Galaxy Digital, die Krypto-Investmentfirma von Mike Novogratz, macht es Grayscale Investments gleich und fährt eine Werbekampagne zu Kryptowährungen in den Massenmedien.

Dabei hat sich das Unternehmen für eine ganzseitige Anzeige in der großen internationalen Wirtschaftszeitung Financial Times (FT) entschieden, die heute abgedruckt wurde.

„Die Zeit ist reif, um in Bitcoin investieren“, wie es in der Anzeige heißt. Und weiter: „In unsicheren Zeiten ist Bitcoin ein Absicherungsmittel, das unabhängig von der Hegemonie ist.“

Die „Hegemonie“ spielt hierbei auf die Vorherrschaft des traditionellen Finanzsystems an, was im weiteren Textverlauf der Anzeige genauer erklärt wird.

Im Jahr 2019 hatte die Financial Times mehr als 1 Mio. Abonnenten, von denen knapp 18 % Millionäre sind.

Ökonomie der Aufmerksamkeit

Die Anzeige von Galaxy kommt nur wenige Tage, nachdem die einflussreiche Krypto-Vermögensverwaltung Grayscale einen Werbespot veröffentlicht hat, der ab dem 10. August im amerikanischen Fernsehen läuft. Auch das kontroverse Krypto-Projekt HEX hat kürzlich in Großbritannien eine Werbekampagne gestartet, die auf öffentlichen Verkehrsmitteln, in Zeitungen und während Fußballspielen um Aufmerksamkeit buhlt.

Der Werbespot von Grayscale erntete allerdings auch Kritik aus der Krypto-Community, da die Hoffnungen im Vorfeld groß waren, dass damit Krypto-Investitionen der breiten Öffentlichkeit schmackhaft gemacht werden könnten. Jedoch zeichnet der 30-sekündige Clip „lediglich“ die Geschichte der Zahlungsmittel nach und verweist auf Digitalwährungen als nächsten logischen Schritt dieser Evolution.

Auch die Werbestrategie von Galaxy Digital wird, trotz der hohen Reichweite der Financial Times und deren gut betuchten Leserschaft, kritisch beäugt, allen voran, was die Auswahl des Mediums angeht.

„Wenn ich an die Zukunft denke, dann denke ich auf jeden Fall an die Printmedien“, so Twitter-Nutzer Ryan Leonard dementsprechend spöttisch.

„Irgendwie ironisch, dass diese Anzeige in einer Zeitung geschaltet wird“, wie ein weiterer Krypto-Nutzer in dieselbe Kerbe schlägt.

Die Kommunikationsform ermöglicht es dem Investmentunternehmen immerhin, ihre Botschaft detaillierter auszuführen als in anderen Medien, so bezeichnet sie Bitcoin als „Wertaufbewahrungsmittel, das unabhängig vom traditionellen Finanzsystem ist“, was besonders für Anleger, die sich über die aktuelle Geldpolitik sorgen, von Interesse sei. Denn laut Galaxy Digital ist es „die inhärente Knappheit“ der Kryptowährung, die diese zu einer „überzeugenden Absicherung gegen Inflation macht“.

Zudem stellt die Anzeige fest:

„Bitcoin hat über 3, 5 und 10 Jahre besser performt als alle anderen großen Anlageklassen und es gibt noch Luft nach oben.“

Ein anderer Twitter-Nutzer bewertet den Werbeversuch von Galaxy deshalb als „so viel besser“ als den von Grayscale.

„Diese Zeitungsannonce ist viel wirkungsvoller als der Werbespot von Grayscale“, wie ein anderer Nutzer ebenfalls meint.

In der Financial Times wird zurzeit aber nicht nur die Werbetrommel für Kryptowährungen gerührt, denn in einem Onlineartikel über heißt es, das drittgrößte Krypto-Projekt hätte einen „kontroversen Ruf in vielen Teilen der Welt“ und wäre noch nicht so stark bei Banken etabliert wie oftmals behauptet.

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