Am 5. Juli hat Deutschland die Ausgabe einer von der Zentralbank herausgegebenen digitalen Währung (CBDC) abgelehnt - das Finanzministerium hielt es für "zu riskant", eine solche einzuführen.

Das Konzept der CBDCs oder der nationalen digitalen Währungen hat die Aufmerksamkeit vieler Regierungen auf der ganzen Welt bereits auf sich gezogen. CBDCs sind ein Szenario, bei dem der Trend der digitalen Währungen von einer Bundesregulierungsbehörde, im Wesentlichen unter ihren Regeln, angenommen wird. Dabei gibt die Zentralbank digitales Fiatgeld anstelle von Kryptowährungen in ihrer populärsten, dezentralisierten Form aus und ist dadurch nicht nur eine Regulierungsbehörde, sondern auch der Kundenkontoinhaber. Einige von ihnen haben die Idee bereits umgesetzt, einige forschen noch, während andere - wie Deutschland - die Idee gänzlich verworfen haben. Hier ist eine Liste dieser Länder mit ihren jeweiligen Argumenten für/gegen CBDCs.

Anwenderländer

Anwenderländer

Senegal

Senegal ist einer der ersten Anwender einer nationalen digitalen Währung und hat im Dezember 2016 seine auf Blockchain basierende eCFA - benannt nach dem CFA-Franc, der regulären senegalesischen Währung - herausgegeben.

Wie beim Konzept der CBDCs üblich, ist der eCFA vollständig vom Zentralbanksystem abhängig und kann nur von einem befugten Finanzinstitut ausgegeben werden, obwohl er separat entwickelt wurde: Der eCFA ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der lokalen Bank Banque Régionale de Marchés (BRM) und eCurrency Mint Limited, einem Start-up-Unternehmen aus Irland, das Zentralbanken bei der Erstellung ihrer eigenen digitalen Fiatwährungen unterstützt.

Auf diese Weise wurde der eCFA so konzipiert, dass er neben Fiatgeld als gesetzliches Zahlungsmittel verteilt werden kann. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten BRM und eCurrency Mint:

"Der eCFA ist ein hochsicheres digitales Instrument, das in allen mobilen Geldbörsen und E-Geldbörsen aufbewahrt werden kann. Er sichert die universelle Liquidität, ermöglicht Interoperabilität und schafft Transparenz für das gesamte digitale Ökosystem in der WAEMU."

Wenn sich der eCFA als effizient erweist, könnte er in anderen Mitgliedstaaten der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (WAEMU), darunter die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Benin, Togo, Mali, Niger und Guinea-Bissau, eingeführt werden.

Tunesien

Im Jahr 2015 war Tunesien das erste Land der Welt, das eine Blockchain-basierte nationale Währung namens eDinar - auch bekannt als Digicash und BitDinar - herausgab. Dabei war auch Monetas, ein Softwareunternehmen aus der Schweiz (dessen CEO am Tezos-Skandal beteiligt war), an der Integration der Technologie in die digitale Version von Tunesiens Dinar, die bereits früher entwickelt wurde, beteiligt. Ähnlich wie beim Bargeld wird der Vertrieb und die Ausgabe des eDinar von einer staatlichen Stelle - La Poste oder La Poste Tunisian (LPT) - überwacht. Monetas-CEO Johann Gevers kommentierte den Start:

"Der Einsatz von Monetas in Tunesien ist die erste Anwendung für ein vollständiges digitales Zahlungsverkehr-Ökosystem. Mit der Android-Anwendung La Poste Tunisienne, die von Monetas betrieben wird, können Tunesier mit ihren Smartphones sofort mobile Geldtransfers durchführen, Waren und Dienstleistungen online und persönlich bezahlen, Überweisungen versenden, Gehälter und Rechnungen bezahlen und offizielle Ausweispapiere verwalten."

Wie bei Kryptowährungen sind auch hier Transaktionsgebühren in das eDinar-System integriert, die jedoch unbedeutend sind, da sie auf maximal einen Dinar begrenzt sind.

