Protocol Labs, der Herausgeber des Filecoin, hat sich mit der Ethereum Stiftung zusammengetan, um den Einsatz der sogenannten „Verifiable Delay Function“ (VDF) voranzutreiben. Dies geht aus einem entsprechenden Blog-Eintrag vom 19. April hervor.
Die „Verifiable Delay Function” (zu Deutsch: verifizierbares Verzögerungsverfahren) ist eine neue kryptographische Methodik, die Blockchain-Systeme schützen kann, die Zufallszahlen generieren.
Wenn zum Beispiel auf einer Blockchain eine Art Lotterie durchgeführt werden soll, kann das VDF dafür sorgen, dass die zu Grunde liegenden Berechnungen und Zahlen verzögert werden, damit diese nicht rechtzeitig von einem Angreifer ausgelesen werden können, der das Spiel manipulieren möchte. Dan Boneh, einer der Entwickler der neuen Methodik, meint, dass das VDF dabei helfen kann, die Blockchain, wenn nötig „bedeutsam zu verlangsamen“.
Protocol Labs weist in der jüngsten Mitteilung darauf hin, dass es zunächst aber noch weitere Forschung an der Methodik bräuchte, um zu verhindern, dass die innere Logik der VDFs nicht wiederum von Angreifern geknackt werden kann. Dahingehend heißt es:
„Dies ist ein wichtiger Schritt, um verifizierbaren Zufall zu schaffen. Die VDFs sind ein neuer Pfeil im Köcher von Kryptographen und dezentralisierten Projekten.“
Eine erfolgreiche Entwicklung wäre demnach ein neuer Meilenstein für Verschlüsselungstechniken und für die Blockchain-Branche, jedoch ergänzt die Mitteilung, dass eine solche Errungenschaften eine noch viel größere Tragweite haben würde.
Protocol Labs und die Ethereum Stiftung wollen deshalb gemeinsam Gelder für weitere Forschungsarbeit an dem Verfahren bereitstellen, wobei besonders spezialisierte Hardware im Vordergrund steht. Durch höhere Qualität und Geschwindigkeit der entsprechenden Hardware könnte „die verbleibende Unsicherheit einer Verzögerung“ so gut wie möglich minimiert werden.
Im Rahmen der Kooperation wurde eine neue Webseite eingerichtet, auf der Hochschulen und privatwirtschaftliche Unternehmen gleichermaßen dazu aufgefordert werden, sich an dem Projekt zu beteiligen. Des Weiteren ist auch ein Wettbewerb in Planung, der die Herstellung von VDF-Hardware fördern soll.
Im Februar hatte die Ethereum Stiftung noch verneint, dass 15 Mio. US-Dollar für die Forschung an der VDF eingesetzt werden sollten. In der jetzigen Mitteilung ist dementsprechend auch nicht offengelegt, welcher Betrag für die Forschungsmaßnahmen eingeplant ist. Die VDF soll dem Ethereum-Netzwerk vermutlich dabei helfen, auf das sogenannten Proof-Of-Stake Verfahren umzusteigen.
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