Spielerverträge neu gedacht – NBA-Profi bringt seinen eigenen Krypto-Token heraus

Spencer Dinwiddie, ein Basketballprofi der in der NBA spielenden Brooklyn Nets, wird am 13. Januar in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Securitize einen Krypto-Token auf den Markt bringen, der Teilhaberschaft an seinem Spielervertrag verbrieft.

„Die Spencer Dinwiddie Anleihe wird am 13. Januar auf den Markt kommen“, wie Dinwiddie am 10. Januar entsprechend auf Twitter angekündigt hat. Um dies gebührend zu feiern, will er 8 Fans zum diesjährigen All-Star Game mitnehmen.

Securitize hat am 10. Januar die Meldung von Dinwiddie bestätigt, so schreibt Carlos Domingo, der Geschäftsführer des Unternehmens, auf Twitter:

„Wir von @securitize freuen uns sehr, dass wir Digitalisierungspartner von @SDinwiddie_25 und @DreamFanShares sein dürfen, um gemeinsam den weltweit ersten Wertpapier-Token für einen Profisportler zu schaffen. Innovation erfordert Mut, deshalb Hut ab.”

Spielervertrag als Investitionsprodukt

Dinwiddie hatte am 26. September 2019 erstmals seine neue Blockchain-Investmentplattform DREAM Fan Shares vorgestellt, die als Grundlage für die „Tokenisierung“ von Spielerverträgen dienen soll.

„DREAM Fan Shares soll ein Portal für Fans sein, die in das Potenzial ihrer Lieblingsspielers investieren wollen“, wie es in der dazugehörigen Pressemitteilung heißt. Demnach sollen auch verschiedene Arten an sogenannten „Professional Athlete Investment Tokens“ (PAInTs) auf der Plattform veröffentlicht werden.

Mit seinem Unternehmen SD8 LLC hat Dinwiddie dann wiederum seinen eigenen Krypto-Token mit dem gleichnamigen Kürzel SD8 entwickelt.

Mit dem Verkauf des SD8 Wertpapier-Tokens will Dinwiddie auf der DREAM Plattform Rechte an seinem laufenden Profivertrag verbriefen, der sich auf einen Gesamtwert von 34 Mio. US-Dollar beläuft. Die Investoren würden dadurch wie bei einer Anleihe einen Zinsertrag ausgezahlt bekommen, der im Optimalfall durch einen zusätzlichen Marktlagegewinn ergänzt werden könnte, falls der Vertrag des Spielers aufgrund seiner guten Leistungen vorzeitig verlängert wird. Dies hatte ein Bericht der Forbes im Oktober 2019 erklärt.

NBA begrüßt Vorstoß des Spielers nicht

Die amerikanische Basketball-Profiliga war von den Plänen des Spielers bisher jedoch wenig begeistert, wie die Forbes am 10. Januar in einem weiteren Artikel berichtet hat. So drohte die Liga Dinwiddie sogar, seinen Vertrag womöglich aufzukündigen, falls er seinen Krypto-Token herausbringt.

Allerdings konnten sich beide Parteien scheinbar einigen, nachdem Dinwiddie eine spezifische Klausel aus seinem Vertrag entfernen lassen hat, die für rechtliche Unsicherheit gesorgt hätte. Mit zwei Monaten Verzögerung kann der Krypto-Token also nun am 13. Januar an den Start gehen. So schreibt die Forbes:

„Dinwiddie wird seine SD8 Krypto-Tokens, die an zugehörige Wertpapiere angebunden sind, für 150.000 US-Dollar pro Stück an akkreditierte Investoren verkaufen. Die Tokens dürfen 1 Jahr lang nicht gehandelt werden. Die Ausnahmeregelung 506 (c) der US-Börsenaufsicht findet hier Anwendung.”

Mit diesem Investitionsmodell kann Dinwiddie das Kapital, das ihm laut seinem Vertrag zusteht, jedoch erst über mehrere Jahre ausgezahlt wird, in einer Vorabsumme einsammeln. Während die Investoren seines Krypto-Tokens durch Zinserträge Gewinn machen, kann Dinwiddie das „freigesetzte“ Kapital für eigene Geschäftsideen nutzen.

Obwohl Dinwiddie seine Krypto-Anleihe planmäßig auf den Markt bringen will, behält sich die NBA weiterhin vor, womöglich noch die Reißleine für das Projekt zu ziehen, da dessen Prüfung noch nicht endgültig abgeschlossen sei.

So gab die Basketball-Profiliga am 9. Januar gegenüber Forbes an:

„Die Berater von Spencer Dinwiddie haben uns heute neue Informationen zur abgewandelten Version des Krypto-Tokens vorgelegt. Wir prüfen momentan noch, ob diese gemäß den Richtlinien unserer Liga zulässig ist.“

Wie die Forbes schreibt, gibt Dinwiddie an, dass eine Auflösung seines Spielervertag seitens der Liga inzwischen jedoch nicht mehr zur Debatte steht.

Cointelegraph hat die NBA um eine Stellungnahme gebeten, bis Redaktionsschluss allerdings noch keine Antwort erhalten. Dieser Artikel wird zu einem späteren Zeitpunkt aktualisiert, falls die Liga doch noch auf unsere Anfrage reagiert.

Schon im vergangenen Herbst hatte Cointelegraph über die Pläne von Dinwiddie und den dafür erhaltenen Gegenwind der NBA berichtet.

Eine Idee, die das Potenzial hat, Verträge von Profisportlern völlig neu zu definieren.