Die Marshallinseln

Die Marshallinseln mit rund 53.000 Einwohnern sind eine Präsidialrepublik in freier Assoziation mit den Vereinigten Staaten und verwenden den US-Dollar (USD) als offizielle Währung. Seit März 2018 hat das Land jedoch ein weiteres gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt: eine eigene Kryptowährung namens "Souverän" (SOV). Die Währung wurde erstmals Ende Februar eingeführt, als die Regierung - die Insel hat keine Zentralbank - die Erklärung und Ausgabe des Sovereign Currency Act verabschiedete. David Paul, Hilfsminister des Präsidenten der Marshallinseln, erklärte damals gegenüber Reuters:

"Als Land behalten wir uns das Recht vor, eine Währung in beliebiger Form herauszugeben, sei es in digitaler oder in Fiat-Form."

Außerdem fügte Paul hinzu, dass der SOV in Zusammenarbeit mit dem israelischen Fintech-Start-up Neema entwickelt wird und durch ein Initial Coin Offering (ICO), mit einem separaten Vorverkauf, veröffentlicht wird. Neema-CEO Barak Ben-Ezer sagte gegenüber der Presse, der SOV sei "vollständig dezentralisiert und die Regierung kann die Geldmenge nach dem ICO nicht kontrollieren".

Die Regierung hat Berichten zufolge das SOV-Angebot auf 24 Millionen Token begrenzt, um eine Inflation zu vermeiden.

Venezuela

Im Februar 2018 hat die Regierung von Venezuela eine nationale Kryptowährung namens Petro, oder auch Petromoneda, eingeführt. Er wurde erstmals im Dezember 2017 im Fernsehen angekündigt, als der venezolanische Präsident Nicolas Maduro erklärte, seine Regierung plane, eine Kryptowährung herauszugeben, die von den Öl-, Gold- und Mineralreserven des Landes gestützt werde. Im Januar erläuterte er das genauer und erklärte, dass 100 Millionen Petros, die von einer entsprechenden Anzahl von Barrel Öl unterstützt werden, "bald" ausgegeben werden sollen. Laut Maduro sind eine Reihe von Fiatwährungen, darunter der russische Rubel, der chinesische Yuan, die türkische Lira und der Euro, frei mit dem Petro konvertierbar.

Die Währung wurde entwickelt, um die US-Sanktionen zu umgehen, die sich negativ auf die lokale Wirtschaft auswirkten - oder, wie Maduro es ausdrückte, um die finanzielle "Blockade" zu bekämpfen, die von der Regierung des US-Präsidenten Donald Trump errichtet wurde. Folglich erließ Trump am 19. März eine Anordnung, durch die amerikanische Investoren am Initial Coin Offering (ICO) des Petro, das am 20. Februar begann, nur eingeschränkt teilnehmen können. Im März behauptete Nicolas Maduro, dass in der Vorverkaufsphase umgerechnet insgesamt 4,3 Mrd. Euro aufgebracht wurden - womit es eines der größten ICOs bis dato wäre. Dabei wären dann der 1,7 Mrd. Euro ICO von Telegram und der 860 Mio. Euro Token-Verkauf von EOS dann jeweils nur an zweiter und dritter Stelle. Außerdem erklärte Maduro am 21. Februar, dass das Land sich darauf vorbereite, eine weitere, "sogar noch mächtigere" Kryptowährung namens Petro Gold einzuführen, diesmal gestützt durch Venezuelas Edelmetallreserven.

Der Petro hat angeblich Verbindungen zu Russland, da die Kryptowährung nach anonymen Quellen, die in einem Artikel der Time zitiert werden, seit 2017 russische Unterstützung erhält, insbesondere aufgrund des Anreizes, westliche Sanktionen zu umgehen, die ebenfalls gegen das Land verhängt wurden. Wie die russische Staatsbank Berichten zufolge gegenüber der Publikation sagte: "Leute, die Putin nahe stehen, sagten ihm, dass dies der Weg sei, um die Sanktionen zu umgehen."

Am 27. März wurden diese Behauptungen von Konstantin Vyshkovsky, dem Leiter der staatlichen Schuldenabteilung des russischen Finanzministeriums, dementiert.

