Erklärt: Was ist ein DAICO?

  • 27 MÄR 2018
Erklärt: Was ist ein DAICO?
1.

Was ist ein DAICO?

Ein DAICO ist eine Verbesserung des ICO-Kapitalbeschaffungsmodells, das bestimmte Aspekte von DAOs verwendet.

 

Die Idee wurde von Vitalik Buterin im Januar 2018 vorgeschlagen und zielt darauf ab, ICOs sicherer zu machen, indem Investoren in den anfänglichen Projektentwicklungsprozess einbezogen werden.

Außerdem wird Token-Besitzern ermöglicht, für die Rückerstattung des eingezahlten Geldes zu stimmen, wenn sie mit den Fortschritten der Entwickler nicht zufrieden sind.

Bei Projekten, die das DAICO-Konzept umsetzen, werden Entwickler quasi zur Rechenschaft gezwungen und Token-Besitzern wird dadurch eine zusätzliche Sicherheit gegeben, dass sie garantiert ein minimal viables Produkt sehen oder ihr Geld zurückbekommen.

2.

Wie funktioniert ein DAICO?

Er beginnt als Smart Contract in der Beitragsphase.

 

Der DAICO-Contract hat einen Mechanismus, bei dem Investoren Geld an das Projekt senden können und im Austausch dafür netzwerkspezifische Token bekommen. Wenn die Crowdsale-Phase endet, kann man zu diesem Vertrag nichts mehr beitragen, d. H. ein normaler Token-Verkauf.

Es gibt eine Variable, die nach Ende der Beitragsphase wichtig wird: die Tap-Variable. Dieser Tap im Vertrag kann so programmiert werden, dass der Betrag (pro Sekunde) festgelegt wird, den Entwickler vom Token-Verkaufsgeld auszahlen lassen können.

Zu Beginn wird das Limit auf Null gesetzt, aber die Mitwirkenden können dann darüber abstimmen, ob der Tap erhöht werden soll.

Tap-Mechanismus
3.

Welche Elemente einer DAO wurden übernommen?

Drei wichtige Elemente wurden von DAOs übernommen.

 

Erstens liegt das gesamte Vertrauen niemals ganz bei einem zentralisierten Team. Entscheidungen über die Geldmittel werden stets über ein demokratisches Wahlsystem getroffen.

Zweitens wird das Geld nie als vollständige Summe freigegeben, sondern es wird ein Mechanismus genutzt, um es mit der Zeit stückchenweise herauszugeben.

Schließlich gibt es auch eine Möglichkeit, das beigesteuerte Geld zurückzubekommen. Die Entscheidung beruht auf der "Weisheit der Menge", das heißt, dass die Beitragenden über die Rückzahlung des übrigen Geldes abstimmen können, falls das Team das Projekt nicht umsetzen kann.

4.

Was ist der Unterschied zu einem ICO?

Der Hauptunterschied ist der Zugriff auf das Geld.

 

Bei einem ICO haben die Entwickler vollständigen Zugriff zum gesamten Geld, wenn der Token-Verkauf beendet ist. Entwickler müssen im Voraus berechnen, wie viel nötig ist, um ein minimal viables Produkt herzustellen. Und wenn sie diesen Betrag erreichen, "Soft-Cap" genannt, können sie anfangen, an dem Produkt zu arbeiten und das Geld für alles nötige auszugeben. Wenn sie dieses erste "Soft-Cap" nicht erreichen, müssen sie das Geld zurückzahlen. Aber wenn sie es erreichen, haben sie keine wirklichen anderen Verpflichtungen.

Bei einem DAICO können die Investoren darüber abstimmen (in der Entwicklungsphase), ob sie entweder den Tap erhöhen wollen oder das übrige Geld wieder zurückgezahlt bekommen (Selbstzerstörender Contract).

5.

Was sind die Vorteile gegenüber ICOs?

Das gibt Investoren mehr Kontrolle.

