Blockchain-Musik-Streaming-Dienst will Einnahmen der Musiker steigern

Eine neue Blockchain-basierte Plattform, die Streaming-Dienste und digitale Zahlungen kombiniert, will Musikern 80 Prozent der Streaming-Einnahmen aus ihren Liedern zahlen, wie zum Beispiel Abonnement-Services und Werbeeinnahmen, zu zahlen - das ist mehr als üblich ist.

Choon, eine kürzlich gestartete Blockchain-basierte Plattform, beschreibt sich selbst als "die Musiklösung der Blockchain". Im Grunde genommen verdient der Künstler jedes Mal, wenn ein Titel gespielt wird, Kryptowährung. Das könnte wiederum ein weiteres großes Problem beseitigen, auf das Choon bei üblichen Künstlertantiemen-Systemen hingewiesen hat: Da die Bezahlung täglich erfolgt, wird es keine längeren Wartezeiten mehr geben, bis die Künstler nach dem Streamen ihrer Lieder einen finanziellen Gewinn erhalten.

Bis Redaktionsschluss hat das Choon-Ökosystem über 4.500 Künstler registriert, sagt das Unternehmen. Laut ihrem Medium-Blog wurden seit dem Start der Plattform bereits fast 6000 Lieder hochgeladen und die Zahl der neuen Lieder steigt jede Woche um 25 Prozent.

Erweiterung des aktuellen Zahlungssystems

Die Musikindustrie ist seit Kurzem aufgrund der ungerechten Behandlung von Künstlern von großen Labels und Streaming-Diensten wie Spotify und Apple Music ins Fadenkreuz geraten. Musiker haben auf den hohen Gewinn hingewiesen, den die Streaming-Dienste und Plattenfirmen bekommen, anstatt dass die Schaffer selbst diesen bekommen. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür war die weltweit meistverkaufte Künstlerin Taylor Swift, die ihre Musik drei Jahre lang nicht auf Spotify stellte, um gegen den Anteil der Tantiemen, die Künstler von der Plattform erhalten, zu protestieren.

Choon hat sein White Paper veröffentlicht, das vier Schlüsselmethoden darlegt, mit denen das Team das aktuelle Zahlungssystem verbessern will. Erstens würden sie eine Demokratie einführen, indem sie Zwischenhändler überflüssig machen und eine direkte Bezahlung zwischen Künstlern und ihren Fans ermöglichen. Choon beabsichtigt auch, mehr Transparenz zu schaffen, indem Stream-Count-Daten, Gewinn-Verteilungsinformationen und Wallet-Salden öffentlich gemacht werden. Sie sagen auch, dass sie "fair und offen darüber sein werden, wie Homepage- und Playlist-Inhalte bestimmt werden". Als nächstes planen sie die Einführung einfacher Vertragssysteme durch Smart-Record-Contracts. Schließlich will Choon den Hörern die Möglichkeit geben, die Kontrolle zu übernehmen und Kryptowährung in Form des Utility-Token NOTES zu verdienen.

Das Team sagt, dass der Hauptanreiz ihres Dienstes für Künstler darin besteht, dass ihnen die Hälfte des gesamten Angebots an NOTES in den ersten zehn Jahren ohne Provision von Choon zugeteilt wird. Damit erhalte man eine Plattform, die eine hohe Benutzerfreundlichkeit in Bezug auf garantierte Einnahmen bietet. Sie möchten aber auch betonen, dass der Zuhörer keine Kryptowährung verwenden muss, wenn er nicht will; sie sind bestrebt, eine niedrige Eintrittsbarriere zur Plattform zu schaffen, indem sie Streaming-Pakete an eine Fiatwährung binden, wobei die Umstellung auf NOTES nach Abschluss der Transaktion erfolgt. Das bedeutet, dass jeder, vom Krypto-Neuling bis zum erfahrenen Händler, in das Choon-Ökosystem einbezogen werden kann. Das Team von Choon prognostiziert auch ein großes Wachstum für ihren Markt, so dass sie versuchen, diese Token-Investition für alle zu fördern, unabhängig davon, ob sie ernsthafte Musikfans sind oder nicht.

Team von Musik-Experten

Zukünftige Meilensteine für Choon sind ein Redesign der Plattform im September 2018, die Einführung von Choon Collectibles im November 2018 und die vollständige iOS Choon-App im Dezember 2018.

Das Team hinter Choon hat eine Reihe von erfahrenen Persönlichkeiten aus der Musikindustrie. Der CEO Gareth Emery ist Teil des Gründerteams und verfügt über große Erfahrung als Künstler und Produzent, der die iTunes-Dance-Charts dreimal getoppt hat und Millionen von Spotify-Hörern hat. Im Choon-Vorstand ist auch Mark Gillespie, der Manager des internationalen DJs Calvin Harris, vertreten. Nach Angaben des Unternehmens sind auch verschiedene hochgeschätzte Ingenieure und Kryptoexperten an Bord, die den technischen Betrieb der Plattform zu überwachen.

Die Firma hat ein Erklärungsvideo für diejenigen erstellt, die mehr über das Konzept und die Praxis des Ökosystems erfahren möchten. Der öffentliche Token-Verkauf von Choon wird im Juli beginnen und bis August laufen, wobei insgesamt zwei Milliarden NOTES erstellt werden.

 

Ausschluss. Cointelegraph unterstützt keine Inhalte oder Produkte auf dieser Seite. Wir wollen ihnen zwar alle wichtigen Informationen, an die wir kommen können, geben, aber Leser sollten selbst recherchieren, bevor sie handeln. Sie sollten die volle Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen. Dieser Artikel soll keine Investment-Beratung darstellen.