Stablecoins spielen eine zentrale Rolle in der Krypto-Ökonomie und trotz der schwierigen Marktlage ist die Nutzung der wertstabilen Kryptowährungen noch immer hoch.
Wie die Daten von Coin Metrics zeigen, haben die On-Chain-Zahlungen in Form von Stablecoins im laufenden Jahr bereits einen Wert von mehr als 7 Bio.US-Dollar erreicht und werden bis zum Jahresende schätzungsweise noch fast bis an die 8 Bio. US-Dollar herankommen. Visa, der weltweit größte Zahlungsdienstleister, verarbeitet pro Jahr ca. 12 Bio. US-Dollar an Zahlungen.
Peter Johnson, Co-Direktor beim europäischen Hedgefonds Brevan Howard Digital, weist in diesem Kontext darauf hin, dass das Zahlungsvolumen der Stablecoins schon heute größer ist als bei den anderen großen Zahlungsdienstleistern Mastercard und American Express. Für 2023 prognostiziert er entsprechen, dass auch das Zahlungsvolumen des Marktführers Visa noch übertroffen wird.
Doch damit nicht genug, denn der Hedgefonds-Manager geht nicht nur davon aus, dass im neuen Jahr der führende Zahlungsdienstleister übertroffen wird, sondern dass das Stablecoin-Zahlungsvolumen sogar das zusammengerechnete Volumen aller vier Zahlungsriesen (Visa, Mastercard, AmEx und Discover) knacken wird. Johnson weist bei dieser wagemutigen Prognose noch explizit darauf hin, dass das On-Chain-Zahlungsvolumen noch nicht mal das Handelsvolumen der Stablecoins auf zentralisierten Kryptobörsen beinhaltet, das ebenfalls von beträchtlicher Größe ist.
3/ (Note that this is just on-chain settlement volume, and does not include trading volume on centralized exchanges)
— Peter Johnson (@TheChicagoVC) December 21, 2022
Obwohl die Zahlen einen beträchtlichen Zuwachs in der Nutzung von Stablecoins verdeutlichen (siehe Grafik), weisen viele Krypto-Nutzer darauf hin, dass der direkte Vergleich mit den großen Zahlungsdiensten womöglich unzulässig ist.
So müsse eine klare Unterscheidung zwischen Kreditkartenzahlungen und Stablecoin-Zahlungen getroffen werden, denn während Kreditkartenzahlungen in der Regel von Verbrauchern für den Konsum von Gütern und Dienstleistungen getätigt werden, stehen Stablecoin-Zahlungen primär im Zusammenhang mit dem Handel von Kryptowährungen und Dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi).
Hmm kinda comparing apples and oranges. Mastercard/discover etc volumes are sourced from consumer spending. Onchain volume is sourced from investor speculation.
— Kim ⚡️ (@0xKimberly) December 21, 2022
This $7+tn would need to come from payments for consumer goods/services using stablecoins to be a relevant comparison
Die wohl größte Hürde, dass Stablecoins von Konsumenten ähnlich wie Karten von Visa und Mastercard im Alltag für Zahlungen genutzt werden können, ist und bleibt die Regulierung. Der US-Parlamentarier Pat Toomey, der allerdings am Ende dieser Legislaturperiode in Pension geht, will deshalb mit einem entsprechenden Gesetzentwurf die rechtliche Grundlage dafür schaffen. Der Entwurf sieht vor, dass Finanzdienstleister – die weder staatlich noch eine Bank sind – Stablecoins herausgeben dürfen, sofern sie die jeweiligen Regulierungsvorgaben der Bankenaufsicht OCC einhalten und die Währungseinheiten gänzlich in „sehr liquiden“ Vermögenswerten abdecken.
In Sachen Gesamt-Marktkapitalisierung machen Stablecoins schon heute knapp 16,5 % des Kryptomarktes aus. Nach den Daten von CoinGecko beziffert sich der zusammengerechnete Wert aller Stablecoins auf 140 Mrd. US-Dollar. Mit 66,3 Mrd. US-Dollar ist Tether dabei der unangefochtene Marktführer, worauf der Circle-Stablecoin mit 44,3 Mrd. US-Dollar auf einem starken zweiten Platz folgt.
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