Erst vor kurzem kündigte Maduro die Eröffnung einer durch den Petro finanzierten Krypto-Bank zur Unterstützung von Initiativen von Jugendlichen und Studenten an, während der venezolanische Minister für Habitat und Wohnen Ildemaro Villarroel erklärte, dass Petro zur Finanzierung des Baus von Häusern für Obdachlose verwendet werden soll.

Ablehnende Länder

Ablehnende Länder

Ecuador

Ecuador ist eines der Pionierländer in Sachen CBDC-Anwendung. Das Land kündigte seine eigene elektronische Währung (den Dinero Electrónico oder kurz DE) bereits im Jahr 2014 an. Bis Februar 2015 fungierte er als funktionales Zahlungsmittel und ermöglichte es qualifizierten Nutzern, Geld über eine mobile App zu überweisen.

Die ecuadorianische Regierung betonte, dass die CBDC herausgegeben wurde, um ihr auf dem Dollar basierendes Währungssystem zu unterstützen - Ecuador begann im September 2000, US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel zu akzeptieren, in der Hoffnung, ein Wirtschaftswachstum zu erreichen - und nicht, um es zu stürzen. Der Ökonom Diego Martinez, ein Delegierter des Präsidenten der Republik im Vorstand für Regulierung und Geld- und Finanzpolitik, sagte gegenüber CNBC, dass der Dinero Electrónico helfen würde, die Armut und verschiedene Ausgaben für die Regierung zu reduzieren, da das Land jährlich umgerechnet über 2,5 Mio. Euro für den Austausch alter Banknoten gegen neue Dollar ausgab.

Dennoch ist die Währung letztlich gescheitert. Am 26. März dieses Jahres berichtete die Lokalzeitung El Universo, dass das System am 31. März vollständig deaktiviert werden würde, da die ecuadorianische Nationalversammlung im Dezember 2017 Gesetze zur Abschaffung des E-Geld-Systems der Zentralbank und zur Auslagerung von E-Payment-Systemen an Privatbanken verabschiedete.

Wie Lawrence H. White, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der George Mason University, in seinem Artikel für das Cato Institute schreibt, war der Hauptgrund dafür der misslungene Versuch, genügend Benutzer anzuziehen -  insgesamt wurden 402.515 Konten eröffnet, von denen nur 41.966 jemals zum Kauf von Waren oder zur Zahlung verwendet wurden; 76.105 wurden nur zum Hoch- und Herunterladen von Geld verwendet; und die restlichen 286.207 Konten (ca. 71 Prozent), die eröffnet wurden, blieben während der gesamten Zeit inaktiv. Im Wesentlichen blieben sie das, weil die Leute zögerten, eine andere Währung zu akzeptieren, da sie an den US-Dollar gewöhnt waren und sie der BCE als Institution nicht vertrauten.

Estland

Estland hatte in Erwägung gezogen, eine eigene CBDC namens Estcoin zu starten. Das Land gab die Idee jedoch auf, nachdem er von EU-Regulierungsbehörden kritisiert wurde. Das Konzept wurde erstmals vom Präsidenten des estnischen E-Residency-Programms Kaspar Korjus vorgestellt. Die Währung sollte estnischen Bürgern unter anderem helfen, ihre Dokumente von überall auf der Welt aus zu beglaubigen. Als die Nachricht jedoch Mario Draghi, den Präsidenten der Euro-Zentralbank, erreichte, machte er schnell klar, dass solche Währungen innerhalb der Gesetzgebung der Eurozone nicht erlaubt sind. Er erklärte:

"Kein Mitgliedstaat darf eine eigene Währung einführen; die Währung der Eurozone ist der Euro."
Nach Draghis Aussage hat die Regierung Estlands Berichten zufolge die Entwicklung des Estcoin gestoppt, was kürzlich von Siim Sikkut, einem Vertreter der IT-Strategie des Landes, bestätigt wurde. Dennoch werden die Estcoin-Token als "Anreiz" innerhalb der "E-Residency-Community" eingesetzt, so Sikkut weiter.

