Analysten von Goldman Sachs und dem MIT haben sich kürzlich eingehend mit dem Markt für generative künstliche Intelligenz (KI) befasst, um dessen kurz- und langfristige Rentabilität für Investoren zu ermitteln.
Die Kernfrage war, ob der derzeitige KI-Markt eine expandierende Blase darstellt, die platzen wird, oder ob das die nächste Stufe für Technologie und Industrie darstellt.
Leider ist die Antwort dem Bericht zufolge nicht so einfach. Die Marktunterschiede, die auftreten, wenn eine Blase zu platzen droht, wie damals bei der Implosion der Dot-Com-Blase, und eine starke Anwendung eine Technologie beliebter macht, wie bei der Erfindung der Kryptowährung durch Satoshi Nakamoto und andere, können zu subtil sein, um sie rechtzeitig zu erkennen.
Ist KI eine Blase?
Der Bericht enthält Interviews mit vier Wirtschaftswissenschaftlern von Goldman Sachs und einem Wirtschaftsprofessor des MIT. Ihre Prognosen sind dabei gespalten. Drei Goldman-Sachs-Ökonomen sagen voraus, dass die KI-Killeranwendung früh genug kommen werde. Der verbleibende Goldman-Sachs-Ökononom und der MIT-Professor zeigen sich hingegen vor allem auf kurze Sicht skeptischer.
Der MIT-Professor Daron Acemoglu sagte dazu:
"In Anbetracht des Schwerpunkts und der Architektur der heutigen generativen KI-Technologie werden sich wirklich transformative Veränderungen nicht schnell vollziehen. Und nur wenige, wenn überhaupt, werden wahrscheinlich innerhalb der nächsten 10 Jahre auftreten."
Kommt die KI-Killeranwendung?
Das Gegenargument ist, dass die aktuellen Investitionen und Unternehmensausgaben im Vergleich zu den Marktzyklen früherer Technologien nicht so radikal sind.
Es ist unklar, was genau diese Killeranwendung für KI sein wird. Die aktuellen Fortschritte haben einige Analysten jedoch überzeugt, dass das derzeitige Wachstum fortgesetzt werden kann.
Das ist von Bedeutung, weil die Analysten im Bericht vorhersagen, dass "Tech-Riesen und darüber hinaus in den kommenden Jahren mehr als 1 Billion Dollar für KI-Investitionen ausgeben werden".
Bei so hohen Investitionen, ein Großteil davon in die Infrastruktur, müssen die aus den Investitionen abgeleiteten Produkte und Dienstleistungen stark genug sein, um die aktuelle und künftige Finanzierung zu stützen und zu erhalten.
Nach Ansicht von Kash Rangan, Analyst bei Goldman Sachs, sind die Aussichten trotz des Umfangs der derzeitigen Investitionen positiv:
"Die Ausgaben sind heute in absoluten Dollarbeträgen sicherlich hoch. Aber dieser Investitionszyklus scheint vielversprechender zu sein als frühere Investitionszyklen."
Goldman Sachs U.S. Internet Equity Research Analyst Eric Sheridan äußerte sich in dem Interview ähnlich: "Es ist unmöglich, bei Firmenveranstaltungen oder Entwicklerkonferenzen Demonstrationen der Fähigkeiten generativer KI zu verfolgen, ohne von ihrem langfristigen Potenzial begeistert zu sein."
Das Ausschöpfen dieses Potenzials könnte jedoch davon abhängen, ob die generative KI in absehbarer Zeit ihren iPhone-Moment der Massenanwendung erlebt.
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