„Gewagte Prognose“ – Asien führt Blockchain-Leitwährung zur Entfesselung vom US-Dollar ein

Die dänische Saxo Bank prognostiziert in ihrem jährlichen „gewagten Ausblick“ auf das Jahr 2020, dass Asien eine eigene, auf der Blockchain-Technologie basierende, Leitwährung einführen wird, um sich damit von der Vorherrschaft des US-Dollars abzukoppeln.

In der jüngsten Ausgabe dieser „Outrageous Predictions“ sagt die Saxo Bank außerdem vorher, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahl 2020 verlieren wird und dass Ungarn aus der Europäischen Union austreten wird. Die entsprechenden Thesen hat die Bank am 3. Dezember veröffentlicht und mit einem dazugehörigen Tweet beworben.

Wie die Saxo Bank vermutet, wird Asien im kommenden Jahr eine eigene Leitwährung einführen, um damit auf „den schlimmer werdenden Handelsstreit mit den USA zu reagieren und sich in diesem Zusammenhang gegen das Machtinstrument US-Dollar zu wehren“.

Abkopplung vom Einfluss der USA

Die Bank geht davon aus, dass diese neue Leitwährung von der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (AIIB), einem asiatischen Pendant der Weltbank, herausgegeben werden wird. Als möglichen Namen wirft die Saxo Bank den „Asian Drawing Right“, kurz ADR, in den Ring. Des Weiteren mutmaßt sie, dass die Leitwährung „auf der Blockchain-Technologie basiert“ und an eine Reihe verschiedener Landeswährungen und Gold angebunden sein wird.

Die Ausgestaltung dieser Anbindung ist der Knackpunkt, denn wie die Saxo Bank sich ausmalt, würde der chinesische Renminbi hier „stark dominieren“, während der Anteil des US-Dollars wohl unter 20% gehalten werden würde. Zudem könnte der ADR durch seine weitreichende Anbindung einen Einführungskurs von 2 US-Dollar haben, wodurch er zusätzlich „zur weltgrößten Währungseinheit“ werden würde.

Wie die Prognose erklärt, würde die Einführung einer solchen Blockchain-Leitwährung „ganz klar“ darauf abzielen, den Einfluss des US-Dollars auf die regionalen Volkswirtschaften zu schmälern. Die Blockchain soll dafür sorgen, dass die Umlaufmenge stabil gehalten werden kann und dass Transaktionen leichter nachverfolgt werden können, so die Saxo Bank.

Saxo Bank schaut wiederholt in die Krypto-Kristallkugel

Die jüngste Blockchain-Vorhersage der Saxo Bank ist nicht das erste Mal, dass das Finanzinstitut eine „gewagte Prognose“ zu der Technologie formuliert hat. So hat die Bank bereits mehrere Prognosen über Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen getroffen.

Mitte April 2018 hatte die Saxo Bank zum Beispiel vermutet, dass die Kryptomärkte im Q2 2018 einen starken Aufwärtstrend feststellen würden, nachdem es zuvor einen leichten Aufschwung gegeben hatte. Tatsächlich sind die Kryptomärkte im zweiten Quartal 2018 allerdings in ein tiefes Loch gestürzt.

Auch 2016 hatte sich die Saxo Bank schon ihren Krypto-Optimismus gezeigt. Als Bitcoin noch einen Kursstand von 450 – 950 US-Dollar hatte, prognostizierte die Bank, dass es bis Ende 2017 auf 2.100 US-Dollar hochgehen würde. In der Tat ging es für Bitcoin dann steil nach oben, wobei es die marktführende Kryptowährung damals sogar bis auf ihr Rekordhoch von 20.000 US-Dollar schaffte.