Switzerland

Obwohl die Schweiz als das Krypto- und Blockchain-freundlichste Land in Europa bezeichnet wurde, äußerte sie kürzlich ihre Zweifel an der Nützlichkeit von CBDCs. Am 21. Juni erklärte der Direktor der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Thomas Moser, dass Kryptowährungen und Blockchain nicht innovativ genug seien, um die Ausgabe einer staatlich gestützten digitalen Währung in Erwägung zu ziehen. Auf der Crypto Valley Blockchain-Konferenz in Zug - auch als "Crypto Valley" bekannt - verglich Moser die Blockchain in ihrem jetzigen Zustand mit der "nutzlosen Innovation" von CDs und erklärte, dass Kryptowährungen lediglich bereits bestehende Produkte - wie "digitale Aktien, Anleihen, Gutscheine" - imitieren würden:

"Etwas Ähnliches muss mit Bitcoin passieren. Die Leute werden nur zu etwas Neuem wechseln, wenn es besser funktioniert oder billiger ist."

Zuvor hatte der Bundesrat der Schweiz im Mai einen Bericht über die Risiken und Chancen der Einführung einer staatlich gestützten digitalen Währung angefordert. Die Idee zur Entwicklung einer nationalen Kryptowährung wurde im Februar von Romeo Lacher, Präsident der Schweizer Börse SIX, vorgeschlagen, als er erklärte, dass "ein E-Franken unter der Kontrolle der Zentralbank viele Synergien schaffen würde - das wäre also gut für die Wirtschaft".

Hongkong

Hongkong hat eine viel deutlichere Haltung in Bezug auf CBDCs im Vergleich zum chinesischen Festland: Am 30. Mai veröffentlichte die Regierung eine Pressemitteilung, in der es hieß, dass Hongkong in naher Zukunft keine digitale Zentralbankwährung (CBDC) herausgeben werde. Als Grund wurde auf die bereits bestehende effiziente Zahlungsinfrastruktur verwiesen. Die Erklärung wurde von Joseph Chan, dem amtierenden Sekretär für Finanzdienstleistungen und das Finanzministerium im Legislativrat abgegeben.

Im Wesentlichen sagte Chan, dass das Komitee für Zahlungen und Marktinfrastruktur (CPMI) - eine Behörde aus Mitgliedern der Volksbank von China (PBoC) und der Hongkonger Finanzbehörde (HKMA) - und das Marktkomitee (MC) der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich gemeinsam die möglichen Auswirkungen einer CBDC untersucht hätten. Ihr Bericht kam zu dem Schluss, dass "die derzeit vorgeschlagenen Implementierungen einer CBDC für Großkundenzahlungen im Großen und Ganzen den bestehenden Infrastrukturen ähneln und ihnen nicht deutlich überlegen sind".

Im Bericht hieß es auch, dass jegliche Vorteile einer CBDC aufgrund der bestehenden effizienten privaten Einzelhandels-Zahlungsprodukte begrenzt sein könnten, wodurch eine CBDC im Wesentlichen "ein Thema ist, das weitere Forschung und mehr Proof-of-Concept-Arbeiten erfordert, um zu prüfen, ob eine solche für Zahlungsanwendungen Sinn macht".

Japan

Im April wies die Zentralbank von Japan, dem Land, in dem Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel anerkannt ist, die Idee einer CBDC ab. Der stellvertretende Gouverneur Masayoshi Amamiya erklärte, dass solche Währungen negative Auswirkungen auf das bestehende Finanzsystem haben können.

Der stellvertretende Gouverneur bemerkte, dass CBDCs die "globale Diskussion darüber anregen, inwieweit die Zentralbanken ihre Zahlungs- und Abwicklungsinfrastrukturen der Gesellschaft zur Verfügung stellen sollten" und sagte:

"Die Ausgabe digitaler Zentralbankwährungen für den allgemeinen Gebrauch könnte analog dazu bedeuten, dass Haushalte und Unternehmen direkt Konten bei der Zentralbank unterhalten können. Dies kann große Auswirkungen auf das oben erwähnte zweistufige Währungssystem und die Finanzintermediation privater Banken haben."

Deutschland

Deutschland hat vor kurzem ebenfalls die Idee einer CBDC abgelehnt. Am 5. Juli hat das deutsche Finanzministerium in Reaktion auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Gerhard Schick erklärt, dass die Ausgabe einer CBDC zu riskant sei.

