Konventionelle vs dezentralisierte Hedgefonds, Erklärt

  • 19 JAN 2018
Konventionelle vs dezentralisierte Hedgefonds, Erklärt
1.

Zuallererst – Was ist überhaupt ein Hedgefonds?

Es ist ein Investmenttransportmittel.

Abgesehen von den rechtlichen Aspekten kann man sich einen Hedgefonds als eine Sammlung von Kapital in verschiedenen Proportionen vorstellen, die von verschiedenen Menschen gemanaged werden. Diese kennt man als Hedgefonds-Manager. Ein typischer Hedgefonds im Aktienmarkt verwaltet verschiedene Wertpapiere für eine Vielzahl von Firmen, um ein umfassendes Portfolio zu erzeugen.

Da dieses Portfolio diversifiziert ist, das heißt durch keine einzige Kapitalquelle dominiert wird, sinkt das Risiko. Anders gesagt ist das Risiko abgesichert, oder „hedged“ im Englischen, was den Namen Hedgefonds erklärt.

2.

Sind alle Hedgefonds gleich?

Erfolgreiche Hedgefonds sind hauptsächlich auf einzigartigen Einblicken der Manager in den Markt aufgebaut.

Das erlaubt ihnen, eine gewisse Möglichkeit im Markt zu benutzen, die vor ihnen niemand wahrnehmen konnte. Darauf aufbauend kann ein Hedgefonds Investoren anziehen, die ihr eigenes Geld an die Hedgefonds-Manager abgeben.

Was zwei verschiedene Hedgefonds voneinander unterscheidet, ist sowohl der einzigartige Einblick, mit dem sie jeweils agieren, als auch der Prozess der Entscheidungsfindung innerhalb des Fonds.

3.

Gibt es mehr als einen Prozess der Entscheidungsfindung?

Ja, zwei. Konventionell und dezentralisiert.

Die übliche Strategie der Entscheidungsfindung in einem Hedgefonds liegt in der Einstellung von intelligenten Menschen, die sich in einem Raum zusammensetzen und gebeten werden, in einem Markt Wetten abzuschließen.

Jeder schließt seine eigenen Wetten ab und je nach Entscheidung wird der Wert des Fonds dadurch entweder sinken oder steigen. Die variablen Boni für die Entscheidungsträger (oder Fonds-Manager) sind proportional zu den Kapitalerträgen, die sie für den Fonds erzielen.

Ein Manager, der beständig gute Entscheidungen trifft, verdient somit mehr Geld als einer, der regelmäßig schlechte Wetten abschließt. Dies ist der traditionelle Weg der Entscheidungsfindung in einem Hedgefonds. Im Durchschnitt beschäftigt ein Hedgefonds 200-250 Fonds-Manager, die für den Fonds und mit dem Geld der Investoren arbeiten.

Solch ein Fonds ist so gut wie 200 Mitarbeiter, die er einstellt. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob 200 Mitarbeiter genug seien und ob sich Intelligenz so einfach skalieren lasse. Die Antwort auf diese Fragen führte zu der dezentralisierten Art der Entscheidungsfindung.

4.

Wie funktioniert dezentralisierte Entscheidungsfindung?

Der Einfluss von Dezentralisierung hat das Management von Hedgefonds nicht unberührt gelassen.

Blockchain hat gezeigt, dass solang es ein Protokoll oder eine Methode gibt, welche Unbekannte miteinander organisieren kann, kann dies, gepaart mit angemessenen finanziellen Reizen, die passenden Verhaltensweisen in einem Netzwerk herbeiführen. Somit muss eine Organisation sich nicht auf die wenigen Menschen, limitieren die sie einstellen kann.

Dezentralisierte Entscheidungsfindung in einem Hedgefonds ist ein grandioses Beispiel für das Design eines solchen Protokolls. Kurz gesagt, sieht es wie folgt aus:

Mohit Mamoria

Der Prozess beginnt mit Hunderten, sogar Tausenden von Menschen, welche, basierend ihren eigenen Nachforschungen über den Markt, ihre Wetten/Stimmen einreichen. Jede dieser Wetten wird dann auf dem Live-Markt von Hedgefonds-Managern für einen bestimmten Zeitraum ausgeführt. Sobald dieser Zeitraum verstrichen ist, werden die Wetten gegen ihre Kapitalrendite evaluiert. Teilnehmer werden dann proportional zu ihrem Gewinn entlohnt.

