Vitalik Buterin sieht im Google Quantencomputer keine Bedrohung für Krypto

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin sieht im Quantencomputer von Google keinerlei Bedrohung für Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen.

Am 23. Oktober äußerte sich Buterin auf Twitter entsprechend über die jüngsten Meldungen, dass Google „quantenmechanische Überlegenheit“ erreicht hätte. Demnach sei der neue „Supercomputer“ in der Lage, mathematischen Berechnungen zu lösen, für die ein normaler Computer Tausende von Jahren brauchen würde. Der Ethereum-Mitgründer zeigt sich davon allerdings wenig beeindruckt:

„Mein erster Eindruck von der sogenannten quantenmechanischen Überlegenheit ist, dass sie für das wahre Quanten-Computing ungefähr das ist, was Wasserstoffbomben für die Kernfusion waren. Und zwar ein Beleg, dass es möglich ist, daraus Energie zu generieren, der allerdings noch weit davon entfernt ist, sinnvoll eingesetzt zu werden.“

Quantencomputer sind noch keine Bedrohung

Der Bitcoin-Fürsprecher Andreas Antonopoulos hatte sich kürzlich ähnlich kritisch über den Google Quantencomputer geäußert. Laut Antonopoulos stellt dieser nämlich keinerlei Bedrohung für Bitcoin dar. So sagte er Anfang Oktober:

„Welche Auswirkungen hat das auf Mining und Kryptowährungen allgemein? Nichts, nada, niente, da ändert sich rein gar nichts. Die quantenmechanische Überlegenheit, wie Google es nennt, ist lediglich der Beweis, dass es eine praktische Anwendungsmöglichkeit für bestimmte Problemstellungen gibt. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um die gleichen Problemstellungen, die wir meinen, wenn wir über die Entschlüsselung von kryptographischen Verfahren reden.“

Rein theoretisch sind Quantencomputer in der Lage, komplexe Berechnungen deutlich zu beschleunigen und könnten damit womöglich zu einer Bedrohung für den Proof-Of-Work Mechanismus von Bitcoin und für die Blockchain-Technologie insgesamt werden. Berechnungen durch Quantencomputer könnten gängigen Verschlüsselungsverfahren in der Zukunft wortwörtlich „überlegen“ sein, was zur Folge haben könnte, dass Krypto-Transaktionen rückgängig gemacht werden können oder dass Krypto-Passwörter (Private Keys) entschlüsselt werden können.  

Wird der Feind vielleicht sogar zum Freund?

Scott Aaronson, ein Experte für Quantencomputer von der Universität Texas, sieht darin jedoch nicht nur eine Bedrohung für die Blockchain-Technologie, sondern eine regelrechte Hilfe. So meint er, dass das sogenannte Proof-Of-Stake (PoS) Verfahren, das bereits bei einigen Kryptowährungen eingesetzt wird, dadurch sogar verbessert werden könnte:

„Der Zweck eines Quantencomputer-Experiment könnten auch einfach umgedreht werden, insofern, dass damit Bits erstellt werden, die nahezu zufällig erscheinen und damit schwer lösbar sind. Eine solche Anwendung könnte zum Beispiel für Proof-Of-Stake Kryptowährungen oder für andere kryptographische Verfahren nützlich sein. Ich bin zuversichtlich, dass in der nahen Zukunft mehr in diese Richtung geforscht wird.“