"Bisher gab es keine überzeugenden Argumente für die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung an eine breite Masse von Nutzern in Deutschland und der Eurozone", wie es laut der Zeitung Handelsblatt vom Ministerium hieß.

Das Ministerium erklärte außerdem, dass die potenziellen Vorteile einer CBDC, nämlich extrem schnelle Banküberweisungen - könnte auch auf vielen anderen Wegen erreicht werden könnten. Kurz gesagt, die Behörde behauptete, dass CBDCs "eine Reihe von Risiken beinhalten, die nicht ausreichend erfasst sind".

Weitere Bedenken des Ministeriums waren unter anderem eine Zentralbank, die ihre Unabhängigkeit gefährdet - da sie wohl durch die Ausgabe einer Kryptowährung eine stärkere Position im Finanzsystem erlangen würde - und das Krisenszenario, in dem die Zentralbank aufgrund niedrigerer Transaktionskosten schneller und in größerem Umfang Bankrott geh. Außerdem wurde die klassische Sorge genannt: AML-Konformität und Terrorismusfinanzierung.

Experimentierende Länder

Experimentierende Länder

Uruguay

Uruguay hat unter den Ländern, die aktuell experimentieren, offensichtlich die größten Anstrengungen unternommen, um das Konzept der CBDC zu testen. Im November 2017 legte die Zentralbank von Uruguay (BCU) einen sechsmonatigen Pilotplan für die Ausgabe und Nutzung der digitalen Version des uruguayischen Pesos vor. Die Behörde betonte, dass "es keine neue Währung ist, es ist derselbe uruguayische Peso, der, anstelle einer physischen, eine technologische Unterstützung hat".

Laut dem System, dessen Startdatum in der Pressemitteilung nicht genannt wurde, würden insgesamt 10.000 Mobilfunknutzer des staatlichen Telekommunikationsunternehmens ANTEL demnach eine App mit integrierter digitaler Wallet herunterladen. Die erste Ausgabe der digitalen Tickets besteht aus 20 Millionen uruguayischen Pesos, heißt es im Bericht.

Neben BCU und ANTEL sind außerdem am Pilotprojekt beteiligt: der Systemanbieter RGC; IBM für die Speicherunterstützung, Umlauf und Kontrolle; IN Switch für die Benutzerverwaltung und Überweisungen; und RedPagos für das Ticketing.

Der Leiter der BCU erläuterte den Plan genauer und fügte hinzu, dass Uruguay "durchaus an der Spitze" der Entwicklung virtueller Währungen steht:

"Es wird ein Versuch-und-Irrtum-Prozess, Erfolg und Misserfolg sein[...] Sie muss genau so solide wie die normale Währung sein, aber früher oder später wird sie in Uruguay eingeführt werden."

Dubai

Im September 2017 gab die Regierung von Dubai bekannt, dass Emcredit, eine Tochtergesellschaft von Dubai Economy, mit dem britischen Start-up Object Tech Grp Ltd zusammenarbeiten wird, um "eine verschlüsselte digitale Währung" namens emCash zu entwickeln. Es wurde jedoch kein konkreter Zeitplan angegeben, was darauf hinweist, dass sich das Projekt in der Entwurfsphase befindet.

Laut Ali Ibrahim, stellvertretender Generaldirektor bei Dubai Economy, wird der Token als gesetzliches Zahlungsmittel "für verschiedene staatliche und nichtstaatliche Dienstleistungen, vom täglichen Kaffee und der Kinderschulgebühr bis hin zu Nebenkosten und Geldüberweisungen" betrachtet.

Die offizielle Pressemitteilung nannte "schnellere Bearbeitung, verbesserte Lieferzeit, weniger Komplexität und Kosten" als mögliche Vorteile von Kryptowährung.

Iran

Im April 2018, Tage nachdem lokalen Banken alle Krypto-Geschäfte untersagt worden waren, bestätigte ein iranischer Regierungsminister, dass ein experimentelles Modell einer inländischen digitalen Währung entwickelt worden war. Laut Reuters erklärte der Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) Mohammad Javad Azari-Jahromi:

"Das Verbot der Zentralbank bedeutet nicht das Verbot oder die Einschränkung der Verwendung von digitaler Währung in der inländischen Entwicklung[...] Letzte Woche wurde auf einer gemeinsamen Sitzung zur Überprüfung des Fortschritts des Projektes für die inländische Kryptowährung angekündigt, dass das experimentelle Modell fertig sei."

