Erklärt: Dividenden-Token

  • 17 APR 2018
Erklärt: Dividenden-Token
1.

Welche Arten von Token gibt es?

Eine ganze Menge!

Aufgrund des Krypto-Booms sind die Bezeichnungen "Token", "Coin", "Initial Coin Offering" (ICO) und diverse weitere zu einem integralen Teil des Vokabulars eines jeden Traders und Investors geworden. Deren Verwendung führt allerdings oft zu Unsicherheiten und Verwirrung.

Dies sind die Unterschiede zwischen den bekanntesten Arten von Token.

Zahlungs-Token Wie der Name vermuten lässt, sind dies Token, die als ein Mittel für Zahlungen und zur Speicherung eines Wertes eingesetzt werden, auf den zu einem späteren Zeitpunkt zugegriffen werden kann. Es gibt einige Argumente dafür, dass sie aufgrund dieser Eigenschaften identisch sind zu "Coins", wie Bitcoin und andere Kryptowährungen.

Nutzungs-Token. Die Einführung von Ethereum kreierte auch einen Token-Typus, der als "Nutzungs-Token" bekannt wurde. Im Gegensatz zu Zahlungs-Token gibt diese Art von Token dem Halter Zugriff auf Produkte oder Leistungen auf einer bestimmten Plattform oder einem Netzwerk. Nutzungs-Token haben diverse Funktionen - sie "residieren" normalerweise auf einer gegebenen Blockchain wie Ethereum, und können in den meisten Fällen nur innerhalb des vorgeschriebenen Netzwerkes eingesetzt werden.

Wertpapier-Token. Abgesehen davon, dass sie dem Halter den Kauf von Güter und Dienstleistungen ermöglichen, verkörpern Wertpapier-Token das Versprechen auf potenzielle Investment-Renditen und Wertsteigerungen. Aufgrund dieser Qualität wurden sie von einigen Marktteilnehmer und Regulatoren, vor allem von der als Börsenaufsichtsbehörde agierenden US-amerikanischen SEC, als Wertpapiere eingestuft. So konstruieren sie einen Investment-Vertrag und haben das Potential, Profite, passives Einkommen und Dividenden zu generieren.

Anlage-Token. Anlage-Token fungieren als digitale Repräsentation eines Vermögenswertes (Assets) innerhalb einer Organisation oder auf einer Plattform.

Eigenkapital-Token. Als bisher eher theoretisches und weniger praktischen Konzept geben diese Token ihrem Halter einen Anteil am Kapital des Herausgebers, ähnlich wie Aktien.

Belohnungs-Token. Diese sind quasi das Blockchain-Äquivalent zu Treuepunkten oder Prämienprogrammen.

Dann gibt es noch "Dividenden-Token"

2.

Ich hab noch nie von "Dividenden-Token" gehört - was ist das?

Jene Art von Token, die einen Anteil am Profit der herausgebenden Organisation verspricht.

Abgesehen von Zahlungs-Token stehen die anderen Token-Typen für einen Investment-Vertrag in einer gemeinsamen Angelegenheit und stehen für das Versprechen auf (potenzielles) passives Einkommen. Dieses Einkommen kann verschiedene Formen annehmen. Beispiele hierfür sind Gewinne aus Wertsteigerungen, Profite aus Investitionen und Mining-Operationen und viele weitere.

Einige Organisationen teilen ihre Profite, indem sie Dividenden an die Besitzer ihrer Token austeilen. Dazu kommt, dass einige Blockchains Dividenden-artige Eigenschaften besitzen, was ihre jeweilige Währung quasi direkt zu "Dividenden-Token" macht.

Ähnlich wie Aktien können Token mit Dividenden-Eigenschaften ein Stimmrecht mit sich ziehen oder nicht. Im Gegensatz zu Aktien allerdings befähigen Dividenden-Token den Halter zu passivem Einkommen, ohne, dass er zwangsläufig Eigentumsrechte an der Organisation ausüben muss.

