folge hatte."

Die Börse fügte hinzu, dass sie seither 2.500 BTC (rund 16 Mio. Euro) in einen Versicherungsfonds injiziert hat, um die Verluste durch den gewaltsam liquidierten Handel zu mildern.

Abgesehen von diesem Versicherungsschutz stellt die Plattform selbst nicht die Mittel zur Verfügung, die Händler verwenden, um ihre Futures-Kontrakte zu hebeln - OKEx-Positionen können nach den geltenden Regeln bis zu 20 Mal gehebelt werden. Stattdessen arbeitet sie mit einer so genannten Richtlinie der "sozialisierten Rückforderung" für Fälle, in denen ein Handelsdefizit entsteht.

Eine Rückforderung oder "Claw-Back" bedeutet, dass die Verluste aus dem nicht ausgeführten Auftrag von den Gegenparteien gedeckt werden müssen. In diesem Fall werden diejenigen mit unrealisierten Gewinnen auf ihre Short-Positionen diese Woche möglicherweise 18 Prozent ihrer Gewinne verlieren, um die Rechnung zu begleichen, wie Bloomberg erklärt.

Die offizielle Erklärung von OKEx skizziert die Maßnahmen, die die Börse ergreift, um zu verhindern, dass sich ähnliche Fälle wiederholen, und um das Risikomanagement zu verbessern und mögliche Manipulationen zu verhindern. Diese Maßnahmen entsprechen laut eigener Aussage der Anfang des Monats veröffentlichten Futures-Roadmap der Plattform.

Bis Redaktionsschluss hat OKEx nicht auf die Anfrage von Cointelegraph nach einem Kommentar reagiert.

Wie im Juli bereits berichtet wurde, arbeitet OKEx derzeit mit der Malta Stock Exchange zusammen, um eine neue Handelsplattform für Wertpapier-Token auf Bankenniveau zu schaffen. Die Börse ist in diesem April auf die Krypto-freundliche Insel umgezogen.

Bitcoin (BTC) liegt derzeit bei 6.459 Euro, was einem Rückgang von rund 1 Prozent über den Tag und 8,5 Prozent über die Woche entspricht.