Insbesondere hat Azari-Jahromi nicht geklärt, ob die lokal entwickelte digitale Währung schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, noch ob sie von der Post Bank - 51 Prozent davon ist im Besitz der Regierung - oder von einer anderen staatlichen Stelle ausgegeben wird.

Die Nachricht über die experimentelle iranische Kryptowährung könnte mit einem Bericht in Verbindung stehen, in dem es hieß, dass der Iran und Russland anfangen könnten, Kryptowährungen zu verwenden, um westliche Sanktionen zu umgehen. Im Mai bezeichnete Mohammad Reza Pourebrahimi, der Leiter der iranischen Parlamentskommission für Wirtschaft, Kryptowährungen als eine vielversprechende Möglichkeit für beide Länder, um US-Dollar-Transaktionen zu vermeiden, sowie als eine mögliche Ablösung des SWIFT-Interbank-Zahlungssystems.

Singapur

Singapur hat Berichten zufolge Fortschritte beim Experimentieren mit einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) gemacht, obwohl das Land mit dieser wahrscheinlich nicht an die Börse gehen wird. Im Juni 2017 veröffentlichte die Finanzbehörde Singapurs (MAS) einen Bericht über das so genannte "Project Ubin", einen Blockchain-betriebenen Plan, um die "tokenisierte Form des Singapur-Dollar (SGD) auf eine

private Ethereum-Blockchain" zu stellen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen der Zentralbank und dem Blockchain-Konsortium R3, das sich auf die Entwicklung eines Blockchain-Pilotprojekts zur Erleichterung grenzüberschreitender Zahlungen konzentriert.

Doch im Januar 2018 kritisierte Ravi Menon, der Geschäftsführer der MAS, die Idee der CBDCs, insbesondere im öffentlichen Kontext. In einem Interview mit der Financial Times erklärte er:  

"Warum sollte die Zentralbank digitale Währung an die Nicht-Bankenöffentlichkeit ausgeben wollen? Wenn die Öffentlichkeit gegenüber Banken auch nur etwas nervös wird, wird es einen Banken-Ansturm geben; jeder wird zur Zentralbank gehen mit seinen Einlagen[...] Und wenn die Leute ihre Einlagen bei den Zentralbanken platzieren, wer wird dann Kredite vergeben?"

Forschende Länder

Forschende Länder

Kanada

Im November 2017 veröffentlichte die Bank of Canada einen Bericht mit dem Titel "Digitale Zentralbankwährung: Gründe und Auswirkungen", der von ihrem Mitarbeiter der Währungsabteilung mitverfasst wurde. Obwohl ein solcher Bericht nicht unbedingt die offizielle Haltung der Bank of Canada in Bezug auf CBDC darstellt, deutet es klar ein Interesse der Behörde an.

Kurz gesagt erklärt das Dokument, dass, da die Gesellschaft in Richtung bargeldlosen Zahlungsverkehr geht, wird die wesentliche Einnahmequelle der Zentralbank - Seigniorage - d.h. Gewinne, die durch das Drucken von mehr Geld erzielt werden - gefährdet. Eine CBDC wiederum ermöglicht es, die Seigniorage durch die Schaffung von digitalem Bargeld aufrechtzuerhalten. Der Bericht der Bank of Canada erwähnte die entfallenden Transaktionsgebühren und finanzielle Eingliederung als weitere potenzielle Vorteile einer CBDC, hob aber die Anonymität als "unerwünscht für die digitale Zentralbankwährung" hervor. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass mehr Forschung notwendig ist, um zu entscheiden, ob die Bank of Canada eine CBDC einführen sollte.

