Erklärt: Krypto-Wallet und Sicherheit

  • 16 JUL 2018
Erklärt: Krypto-Wallet und Sicherheit

Partnership Material

1.

Meine Wallet wurde gehackt. Hilfe!

Da es schon passiert ist, können Sie nicht viel tun.

Stellen Sie sich vor, Sie greifen auf Ihre Wallet zu und sehen keine Coins und mehrere Transaktionen auf unbekannte Adressen. Das bedeutet wahrscheinlich, dass Sie gehackt wurden.

Aufgrund der Anonymität der Kryptowährungen "gehören" sie demjenigen, der die Codes dafür besitzt. Wenn das Geld also weg ist, dann ist es - in den meisten Fällen - weg. Sie können die Adresse der letzten Wallet nachverfolgen, aber das hilft Ihnen nicht. Benachrichtigen Sie das Unternehmen - es ist möglich, dass Sie kein Einzelfall sind - und überprüfen Sie Ihre Wallet- und Ihre PC-/Smartphone-Sicherheit, wenn sie erhebliche Mängel aufweist.

Wenn Sie Ihre Coins in einer Kryptobörsen-Wallet aufbewahrt wurden und die Börse gehackt wurde, besteht die Möglichkeit, dass Sie irgendeine Art von Entschädigung bekommen könnten. Das Beste, was Sie tun können, um Ihre Wallet zu schützen, ist sicherzustellen, dass Sie sich der möglichen Bedrohungen bewusst sind und Ihre Wallet richtig verwenden.

2.

Wie kann das passieren? Wie können Hacker Krypto stehlen?

Hacker machen sich einfache menschliche Schwächen zu Nutze

Die beliebteste Art von Betrug ist Phishing. Hacker können Ihnen eine gefälschte E-Mail von Ihrem Wallet-Dienst schicken, die eine gefälschte URL enthält, die sich durch einen oder mehrere Buchstaben von der tatsächlichen URL Ihres Wallet-Dienstes unterscheiden kann. Oder Hacker können sogar die richtige URL auf eine gefälschte URL umleiten, wenn Sie auf die Online-Wallet zugreifen. Der letzte große Phishing-Betrug ereignete sich am 24. April 2018 bei My Ether Wallet-Benutzern, die insgesamt umgerechnet etwa 130.000 Euro in Ethereum bei einem DNS-Hack verloren haben.

Neben dem Phishing verwenden Hacker einfache menschliche Fehler, wie das Aufbewahren privater Schlüssel in E-Mails, die Freigabe der Schlüssel für die Öffentlichkeit, die Verwendung öffentlicher ungeschützter Netzwerke, die es Hackern ermöglichen, alle Informationen zu ergattern und das Passwort zu finden. Eine große Token-Anzahl und große Transaktionen können Hacker dazu verleiten, genau Ihre Wallet zu hacken.

3.

Wo soll ich die Schlüssel denn dann aufbewahren?

Die kürzeste Antwort darauf ist: offline ist besser ist als online.

Ein gern gemachter Fehler ist es, Krypto-Schlüssel in E-Mails, Google Drive oder Dropbox oder anderen Notizen in Ihrem Smartphone aufzubewahren. Das sind die ersten Orte, in die Hacker normalerweise versuchen, reinzukommen. Um Ihre Coins zu schützen, können Sie die Schlüssel in einen weniger offensichtlichen Aufbewahrungsort legen. Sie können diese auf einen USB-Stick speichern oder einfach per Hand aufschreiben und in Ihrer Schublade aufbewahren - Sie sollten diese dann natürlich keinem anderen zeigen.

4.

Was ist, wenn ich meine Schlüssel verliere?

Das hängt von der Art der Wallet ab, die Sie verwenden.

Für die meisten beliebten Software-Wallets reicht es, nur Ihre Backup-Phrase, eine mnemonische Phrase, bestehend aus 12 Wörtern, zu kennen. Falls Sie Ihre Pin vergessen haben, löschen Sie die Anwendung einfach, installieren Sie sie mit der Backup-Phrase neu und erstellen Sie einen neuen Pin.

Es gibt Wallets, die den Zugriff über Touch/Face ID anstelle von Pin-Codes ermöglichen. Zum Beispiel sollten Sie in der Lumi-App einfach Touch/Face ID in den App-Einstellungen aktivieren. Das Gute an Apps wie Lumi ist, dass man nur eine Backup-Phrase kennen muss. Das schlechte daran ist, dass Sie, sobald Sie die Backup-Phrase verloren oder vergessen haben, keinen Zugriff mehr auf Ihre Wallet haben. In diesem Fall ist die Technologie hilflos. Die letzte Hoffnung für solche unglücklichen Kryptobesitzer ist Hypnose.

5.

Ich habe bemerkt, dass meine Wallet jedes Mal, wenn ich mich anmelde, eine neue Adresse hat. Ist das normal?

Ja, das dient der Sicherheit Ihrer Wallet.

Diese Methode wird als HD-sicher oder "hierarchisch deterministisch" bezeichnet und bedeutet, dass jedes Mal, wenn Sie Geld senden oder empfangen, eine neue Adresse für Ihre Wallet generiert wird. Das ist eine nützliche Option, weil es so schwieriger ist, Ihre Transaktionen zu verfolgen, und es Hackern unmöglich macht, den tatsächlichen Geldbetrag zu berechnen, den Sie in Ihrer Wallet haben. Wenn Sie eine große Menge an Coins übertragen müssen, teilen Sie diese besser auf mehrere Transaktionen auf.

6.

Gibt es eine ideale Wallet, die die höchste Sicherheit bietet?

Nein. Alle Wallets unterscheiden sich durch Online- und Offline-Typen und die Sicherheitsmechanismen unterscheiden sich dementsprechend auch.

Die Mehrheit der existierenden Online-Cloud-Wallets, oder so genannte Hot-Wallets, verwenden eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, falls Hacker versuchen, Ihre E-Mailadresse einzugeben. "Warm-Wallets", die Sie als Software auf Ihrem Computer oder als App auf Ihrem Smartphone installieren, verwenden 12-Wort Backup-Phrasen und Pin-Codes. "Cold"-Wallets sind Hardware-Wallets, die sich auf einem USB-Stick oder einem speziellen Gadget befinden. Dies scheint der bisher sicherste Weg zu sein, aber, laut einem aktuellen Bericht, sind selbst Hardware-Wallets nicht narrensicher. Regelmäßige Updates und eine sorgfältige Schlüsselverwaltung sind nach wie vor entscheidend. Welche Art von Wallet Sie auch immer verwenden: Sie sollten sicherstellen, dass Ihr Laptop oder Smartphone keine Schadsoftware enthält.

 

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