Staking, oder Proof of Stake (PoS), kann ebenfalls als eine Form des Dividenden-Konzepts angesehen werden. Stakers halten ihre Token in einer zugewiesenen Wallet und erhalten Auszahlungen für die Zeitspanne ihrer Holdings.

Dividendenauszahlungen können regelmäßig sein, zum Beispiel wöchentlich oder monatlich, abhängig sein von einem bestimmten Tokenbesitzgrad - z.B. Große Inhaber erhalten Zahlungen vor kleineren - oder davon abhängen, ob und wie schnell der Emittent bestimmte Performance-Meilensteine erreicht.

3.

Okay. Was ist der Unterschied zwischen Wertpapier- und Nutzungs-Token?

Anders als Wertpapier-Token geht es bei Nutzungs-Token nicht zwangsläufig um Profite.

Der Begriff "Nutzungs-Token" fungiert an erster Stelle als Abgrenzung zu "Zahlungs-Token" oder Kryptowährung-Coins, die das digitale Äquivalent zu Lokalwährungen darstellen. 

Blockchain und Dezentralisierung haben eine Grundlage erschaffen, auf welcher ganze Plattformen und Netzwerke aufgebaut werden können. Nutzungs-Token sind das Werkzeug, dass es Mitgliedern auf solchen Plattformen ermöglicht, miteinander zu interagieren und bestimmte Einheiten auszutauschen, die durch den Wert der Blockchain denominiert sind. Solche Einheiten repräsentieren Produkte und Dienstleistungen, Zugriff auf verschiedene Komponenten des Netzwerkes, Belohnungen für bestimmte Anstrengungen und Beiträge oder verschiedene Formen von finanziellem Wert.

Die einfachste Beschreibung eines "Wertpapier-Token" ist, dass er das Potential für passives Einkommen in der Zukunft trägt.

Im Gegensatz zu Wertpapieren stellen Nutzungs-Token nicht zwingend einen Investment-Vertrag dar. Stattdessen ermöglichen  Nutzungs-Token diverse Anwendungen im Netzwerk, die über profitorientierte Zwecke hinausgehen.

Im Gegensatz dazu gilt beim Wertpapier-Token: sollten Token "das Potenzial für Gewinne betonen, die auf den unternehmerischen oder geschäftsführenden Bemühungen anderer beruhen", können sie als Wertpapiere angesehen werden - so interpretiert sie die SEC.

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass es aktuell keine genormte Definition zwischen den Industrien und Ländern gibt und dass die Interpretationen für die verschiedenen Token-Formen variieren können.

4.

Was sind die Vorteile von Dividenden-Token?

Die Vorteile liegen in der Macht des passiven Einkommens.

Von den vielen strategischen Möglichkeiten zur Generation von passivem Einkommen, sind Dividenden die vielleicht schlauste.

Passives Einkommen bedeutet, dass wiederholt Einnahmen erzielt werden, die auf einer Anstrengung in der Vergangenheit beruhen und keine weitere Arbeit erfordern. Auf diese Art zahlen Dividenden-Token dem Halter einen regelmäßigen Gewinn aus, ohne dass zusätzliche Investments getätigt werden müssen - auch in Zeiten negativer Marktbewegungen, wenn das Unternehmen trotz Marktschwankungen ein stabiles Geschäftsmodell vorweisen kann.

Ein gutes Beispiel ist Nexo.io, ein Unternehmen, das sofortige Krypto-gestützte Kredite vergibt. Laut dem Unternehmen stellen diese "die weltweit ersten SEC-konforme, dividendenpflichtige Anlagen-Gestützte Wertpapier-Token" dar.

Der NEXO Dividenden-Token zahlt jeden Monat 30 Prozent des Unternehmensgewinns an die Token-Halter aus. Die Auszahlungen werden in ETH getätigt und proportional unter den Nexo-Investoren aufgeteilt.

