ETH-Entwickler: Übergang zu "ASIC-freundlichem Algorithmus" nach ProgPoW-Einführung gefordert

Ein Ethereum (ETH) Programmierer hat vorgeschlagen, dass Ethereum-Entwickler spezialisierte Mining-Hardware (ASICs) "begrüßen" sollten. Das geht aus einer Antwort auf dem Ethereum-Entwicklerforum Ethereum Magicians vom 7. Januar hervor.

Wie Cointelegraph letzte Woche berichtete, haben die Ethereum-Kernentwickler vorläufig beschlossen, einen neuen Arbeitsnachweis- bzw. Proof-of-Work-Algorithmus (PoW) namens ProgPoW zu implementieren, der die Effizienzdifferenz zwischen ASICs und GPUs verringern und gleichzeitig die aktuellen Ethereum-ASICs obsolet machen würde.

Laut einem weiteren Entwickler auf Ethereum Magicians namens David Vorick würde ProgPoW größeren ASIC-Herstellern einen Vorteil verschaffen, da die komplexere Hardware, die benötigt wird, die damit verbundene Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion verstärken würde.

Nach Voricks Kommentar erklärte ein Entwickler namens Alexey Akhunov in einer Antwort dazu:

"Wenn wir die aktuellen EtHash-Mining-Geräte obsolet machen wollen, aber gleichzeitig kein geheimnisvolleres Verhalten der ASIC-Hersteller hervorrufen wollen, müssen wir das "begrüßen" und jetzt auf einen ASIC-freundlichen Algorithmus anstelle eines ASIC-unfreundlichen Algorithmus umsteigen. Was genau das Gegenteil von dem ist, was wir gerade tun."

Der Gedanke hinter dem Einspruch der Ethereum-Entwickler gegen die Verwendung von ASICs beim Mining von ETH ist, dass spezialisierte Hardware keine natürliche Verteilung, keine Reservegruppe, eine hohe Eintrittsbarriere, Produktionszentralisierung und Hintertürpotenzial hat.

Dieser Begründung hat Vorick sachte widersprochen, indem er fragte: "Was muss getan werden, um ProgPoW-Hardware friedlich in die Ethereum-Community zu bringen?" Vorick erklärte weiter:

"Niemand will sich Feinde zu machen oder einen Hard-Fork haben und damit eine Ungültigkeit bekommen, aber mehrere Gruppen haben ein Interesse daran, Ethereum-Mining-Hardware für Sonderzwecke herzustellen, was an dieser Stelle bedeutet, dass sie auf den ProgPoW abzielen."

Der Entwickler argumentierte, dass der Geldbetrag, um den es geht, garantiert, dass zumindest einige Hardwarehersteller sich dafür entscheiden werden, neue ASICs geheim zu halten, um zu verhindern, dass ein neuer Hard-Fork die Technologie obsolet macht. Vorick fragte daraufhin:

"Wenn es einem Hardwareentwickler gelingt, einen ProgPoW-ASIC zu erstellen, der GPUs um ein Vielfaches übertrifft [...] Ist es besser für diesen Hersteller besser, seine Entdeckung geheim zu halten und im Geheimen zu minen, oder ist es besser für diesen Hersteller, sein Gerät öffentlich zu verkaufen?"

Linzhi, ein chinesischer Hersteller von Mining-Hardware, hatte bereits Ethereum-Entwickler dazu aufgerufen, "Regeln zu veröffentlichen, die festlegen, was einen guten ProgPoW-ASIC-Hersteller ausmacht". Das Unternehmen erklärte, dass es derzeit eine Ethash-Mining-Maschine entwerfe. Dabei hieß es in der Ankündigung:

"Wir lehnen die willkürliche Durchsetzung von Regeln ab und fordern klare Richtlinien, die für alle Hardwarehersteller gleichermaßen gelten. Heute rufen wir die Ethereum-Entwickler auf, Regeln und Anforderungen zu veröffentlichen, die festlegen, was einen guten ProgPoW-ASIC-Hersteller ausmacht."

Akhunov kommentierte am 8. Januar auf Twitter, dass es großartig wäre, einen transparenten Dialog zwischen Entwicklern und einem ASIC-Hersteller wie Linzhi zu schaffen. Ihm zufolge fehle den Ethereum-Kernentwicklern die Art von Fachwissen solcher Hersteller und offen zugängliche Informationen über ASIC-Funktionen wären für sie nützlich.

Wie Cointelegraph berichtete, hatte das Ethereum Classic (ETC)-Team getwittert, dass eine anomale Aktivität im ETC-Netzwerk auf Tests neuer 1.400 Mh-Maschinen von Linzhi zurückzuführen sei, die sich auf den Ethash-Algorithmus - den PoW-Algorithmus, der derzeit sowohl von Ethereum als auch von Ethereum Classic verwendet wird - konzentrieren. Im Anschluss an die Erklärung wies der Betriebsleiter von Linzhi Shenzhen diese Behauptungen auf Twitter zurück. Dieser Tweet wurde inzwischen allerdings gelöscht.

Der US-Hersteller für zentrale Prozessoreinheiten (CPUs) Intel hat ebenfalls Interesse an spezialisierter Mining-Hardware gezeigt. Zuletzt hat er ein neues Patent für eine energieeffiziente und leistungsstarke Bitcoin (BTC)-Mining-Technologie angemeldet.