Was ist Geldwäsche und wie funktioniert sie?
Geldwäsche ist ein Prozess, bei dem durch kriminelle Aktivitäten erlangtes Bargeld "reingewaschen" wird, um es legal aussehen zu lassen.
Geld, das mit Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung verdient wurde, wird oft gewaschen, um die Spuren der kriminellen Aktivitäten zu verwischen. Das gibt es schon seit Jahrzehnten im traditionellen Sektor als auch auf dem Kryptowährungsmarkt.
Geldwäsche funktioniert in der Regel in drei Schritten. Erstens wird das gestohlenen Geld in ein Finanzsystem eingeschleust und in der Regel in kleinere Beträge aufgeteilt, damit man es leichter verstecken kann. Oft wird ein "Schichtsystem" eingesetzt, um Distanz zwischen den Kriminellen und ihrem gestohlenen Geld zu schaffen. Schließlich wird das Geld "integriert" und die Kriminellen können es aus offenbar legalen Einkommens- oder sauberen Geldquellen abrufen.
Fiatwährungen werden häufig gewaschen, indem das Geld in kleineren Beträgen auf mehrere verschiedene Konten verteilt wird. Das bezeichnet man auch als "Smurfing" ("Schlumpfen"). Um das Geld international zu versenden, kann man Überweisungen, Währungsbörsen oder Schmuggler verwenden. Kriminelle investieren auch in andere Vermögenswerte, um Geld zu verschleiern. Dafür nutzen sie etwa Gold, Unternehmen und Immobilien. Auch Kryptowährungen können verwendet werden, aber die Geldströme können mit Hilfe von Analysetools entwirrt und nachverfolgt werden.
Warum werden Kryptowährungen für die Geldwäsche verwendet?
Häufig gehen Kriminelle davon aus, dass Blockchain-Transaktionen anonym sind.
Sie finden oft auch die Möglichkeit von grenzüberschreitenden Zahlungen bei Kryptowährungen ansprechend, da das in einer idealen Welt bedeuten würde, dass sie das Geld nicht "außer Landes" bringen müssen.
Aber mit zunehmender Reife der Branche für virtuelle Vermögenswerte gibt es eine allmählich positive Entwicklung hin zu einer Regulierung der Branche und zur Eindämmung illegaler Aktivtäten. Die Menge an Bitcoin, die von Darknet-Organisationen gesendet und empfangen wurde, ist seit 2017 zurückgegangen. Grund dafür sind wahrscheinlich die strengeren Vorschriften und die Einführung von Identitätsprüfungsmaßnahmen. Der überwiesene Wert ist in Dollar allerdings gestiegen. Das ist auf den Anstieg des BTC-Kurses zurückzuführen.
Welche Methoden können Kriminelle bei Krypto-Geldwäsche nutzen?
Kriminelle nutzen Dienste, die absichtlich (oder unabsichtlich) ihre Identität verschleiern.
Mixer und das Darknet werden oft von Kriminellen zur Geldwäsche genutzt. Sie verwenden auch oft Börsen mit lockeren Verifizierungsmaßnahmen, da diese Börsen oft mehr Anonymität bieten.
Aber das wird immer schwieriger, da immer mehr Börsen auf Konformität achten und Identitätsprüfungsstandards befolgen. Im Jahr 2020 hatten nur 16 Prozent der Börsen, die die Analyseplattform Crystal Blockchain befragte, noch keine Registrierungsländer. Man erwartet, dass diese Zahl weiter sinken wird, wenn sich die Krypto-Regulierung auf globaler und regionaler Ebene weiterentwickelt.
Wie kann man Krypto-Geldwäsche bekämpfen?
Der beste Ansatz ist die Überwachung potenziell verdächtiger Blockchain-Transaktionen.
Die Transparenz bei Krypto-Transaktionen bringt dieser Finanzstruktur einen Vorteil in Sachen Untersuchung von illegalen Aktivitäten, wie etwa Geldwäsche. Die Geldflüsse von Kryptowährungen sind gut rückverfolgbar, ganz im Gegensatz zu traditionellen Fiatwährungen. Wenn diese einmal verloren sind, können sie nicht zurückverfolgt werden.
Verdächtige Blockchain-Transaktionen können überwacht werden, indem direkte und indirekte Verbindungen verfolgt werden, die durch diese Transaktionen entstanden sind. So können potenziell illegale Kryptowährungsquellen zurückverfolgt werden.
Einige Blockchains sind privat (d.h. Transaktionen können theoretisch nur schwer nachvollzogen werden) und andere Blockchains wiederum, wie die von Bitcoin oder Ethereum, sind sehr transparent und nachvollziehbar. Neben Bitcoin und Ethereum überwacht und liefert die Analyseplattform Crystal automatisch Risikobewertungen für Transaktionen auf allen wichtigen Blockchains durch, darunter Bitcoin Cash, Litecoin, Tether und Ripple. Crystal überwacht außerdem über 1.500 ERC-20-Token und über 60 DeFi-Protokolle.
Was kann Anti-Geldwäsche-Software für Krypto-Unternehmen tun?
Wenn man bedenkt, wie viele Transaktionen auf Blockchains jeden Tag mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden, ist Automatisierung der Schlüssel.
Eine manuelle Überwachung ist aufgrund dieser schwindelerregenden Mengen unpraktisch. Analysedienste wie Crystal arbeiten daran, diesen Überwachungsprozess mit durchgehenden Aktualisierungen zu automatisieren. So können Kryptounternehmen (sowie Banken und Finanzinstitute, deren Kunden mit Krypto handeln) sofort alarmiert werden, wenn etwas verdächtiges passiert.
Die Financial Action Task Force (FATF) hat kürzlich Richtlinien veröffentlicht, in denen es heißt, dass es eine Kombination von Warnsignalen gibt, auf die man im Hinblick auf Geldwäsche achten sollte. Diese Indikatoren zur Bekämpfung solcher illegalen Aktivitäten werden ständig weiterentwickelt. Informationen über die betreffende Organisation sind dabei unter den höchsten Prioritäten. Außerdem soll man die Transaktionen und Transaktionsmuster sowie die entstandenen Verbindungen überwachen.
Die Kombination von Faktoren ist wichtig, um das potenzielle Risiko einzuschätzen. Die FATF hat hervorgehoben, dass diese Faktoren nicht einzeln betrachtet werden sollten, sondern als Gesamtbild im Kontext.
Mit diesem Gesamtbild im Sinn müssen Anbieter virtueller Vermögenswertdienste (VASPs) die von der Regierung festgelegten Anti-Geldwäsche-Faktoren berücksichtigen und mit ihrem Compliance-Team entscheiden, welche Kombination von Faktoren für ihre individuellen Compliance-Anforderungen betrachtet werden muss. Die Software, etwa von Crystal Analytics, ist anpassbar und ermöglicht es VASP-Compliance-Teams, ihre eigenen Antigeldwäscheanforderungen festzulegen.
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