Das Konzept von Dividenden-erzielenden Anlagen stammt vom Aktienmarkt, wo Investoren Dividenden von den Aktien erhalten, die sich in ihrem Portfolio befinden. In der Welt der Kapitalmärkte ist es für einen Investor durchaus möglich, die Summe seiner ursprünglichen Investitionen als Dividendenrendite zurückzugewinnen, während er weiterhin die Aktien hält. Dies liegt an den relativ moderaten Renditen am Aktienmarkt im Gegensatz zum Potential des Kryptowährung-Marktes.

Wenn passives Kapital reinvestiert wird, kann dies zu noch höheren Renditen führen und folglich zu wachsendem, passiven Einkommen. In der Zwischenzeit profitieren Halter eventuell auch von den möglichen Wertsteigerungen ihrer Token.

Lassen Sie uns nicht die Macht der Aufzinsung ignorieren - die Reinvestition von Dividenden kombiniert mit Wertsteigerung ist wie passives Einkommen auf Steroiden. Dadurch ist es möglich, dass sich das originale Investment im Laufe der Jahre zu einem Vielfachen seines ursprünglichen Wertes steigert.

In dem Zeitalter der Negativzinsen kann das Investieren in den richtigen Dividenden-Token ein wahrer Game Changer sein.

5.

Wie sind Dividenden-Token reguliert?

Das variiert von Land zu Land. In den USA werden sie wie Wertpapiere behandelt.

Die Token-Regulationen, speziell für Dividenden-Token, befinden sich zum Großteil noch immer in einer Grauzone.

Abgesehen davon, dass sie eine legale Neuheit konzipieren, ist die Einführung eines einheitlichen Regelwerkes für die Token-Wirtschaft eine Herkulesaufgabe für Regulatoren auf der ganzen Welt.

Die Herausforderung liegt zum Teil darin, dass beim Kauf eines Tokens Anteile an greifbaren und immateriellen Gütern erworben werden, die von Konsumgütern bis hin zu Rechten an einer Vermögensanlage oder Wertpapieren reichen.

Die unterschiedlichen Aspekte bei einem Token-Investment werden entweder von verschiedenen Gesetzten und Regulationen gedeckt oder fallen - wie in vielen Fällen - überhaupt nicht in eine existierende juristische Kategorie.

In den letzten Monaten haben Gesetzesmacher weltweit ihre Bemühungen intensiviert, ein Grundrahmenwerk um das Geschäft mit Token zu legen.

Die SEC ist ein Beispiel für einen solchen Wachhund, der Token, egal welche Form von Zukunftsverprechen diese beinhalten und egal ob sie als Nutzungs-, Dividenden-Token oder ähnliches bezeichnet werden, als Wertpapier klassifiziert.

Dividenden-Token fallen insofern unter die Klassifizierung als Wertpapier, als dass sie Investoren die Möglichkeit bieten, zukünftig passives Einkommen zu generieren, zumindest aus Sicht der US-Legislation.

6.

Was macht Dividenden-Token 'besser' als andere?

Einfachheit und passives Einkommen.

Viele Arten von Token existieren nur unter gewissen Bedingungen. Die Halter können sie nur unter bestimmten Umständen benutzen und sind im Allgemeinen auf das zugrunde liegende Netzwerk beschränkt.

Anders verhält es sich mit Dividenden-Token, die Investoren ein unkompliziertes Modell für passives Einkommen bieten.

Falls Token reguliert sind, bieten sie dem Halter eine Transparenz und Sicherheit, die vielen Investments und anderen Anlagen abgeht.

Dazu kommt, dass die Token durch die Blockchain-Grundlage generell transparent, dezentralisiert und - in den meisten Fällen - anonym sind.

Letztendlich ist die einzige Bedingung für Zahlungen die Existenz gewisser Liquidität; d.h. die Projekte und Leistungen, an welche die Token gebunden sind, müssen profitabel sein. Organisationen, die sich verpflichten, Dividenden zu zahlen, tragen Profitabilität im Herzen ihres Geschäftsmodells und geben Investoren eine relative Sicherheit in Bezug auf ihre finanzielle Beteiligung.

