Die britische Glücksspielkommission (Gambling Commission) hat den Blockchain-basierten Fantasy-Sports-Anbieter Sorare wegen der Bereitstellung von nicht lizenziertem Glücksspiel angeklagt. Das in Frankreich ansässige Unternehmen soll am 4. Oktober vor einem britischen Gericht erscheinen.

Dies ist ein seltener Schritt für die britischen Behörde, der scheinbar auch ziemlich sorgfältig über drei Jahre vorbereitet worden ist.

Fantasy-Sports und NFTs

Laut The Guardian hat die Glücksspielkommission seit ihrer Gründung im Jahr 2005 bisher nur eine einzige Strafverfolgungsangelegenheit durchgeführt. Die Behörde gab in ihrer Ankündigung bezüglich Sorare allerdings nur wenige Informationen über ihre Beweggründe, ausgerechnet diesen Fall zu verfolgen:

„Die Sport-Website Sorare.com muss sich nächste Woche vor Gericht verantworten, weil sie Verbrauchern in Großbritannien nicht lizenziertes Glücksspiel anbietet.“

Die britische Presse zitierte die Antwort von Sorare auf diesen Vorwurf wie folgt:

„Wir sind uns der Vorwürfe der Gambling Commission bewusst und haben unsere britischen Anwälte angewiesen, sie anzufechten. Wir weisen entschieden jede Behauptung zurück, dass Sorare ein Glücksspielprodukt nach britischem Recht ist. Die Kommission hat unser Geschäftsmodell missverstanden und fälschlicherweise festgestellt, dass die Glücksspielgesetze auf Sorare anwendbar sind.“

Sorare bietet digitale Sammelkarten in Form von sogenannten Non-fungible Tokens (NFTs) an. Die Spieler konkurrieren auf der Plattform mit Fantasy-Teams, indem sie Teams aus NFTs von Sportlern bestimmter Sportarten zusammenstellen, wobei die erzielten Punkte der Athleten auf ihren Leistungen in der realen Welt basieren. Der Gesamterfolg der Teams wird aus den Punkten errechnet, die die eingesetzten Sportler in einer jeweiligen Spielwoche gesammelt haben. Die auf der Plattform verfügbaren Sportarten, in denen gegeneinander angetreten werden kann, sind Fußball, Baseball und Basketball.

Digitale Basketballsammelkarte auf Sorare für den Spieler Wembanyama. Quelle: Sorare

Sorare produziert auch reine Sammelkarten-NFTs, die mit Ethereum gekauft und verkauft werden können. Die Preise für diese NFTs können auf den Gegenwert von Hunderttausenden von US-Dollar steigen, je nach Seltenheitswert einer digitalen Karte.

Sorgfältige und lange Ermittlungen

Die britische Glücksspielkommission leitete bereits im Oktober 2021 ihre Untersuchung gegen Sorare ein. Die Kommission lehnte es jedoch ab, die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Juli 2023 zu veröffentlichen, sagte damals aber: „Im Rahmen unserer Regulierungstätigkeit werden wir einen Dialog mit Betreibern und Dritten führen, um die notwendigen Fakten zu ermitteln [...], bevor wir zu einem endgültigen Ergebnis kommen.“

Quelle: SellersUK

Laut dem Podcast „The Sorare Ramble“ war Sorare in Frankreich mit ähnlichen Anklagen konfrontiert, die jedoch beigelegt werden konnte, ehe es zur Gerichtsverhandlung kam.

Sorare wurde 2018 gegründet und akzeptierte ursprünglich nur Kryptowährungen als Zahlungsmittel, änderte diese Strategie 2023 allerdings und akzeptiert seitdem auch Fiatwährungen, um die Adoption der eigenen Dienste voranzutreiben.

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