Probleme mit Börsenaufsicht SEC: Telegram will TON-Marktstart verschieben

Der verschlüsselte Nachrichtendienst Telegram will den Starttermin seines Telegram Open Network (TON) nach Problemen mit der United States Securities and Exchange Commission (SEC) verschieben.

Laut einer Cointelegraph vorliegenden Mitteilung an Investoren vom 16. Oktober, will Telegram den Start auf den 30. April 2020 verschieben.

Ursprünglich war der Start für Ende Oktober geplant. Die SEC erklärte jedoch das TokenOffering im Umfang von 1,7 Milliarden Dollar für illegal. Telegram hatte die enorme Summe für sein neues TON-Netzwerk durch den Verkauf des nativen Gram-Tokens an qualifizierte Investoren in zwei separaten Runden aufgebracht.

Probleme mit der Registrierung und Klassifizierung als Wertpapier

Im Februar 2018 hatte Telegram ein sogenanntes "Form D-Filing" vollzogen. Dieses wird verwendet, wenn ein Unternehmen ein Wertpapier ohne SEC-Registrierung verkaufen will.

Laut "Form D" ist es einem Unternehmen erlaubt, Wertpapiere ohne SEC-Registrierung herauszugeben, wenn diese ausschließlich qualifizierten Anlegern angeboten werden. Da die Investoren von Gram-Token jedoch in der Lage sein würden, ihre Vermögenswerte weiterzuverkaufen, hielt die SEC dies für einen Verstoß gegen diese Art von Sonderregelung.

In einer Beschwerde kritisiert die Börsenaufsicht deshalb, dass Telegram und TON der von ihr als Wertpapiere eingestuften Verkauf von GRM-Token nicht registriert haben.

Rückgabefrist nur über Abstimmung  verschiebbar

In seinem Schreiben vom Mittwoch an Investoren erklärte Telegram, die geplante Verschiebung der Frist bedürfe der Zustimmung einer Mehrheit der an Telegram bereits gezahlten Kaufbeträge der Stufe A. In gleicher Weise könne auch die Frist in den Kaufverträgen aus der Pre-Sale Runde verlängert werden. 

Dies bedeutet jedoch, dass  Block von Investoren für die Verlängerung der Frist stimmen könnte, ein anderer hingegen nicht. Für einen solchen Fall würde laut Telegram folgendes gelten:

"Für den Fall, dass nur eine Gruppe der Verlängerung zustimmt, bleiben die Kaufverträge dieser Gruppe in Kraft, während die andere Gruppe von Verträgen beendet wird. Unter diesen Umständen schlagen wir vor, die Bedingungen der noch bestehenden Kaufverträge in begrenztem Umfang zu ändern, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass zum Zeitpunkt der Markteinführung des Netzes weniger Gram ausgegeben und in Umlauf gebracht werden".

Telegram bittet die Investoren, ihre Entscheidung über die Fristverlängerung vor dem 23. Oktober zu treffen.

Das Unternehmen ist für eine Anhörung mit den Regulierungsbehörden am 24. Oktober in New York vorgeladen. Dort will es darlegen, dass es die Anforderungen erfüllt hat und dass die SEC mit ihrer Beurteilung falsch liegt.