7.

Irgendwelche Schwachstellen?

Unvorhersehbarkeit und variierende Auszahlungssysteme.

Wie schon angedeutet, sind Dividenden-Auszahlungen nicht immer vorhersehbar. Dazu kommt, dass sie wie viele andere Blockchain-Projekte den Launen ihrer Ausgeber zu Opfer fallen können.

In einigen Fällen zahlen Organisationen Dividenden nur aus, bis die Höhe der individuellen Auszahlungen ein bestimmtes Level erreicht hat. Dies kann in dem Versuch begründet sein, Zahlungen zu maximieren und bestimmte Transaktionskosten zu vermeiden oder aber Teil einer strategischen Entscheidung sein.

Einige Organisationen priorisieren Token-Holden abhängig von der Menge an Token im Besitz, was sich negativ auf kleinere Investoren auswirken kann.

Hinzu kommt außerdem, dass die Auszahlen davon abhängen, ob die Organisation bestimmte Performance-Kriterien erreicht, die sich außerhalb des Kontrollrahmens eines individuellen Investors bewegen, der dadurch die Auszahlung nicht beeinflussen kann.

8.

Was ist der beste Verwendungszweck?

Dividenden-Token sind sehr vielseitig und bieten dem Besitzer und dem System Liquidität.

Sie stellen eine bestimmte Form von digitalen Finanzanlagen dar. Als solche sind sie am besten für finanzielle und Investment-bezogene Aktionen geeignet. Beispiele sind unter anderem Kryptowährung-Investment-Fonds und Firmen, die einen Teil ihrer Profite als Dividenden auszahlen. Ein weiteres Beispiel sind Unternehmen, die in Krypto-Mining-Operationen investieren und ebenfalls einen Teil ihrer Nettoprofite an ihre Token-Besitzer auszahlen.

Trotz dieser Beispiele sind Dividenden-Token auch darüber hinaus extrem vielseitig und für eine unzählige Anzahl an Anwendungsfällen zu gebrauchen; von PoS-Währungen zu anderen Investment-Projekten und individuellen Blockchains.

Von einer Nutzerperspektive aus legen Dividenden-Token den monetären Wert frei, den Halter in ihren digitalen Anlagen weggeschlossen haben. Token-Besitzer können ihre Anlagen weiterhin genießen, während sie trotzdem Zahlungen, basierend auf dem zugrunde liegenden Asset, zusätzlich zu dem gesicherten Wert der Anlage erhalten.

Das Konzept der Dividenden-Token und Projekte wie Nexo versuchen beide gleichermaßen, ein 4 Mrd. Euro-Problem zu lösen. Laut einer Forschungsarbeit der Krypto-Börse Latoken wird die absolute "Kapitalisierung von Kryptowährungen 4 Mrd. Euro übersteigen, da die Krypto-Wallet-Penetration 5 Prozent der Bevölkerung umfasst und Anlagen aus Kryptowährungen den Weg freimachen für den Handel mit Anlage-Token."

Aufgrund einer Vielzahl an Gründen - von regulatorischen zu Markt-bedingen und Projekt-spezifischen Gründen - bleibt eine bedeutende Anzahl an Token und Anlagen bisher ungenutzt.

Für die Branche ist das zweifellos positiv, doch aufgrund des gestiegenen Volumens wird der Leerwert digitaler Anlagen nur noch wachsen. Die immense Finanzkraft, die direkt oder indirekt mit Kryptowährungen verbunden ist, hat das Potenzial, den Markt zu verändern. Das heißt, wenn Besitzer von Kryptowährungen die unmittelbaren Investitionsmöglichkeiten, die liquide Mittel erfordern, besser nutzen könnten.

Hier spielen Dividenden-Token und Liquiditätslösungen wie Nexo eine wichtige Rolle.

Auf eine neue Dimension der Beteiligung.