 

Investoren haben viel mehr Mitspracherecht und Einfluss bei der Entwicklungsphase des Projekts. Wenn sie mit dem Fortschritt des Projekts nicht zufrieden sind, können sie den Vertrag so umstellen, dass er auszahlt und das Geld zurückbekommen.

Das das mindert das Risiko von betrügerischen ICOs, bei denen Entwickler einen Token-Verkauf starten und dann mit dem Geld davonlaufen, sobald der ICO beendet ist. Und das ohne Produkt herzustellen.

Da der vom Smart Contract ausgegebene Betrag vom gesammelten Geld beschränkt und streng kontrolliert ist, ist das Risiko eines 51-Prozent-Angriffs geringer. Selbst wenn eine solcher Angriff ausgeführt wird, bei dem der Angreifer Geld an eine gewählte dritte Partei senden möchte, beschränkt sich der Schaden auf den durch die Investoren (oder das Entwicklerteam) autorisierten Betrag (den Tap).

Bei einem ICO, bei dem das Team Millionen gesammelt hat, schafft das eine Demotivation für die Umsetzung des Projekts; oder zumindest verringert das die Aktivität wesentlich. Bei einem DAICO-Modell wird die  Motivation des Teams, die Idee bzw. das Produkt zum Leben zu erwecken, die gesamte Laufzeit über aufrechterhalten.

6.

Was sind die potenziellen Herausforderungen bei DAICOs?

Wie bei jedem neuen Konzept gibt es Herausforderungen, die man meistern muss.

 

Wenn Entwickler einen großen Teil der verteilten Token halten, müssen sie möglicherweise nur einen kleinen Prozentsatz der Investorenstimmen beeinflussen, um mehr Geld vom Smart Contract zu bekommen.

Die Aufklärung der Investoren sind ebenfalls von größter Bedeutung. Sie müssen verstehen, warum der Preis eines bestimmten Tokens steigt und fällt, um die richtige Entscheidung bei einer Abstimmung über den Tap-Betrag oder eine Rückzahlung zu fällen. Die beste Entscheidung ist eine, die auf Fakten in Bezug auf das Projekt beruht. Nicht eine, die auf Emotionen in Verbindung mit dem Preis eines bestimmten Token beruht.

Schließlich können Investoren auch völlig unbeteiligt sein, indem sie ihr gesamtes Vertrauen in das DAICO-Konzept legen und daher das Gefühl haben, das eine Teilnahme an Abstimmung und Lösungen nicht nötig sind. Das reduziert die Mehrheitsschwelle und schwächt die Sicherheit des Mechanismus.

Bild

7.

Was sind einige der Haupteigenschaften eines DAICO?

Das ist schwer zu sagen, da dieses Konzept noch nie umgesetzt wurde.

 

Um die Frage jedoch zu beantworten, könnte es helfen, sich ein Projekt anzusehen, das die weltweit erste DAICO durchführen möchte.

The Abyss, zum Beispiel, ist eine digitale Distributionsplattform der nächsten Generation. Diese basiert auf einem Ökosystem mit Kryptobelohnungen und plant, die folgenden DAICO-Features umzusetzen:

  • Ein Beschluss, um über Tap-Erhöhungen abzustimmen, können nur durch die Projektentwickler gestartet werden.
  • Es gibt ein prozentuales Limit um welches der Tap auf einmal erhöht werden kann (um Missbrauch zu vermeiden).
  • Die Häufigkeit von möglichen Tap-Erhöhungen ist begrenzt (nicht öfter als einmal alle zwei Wochen).
  • Nur Investor-Token können zum Abstimmen verwendet werden. Die Token, die von den Entwicklern des Projekts gehalten werden, aber nicht.
  • Investoren werden im Voraus über eine geplante Umfrage informiert.
  • Wenn Investoren sich dazu entscheiden, das Projekt zu beenden, ändert sich der Smart Contract auf Auszahlung und das Geld wird zurückgezahlt. Gleichzeitig werden die Token der Entwickler vernichtet.

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