Kanadische Universität: Blockchain kann Ladeproblem für Elektro-Autos lösen

Forscher der University of Waterloo in Kanada haben mit Hilfe von Blockchain-Technologie Ladesysteme für Elektrofahrzeuge verbessert, berichtete das wissenschaftliche Publikationsportal EurekAlert am 14. August. 

Vertrauensproblem bei E-Tankstellen

In der Regel suchen Ladedienstleister die Zusammenarbeit mit Grundstückseigentümern für die Installation von Ladesäulen. Besitzer von Elektrofahrzeugen können diese dann gegen eine Gebühr nutzen, welche zwischen dem Ausrüster und dem Eigentümer aufgeteilt wird.

Da der Dienstleister die Geräte betreibt, müssen Grundstücksbesitzer darauf vertrauen, dass dieser den Stromverbrauch angemessen vergütet. Der Ladesäulenbetreiber hängt wiederum davon ab, dass er nicht über Gebühr für den Service belastet wird.

Die Vertrauensproblematik wird durch den Umstand verschärft, dass es sich um eine sehr junge Industrie ohne etablierte Teilnehmer handelt. Eine offene Blockchain-Plattform ermöglicht es allen Beteiligten, auf die Daten zuzugreifen, um sicherzustellen, dass diese nicht manipuliert wurden.

Zusatznutzen durch Blockchain

Die Forscher haben drei Schritte zur Integration der Blockchain in das System festgelegt, um die Abhängigkeit von gegenseitigem Vertrauen zu mindern.

Zunächst gilt es, die beteiligten Parteien zu identifizieren und festzustellen, welche Vertrauensprobleme es möglicherweise gibt. Durch die Entwicklung einer minimalen Blockchain-Lösung können diese anschließend gemildert werden. Die Blockchain sollte dabei alle zu ersetzenden Teile des Altsystems genau nachahmen. Abhängigkeiten können daher mit minimalen Modifikationen bestehen bleiben.

Die dritte Stufe sieht eine schrittweise Migration von einemHybrid-Modell aus klassischer und Blockchain-Technik zu einem wirklich dezentralen Geschäftsmodell vor.

Der beteiligte Forscher und Doktorand Christian Gorenflo sagte dazu:

"Durch eine Verringerung von Vertrauensproblemen bei Ladestationen könnten Menschen mit eigenen Ladestationen und sogar solche, die nur eine Außensteckdose haben, viel eher bereit sein, sich mit einem EV-Ladedienstanbieter zusammenzuschließen, was zu einer viel besseren Abdeckung der Ladestationen führen würde."

Letztes Jahr startete ein in Singapur ansässiges Startup eine Flotte von blockchainfähigen Elektrofahrzeugen, welche während der Fahrt Kryptowährungen minen können.