5.

Dezentralisierte Entscheidungsfindung scheint einfach zu sein. Ist sie wirklich so einfach?

Die grundlegenden Wirtschaftsprinzipien sind wirklich einfach.

Jedoch liegt der Teufel in den Details. Wie alle traditionellen Hedgefonds, die auf einzigartigen Einsichten im Betrieb fungieren, müssen dezentralisierte Protokolle auch innerhalb einer einzigartigen Möglichkeit im Markt agieren, welche nur schwer von anderen wiederholt benutzt werden kann.

Es gibt einige interessante Beispiele, wie Numerai. Das ist ein Hedgefond, der von einer Community anonymer Datenanalysten gebildet wird. Ein weiteres Beispiel ist God Token, der sein dezentralisiertes Protokoll nutzt, um Tausende von Minern zu organisieren.

Auch wenn dezentralisierte Protokolle in der realen Welt vielleicht nicht so einfach sind, funktioniert ein dezentralisierter Hedgefonds genau auf solcher Art und Weise.

Neben der Technologie treibt die Wirtschaft jeden Schritt in einem solchen Protokoll voran.

6.

Was sind einige der Wirtschaftsprinzipien, welche in die dezentralisierte Entscheidungsfindung einfließen müssen?

Die betroffenen Wirtschaftsprinzipien können wir in drei Teile aufteilen:

  • Netzwerkeffekte
  • Teilnahme
  • Belohnungsaufteilung

Nehmen wir uns diese einzeln vor:

Netzeffekte

Das einzige Ziel der Eröffnung zur dezentralisierten Entscheidungsfindung für die gesamte Welt ist es, eine hohe Anzahl von Menschen anzuziehen, die wiederum daran arbeiten. Netzwerkeffekte spiegeln wider, dass ein System besser werden wird je mehr Menschen einsteigen. Zudem müssen sie Teil des gesamten wirtschaftlichen Modells sein.

Die ökonomischen Aspekte dürfen nicht so designed werden, dass sich Mitglieder als Konkurrenten sehen. Sollte dies passieren, würden sie einen Eintritt für Neulinge erschweren und versuchen bestehende Mitglieder des Systems zu verdrängen. Niemand würde eine solche Situation wollen – weder der Fonds noch die Investoren.

Ideelle Ökonomie wird dadurch dargestellt, dass Mitglieder andere Mitglieder in das Netzwerk hineinwerben. Wenn es auch nicht perfekt, würde ein System, in dem Mitglieder nicht gegeneinander antreten, ähnlich funktionieren.

Teilnahme

Wo wir bei Netzwerken sind – keine zwei Mitglieder eines Netzwerks sind gleichgestellt. Jedes Mitglied steuert zu den Zielen des Netzwerks auf unterschiedliche Art und Weise bei. Mitglieder sollten dementsprechend behandelt werden.

Eine der beliebten Ideen ist die Auferhaltung des Rufes eines jeden Mitgliedes und deren Wetten/Stimmen anhand dieses Rufes zu evaluieren. Ein Mitglied mit einem besseren Ruf hätte demnach eine höhere Gewichtung seiner Wetten/Stimmen als ein Mitglied mit schlechterem Ruf. Jemand mit einem Ruf von Null (oder einem minimalen Grenzwert) hat quasi keine Bedeutung.

Eine weitere beliebte Idee ist es, jedem Mitglied zu erlauben, einen Teil seiner Gewinne mit den Wetten einzusetzen. Die Größe der Beteiligungen reflektiert direkt, wie sicher sie sich über ihre Wetten sind. Sollte eine Wette positive Ergebnisse erzielen, wird derjenige, der sie gesetzt hat dementsprechend belohnt. Falls ein negatives Ergebnis erzielt wird, wird die Beteiligung an der Wette zerstört.

Wetten mit höheren Beteiligungen können eine höhere Gewichtung erhalten, da solche Einsätze bedeuten, dass der Teilnehmer nicht einfach zufällig geraten hat.

Belohnungsaufteilung

Soweit zwei Mitglieder nicht gleich sind, so sind auch zwei Belohnungen nicht gleich. Belohnungen könnten eine Funktion des Rufes eines Mitgliedes, der Beteiligungen die er/sie gemacht hat, oder der Kapitalrendite sein, die durch diese Wetten erzielt wurde.