MetaMask-Mitarbeiter: Projekt erhält nicht genug Unterstützung von ConsenSys

Ein Mitarbeiter der großen Ethereum Browser-Erweiterung Metamask hat erklärt, dass das MetaMask-Team "völlig überfordert" sei und von seiner Muttergesellschaft ConsenSys nicht bevorzugt werde.

In einem Reddit-Post vom 25. Dezember behauptet der Reddit-Nutzer lazaridiscom3, dass das MetaMask-Team von ConsenSys nicht die Unterstützung erhalte, die es brauche. Das gesamte 24-köpfige Team sei überfordert.

"Wichtiger, wertschöpfender Teil" von Ethereum nicht dezentralisiert

Im Post mit dem Titel "Helfen Sie MetaMask aus der Aktivitätsfalle" heißt es weiter, dass beim MetaMask-Team eine Reihe von Problemen noch ungelöst seien und die innere Workflow-Struktur weder transparent noch dezentralisiert sei. Im Post heißt es:

"Man kann die Entwicklung nicht über den öffentlichen Problem-Tracker verfolgen, weil das Team lediglich einen internen Tracker verwendet und interne 'Meetings' abhält. Das ist nicht transparent. Das ist nicht dezentralisiert. Die MetaMask ist ein kritischer, wertschöpfender Bestandteil von Ethereum. Es ist in JavaScript geschrieben, fast vollständig untypisiert. Die Programmierung ist qualitativ minderwertig und voller technischer Schuld (sowohl im Hinblick auf die Programmierung als auch auf die Architektur)".

Der Benutzer Lazardiscom sagte gegenüber Cointelegraph, dass er an dem Projekt mitwirke und berief sich auf sein Lazardiscom-Konto auf GitHub. Um die bestehenden Probleme zu lösen, rief der Nutzer dazu auf, dass das MetaMask-Team sofort vollständig auf TypeScript umsteigen müsse.

Lazardiscom schlug außerdem vor, dass ConsenSys eine strengere Evaluierung seiner 'Speichen' einführen müsse. Speichen sind ein strenges und verbindliches Regelwerk für öffentliche Projekte. Der Entwickler argumentierte auch, das Softwareprojekt von ConsenSys namens Gitcoin müsse "weitaus kontrollfreier sein attraktiv werden".

MetaMask-Team hierarchisch aufgebaut

In dem Beitrag kritisierte Lazardiscom insbesondere die strukturellen Probleme im MetaMask-Team. MetaMask habe dem Beitrag zufolge tatsächlich die Teamführungen, obwohl Joe Lubin, der ConsenSys-Gründer und Mitbegründer von Ethereum, versucht hatte, "alle davon zu überzeugen", dass ConsenSys ein nicht-hierarchisches Unternehmen sei.

Konkret wird im Post der MetaMask-Mitarbeiter Daniel Finlay als einer der Führungskräfte genannt, die "völlig überfordert" sei. Laut Finlays LinkedIn-Seite ist er derzeit als leitender Entwickler für MetaMask bei ConsenSys tätig. Er ist hauptsächlich für die Browser-Erweiterung zuständig. Cointelegraph bat Finlay in dieser Angelegenheit um einen Kommentar, aber bis Redaktionsschluss lag noch keine Antwort vor.

Im Post heißt es auch, dass es "sehr niedrige Kopfgelder" gebe. Einige dieser Kopfgelder betragen weniger als 1 US-Dollar pro Stunde, wenn man die Zeit pro Aufgabe berücksichtigt.

Im Oktober gab Lubin bekannt, die Zahl der Entwickler auf der Ethereum-Blockchain bis 2020 auf bis zu eine Million erhöhen zu wollen. Die Initiative namens OneMillionDevs.com wurde von Lubin auf der großen Ethereum-Konferenz Devcon im Oktober 2019 angekündigt. Laut Lubin gebe es weltweit 30 Millionen Softwareentwickler, aber nur einige Zehntausend seien Blockchain-Entwickler. Die meisten arbeiten an Ethereum mit.

Unterdessen hat der Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin kürzlich eine Diskussion über die Dezentralisierung im Kryptobereich auf Twitter ausgelöst. Zuvor hatte Buterin erklärt, dass zentralisierte Kryptobörse "in der Hölle schmoren" würden.