Polizei verhaftet indischen Börsenmitbegründer wegen "illegaem"’ Bitcoin-Automaten

Der Mitbegründer der indischen Kryptobörse Unocoin wurde kurz nach der Aufstellung eines mutmaßlich nicht registrierten Bitcoin (BTC)-Automaten in Bangalore festgenommen. Das geht aus einem Bericht der englischsprachigen Tageszeitung Times of India vom 24. Oktober hervor.

Der 37-jährige Mitbegründer Harish BV wurde von der Polizei festgenommen, nachdem er Berichten zufolge  den Geldautomaten zusammen mit seinem Unocoin-Mitbegründer Sathvik Viswanath in der Kemp Fort Mall in der Old Airport Road installiert hatte. Letzterer wurde laut Medienberichten nicht verhaftet.

Laut dem indischen Wirtschaftsmagazin Business Today (BT) heißt es in einer Pressemitteilung der Strafverfolgungsbehörde CCB, dass die Installation des Geldautomaten "nicht von der Landesregierung genehmigt wurde und dieser damit gesetzeswidrig mit Kryptowährungen handelt".

CCB-Beamte sollen außerdem "einen Geldautomaten, zwei Laptops, ein Mobiltelefon, drei Kreditkarten, fünf Debitkarten, einen Reisepass, fünf Siegel der Firma Unocoin, ein Kryptowährungsgerät und umgerechnet rund 2.200 Euro beschlagnahmt" haben.

Wie mehreren lokale, indische Medienquellen bestätigten, war der Geldautomat vor dem Polizeieinsatz tatsächlich noch nicht in Betrieb. Unocoin twitterte am 20. Oktober dazu:

"Unsere Maschine kam nicht gut an, weil ein paar Mainstream-Medienberichte sie in einem schlechten Licht dargestellt haben. Die Maschine befindet sich noch in der letzten Testphase und wird kommende Woche in Betrieb genommen. Die Maschine wurde vorübergehend vom ursprünglichen Aufstellungsort entfernt."

Harish BV wurde Berichten zufolge vor ein hohes Gericht gestellt, das ihn für sieben Tage in Untersuchungshaft schickte. Die Polizei soll erklärt haben, dass es "wahrscheinlich weitere Verhaftungen" geben werde. Die Öffentlichkeit wurde dazu aufgerufen, sich nicht von der Aussicht auf riesige Profite durch Krypto locken zu lassen.

The Times of India berichtet, dass die Maschine verwendet wurde, um Kryptowährungsgeschäfte leichter durchzuführen. Die indische Digitalzeitung The News Minute (TNM) hat erklärt, dass die Maschen als Reaktion auf das strenge Verbot der Notenbank von Indien aufgestellt wurde. Mit dem Verbot wurde Finanzinstituten der Handel mit Kryptowährungen untersagt.

Laut TNM erklärte Unocoin weiter, dass die Börse versucht habe, "neuere Mechanismen und Lösungen zur Verringerung der regulatorischen Hürden schaffen wollte, die durch die Haltung der derzeitigen Zentralregierung entstanden sind". Berichten zufolge konnten Benutzer über die Maschine Bitcoin abheben und einzahlen, aber die Kryptowährung nicht kaufen oder verkaufen.

Viswanath, ein Mitarbeiter von Unocoin, ist auf die Rede von Finanzminister Arun Jaitley zum Haushalt 2018-19 zu sprechen gekommen und sagte laut der Times of India:

"Die Aussage des Ministers war klar. Kryptowährungen sind in Indien kein gesetzliches Zahlungsmittel. Er sagte nicht, dass sie "illegale Zahlungsmittel" seien. Das ist ein großer Unterschied. Das bedeutet, dass man das Risiko seiner Investition selbst trägt und dass es keine Vorschriften für die Branche gibt."

Wie bereits berichtet, hat Unocoin in diesem Sommer bekanntgegeben, dass die Börse Ein- und Auszahlungen in Fiat - wie von der RBI angeordnet - ausgesetzt habe Krypto-Vermögenswert-Einlagen sind jedoch weiterhin sowohl auf der Krypto-Rupien-Handelsplattform von Unocoin als auch auf der Krypto-Krypto-Partnerbörse Unodax verfügbar.