China

Die Volksbank von China (PBoC) erforscht seit geraumer Zeit das Konzept einer CBDC - zu diesem Zweck wurde ein spezielles Forschungsinstitut namens Digital Currency Research Lab gegründet. Es scheint jedoch, dass das Land es nicht eilig hat, eine nationale digitale Währung herauszugeben. Im März brachte der Gouverneur der PBoC Zhou Xiaochuan, die vorsichtige Haltung der Behörde in dieser Angelegenheit zum Ausdruck:

"Wenn sich Blockchain-Technologien zu schnell verbreiten, kann das große negative Auswirkungen auf die Verbraucher haben. Es könnte auch unvorhersehbare Auswirkungen auf die Finanzstabilität und die Übertragung der Geldpolitik haben."
Zhou erklärte auch, dass die digitale Währung letztlich den Bargeldumlauf verringern wird, wobei er betonte, dass die PBoC "erhebliche und irreparable Schäden" für die inländische Wirtschaft verhindern müsse. Dennoch erklärte er laut China Daily auch, dass die Entwicklung von digitaler Währung "technologisch unvermeidlich" sei.

Erst im Juni hat das Digital Currency Research Lab an der PBoC ein neues Patent für eine digitale Wallet eingereicht, die es Benutzern ermöglichen würde, ihren Transaktionsverlauf zu verfolgen.

Israel

Israel erwägt die Ausgabe einer nationalen Kryptowährung - ein digitaler Schekel, der im Wert physischen Schekeln entspricht - bereits seit geraumer Zeit. Dabei erschienen die ersten Berichte über diese Angelegenheit im Dezember 2017.

Damals hieß es von Quellen, die dem Finanzministerium nahe stehen, dass die Ausgabe einer digitalen Währung auf den israelischen Schwarzmarkt abzielen würde, der rund 22 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes ausmacht. Zusätzlich plant die Knessel - die Legislative der israelischen Regierung - seit einigen Jahren, die Umlaufmenge von physischem Bargeld in der Wirtschaft zu reduzieren.

Die Regierung hat Berichten zufolge das "Gesetz für Wirtschaftliche Regelungen" vorbereitet, das, wenn es verabschiedet wird, ein separates Panel für die Bank von Israel schaffen würde, um die Schaffung des digitalen Schekels zu diskutieren.

Schweden

Im Dezember 2017 veröffentlichte die schwedische Zentralbank (Riksbank) einen Aktionsplan für die zweite Phase des Projekts "e-Krona". Eine "e-Krona" ist definiert als "allgemeines elektronisches Zahlungsmittel" und als "Ergänzung zu Bargeld". Die Riksbank "hat noch nicht entschieden, ob sie eine e-Krona ausgibt, und das Ziel ist nicht, dass eine e-Krona Bargeld ersetzt".

Tatsächlich ist der Hauptgrund für die Ausgabe von "e-Krona" die stark sinkende Popularität von Bargeld im Land. Die Zentralbank hat eine Reihe von Forschungen durchgeführt - die aus irgendeinem Grund nicht mehr online verfügbar sind - von denen die erste bereits im September 2017 veröffentlicht wurde.

Kurz gesagt, wenn die e-Krona implementiert wird, könnte sie unter zwei Systemen laufen: unter einem auf Wert basierenden oder einem auf Registrierung basierenden. In der letzteren Version würden die digitalen Währungsbestände in Konten bei einer zentralen Datenbank gespeichert werden - möglicherweise durch eine Blockchain unterstützt -, während eine auf Wert basierende e-Krona separat auf "Einlagen-Währungskonten" gespeichert würde. Die Aussicht, dass Riksbanks eine CBDC ausgibt, ist angesichts des Tempos, mit dem sie sich in Richtung der ersten bargeldlosen Gesellschaft der Welt bewegt, beträchtlich hoch.

Norwegen

Die norwegische Zentralbank Norges Bank (NB) erwägt laut Berichten vom Mai die Entwicklung einer eigenen digitalen Währung als Ergänzung zum Bargeld, um "das Vertrauen in Geld und das monetäre System sicherzustellen".

Die Arbeitsgruppe der NB bereitete Forschungsarbeiten zu verschiedenen Aspekten von CBDCs vor. Die Autoren haben mindestens drei mögliche CDBC-Anwendungsfälle aufgezeigt: die Einführung einer zuverlässigen Alternative zu Einlagen bei Privatbanken, eines geeigneten gesetzlichen Zahlungsmittels als Ergänzung zu Bargeld und einer unabhängigen Backup-Lösung für E-Zahlungssysteme. NB-Gouverneur Øystein Olsen erläuterte:

"Ein Rückgang beim Bargeldverbrauch hat uns dazu veranlasst, darüber nachzudenken, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Reihe von neuen Attributen benötigt werden, die für ein effizientes und robustes Zahlungssystem und Vertrauen in das monetäre System wichtig werden."

Der Bericht besagt, dass eine CBDC den Kunden eine alternative Möglichkeit bieten könnte, Vermögenswerte zu lagern. Die Norges Bank betonte auch, dass eine CBDC das System der Bereitstellung von Kredit-Dienstleistungen nicht behindern dürfe, und fügte hinzu, dass sie weiterhin Bargeld werde, solange es dafür eine Nachfrage gibt. Insbesondere hat die Arbeitsgruppe erst die erste Phase der Erforschung von CBDCs abgeschlossen:

"Es ist noch zu früh, um sagen zu können, ob die Norges Bank die Initiative zur Einführung einer CBDC ergreifen sollte. Die Auswirkungen einer CBDC - und die sozioökonomische Kosten-Nutzen-Analyse - hängen von der konkreten Form ab. Die Form wird wiederum vom Zweck der Einführung einer CBDC abhängen."

Thailand

Am 5. Juni schloss sich die Bank of Thailand (BoT) den Reihen der Länder an, die erwägen, eine eigene Kryptowährung herauszugeben, als der BoT-Gouverneur Veerathai Santiprabhob Einzelheiten eines neuen Projekts enthüllte, bei dem die Zentralbank mit anderen thailändischen Banken zusammenarbeitete, um eine "neue Art der Abwicklung zwischen Banken" unter Verwendung einer CBDC zu entwickeln.

Laut der BoT würde die Ausgabe einer eigenen Kryptowährung die Transaktionskosten und die Validierungszeit "aufgrund des im Vergleich zu den bisherigen Systemen geringeren Vermittlungsaufwandes" reduzieren.

Dennoch erklärte Santiprabhob auch, dass die Bank die Einführung von CBDCs nicht priorisiert, sondern sich vielmehr auf die Erforschung des Potenzials der Technologie konzentriert. Der Gouverneur der Bank machte deutlich, dass ihr Finanzinstitut nicht nur ein "Vermittler von Innovationen", sondern auch eine "Regulierungsbehörde zur Sicherung der Finanzstabilität" ist:

"Wie auch bei anderen Zentralbanken, ist es unser Ziel, eine CBDC nicht sofort zu verwenden, sondern eher das Potenzial und die Auswirkungen auf das Backoffice zu erforschen."

Großbritannien

Im Mai hat die Bank von England in zwei Arbeitsberichten ihre Haltung zu CBDCs dargelegt. Zunächst hat die Zentralbank Forschungsergebnisse herausgegeben, die verschiedene Risiken im Zusammenhang mit CBDCs analysieren. Der Bericht stellte insbesondere fest, dass es nach der ersten Annäherung keinen Grund zu der Annahme gab, dass die Einführung einer CBDC einen negativen Einfluss auf private Kredite oder die gesamte Liquiditätsversorgung der Wirtschaft haben würde.

In einem weiteren Arbeitsbericht hieß es, dass eine CBDC das derzeitige profitable Geschäftsmodell der Geschäftsbanken gefährden würde - nämlich die Lagerung von Bargeldbeständen von Privatpersonen und Unternehmen. Mit der "radikalen Idee", der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, ihr Geld in Form digitaler Zentralbankwährungen bei der Zentralbank aufzubewahren und nahtlos mit digitalen Wallets zu überweisen, warnt die Studie, dass ein solches Szenario kritische Konsequenzen für den kommerziellen Bankensektor haben könnte:

"Banken könnten einen Abfluss von Privatkundeneinlagen verzeichnen, insbesondere in einem Szenario mit finanziellem Druck."

Am 25. Mai erklärte der Gouverneur der Bank von England Mark Carney, dass er gegenüber dem Gedanken einer Einführung einer CBDC offen sei, betonte aber, dass eine CBDC-Verwendung nicht so bald erfolgen würde.

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