Ein oft erwähntes Thema bei Kryptowährungen im Jahr 2018 war die Entwicklung von Regulierungsrahmen auf der ganzen Welt.

Von Südkorea, Russland bis zu den Vereinigten Staaten haben Regierungen und Finanzregulierungsbehörden hart daran gearbeitet, neue Rahmenbedingungen zu schaffen. Diese sollen den durchgehend turbulenten Kryptowährungsmarkt sowie Initial Coin Offerings (ICOs) etwas beruhigen.

In Amerika waren die US-Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) und die Handelskommission für Rohstoff-Futures (CFTC) für die Kryptowährungswelt eine Art Offenbarung, nachdem die Märkte im Januar 2018 dramatisch gestürzt sind.

Bitcoin und fast jeder andere Altcoin hatte starke Rückgänge von ihren Dezemberhochs während Fehlinformationen und Unsicherheiten in der ganzen Welt umher gingen. In Amerika war das Treffen der SEC und der CFTC im Februar eine Rettungsleine für Kryptowährungen und ICOs. Sie versprachen regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, die den sich entwickelnden Markt fördern würden.

80 Jahre alte Regulierung nicht anwendbar

Während die SEC und die CFTC aktiv versuchen, Kryptowährungen und ICOs zu fördern, gibt es ein schwerwiegendes Problem.

Regulierungen für Wertpapiere in Amerika gibt es schon lange. Viele dieser Aktien und Anleihen lassen sich für sehr unterschiedliche Unternehmen anwenden. Genau hier wird es etwas schwierig.

Die Regulierungen der SEC sind im Securities Act von 1933 festgeschrieben, wie der SEC-Vorsitzende Jay Clayton in seiner Aussage im Februar angemerkt hat. Daher müssen wir Rahmenbedingungen als Grundlage nehmen, die vor über 80 Jahren geschaffen wurden.

ICOs haben sehr unterschiedliche Geschäftspläne und -lösungen und verwenden Distributed Ledger-Technologie. Die Token, die sie für ihre Plattformen und Geschäfte nutzen, können zwar auf Grundlage der geltenden Gesetze als Wertpapiere eingestuft werden - man kann aber wohl sagen, dass sie neue, fundierte Regulierungen benötigen, die unterschiedliche Geschäftspläne berücksichtigen.

Der US-Unternehmensjurist Dean Steinbeck sagte gegenüber Cointelegraph, dass die Wertpapierregulierung überarbeitet werden müsse, um einzigartige Richtlinien für ICOs zu schaffen.

"Ich denke, dass der Securities Act von 1933 geändert werden sollte, um Token-Verkäufe angemessen zu berücksichtigen und klarzustellen, wann sie als Wertpapierangebote betrachtet werden sollten. Der Markt braucht das, denn die regulatorische Unsicherheit lähmt so viele Projekte."

Steinbeck fügt hinzu, dass das Gesetz nicht ersetzt oder eliminiert werden muss, da es immer noch seine primäre Rolle erfüllt. Es stellt sicher, dass Anleger fundierte Investmententscheidungen auf der Grundlage von wahrheitsgetreuen Informationen treffen.

Außerdem ist Steinbeck der Ansicht, dass Regulierungsbehörden 2018 wohl branchenspezifische Richtlinien oder Regulierungen vorlegen werden, die dem Sektor neues Leben einhauchen werden. Es gibt einige relevante Fragen, die ICOs und ihre verschiedenen Geschäftsmodelle voneinander unterscheiden. Steinbeck nennt diese Fragen:

"Welche Token sind Wertpapiere? Welche Token sind Waren? Wann muss ein ICO registriert werden? Es gibt so viele Fragen, die beantwortet werden müssen, selbst wenn man nur die grundlegenden Definitionen klären möchte."

Angesichts der kurzen Zeit, in der Kryptowährungen und ICOs in die Höhe schossen, hat die SEC gute Arbeit bei der Einarbeitung von Richtlinien für eine moderne Industrie geleistet.

Die SEC ist sich dieser Tatsache bewusst - und vielleicht sind einige von Claytons Kommentaren erwähnenswert. Die Aufsichtsbehörden fordern von Unternehmen, die ICOs planen, ihre Sorgfaltspflicht zu erfüllen. Ansonsten müssen sie sich den Folgen von Verstößen gegen Gesetze stellen, so veraltet sie auch sein mögen:

"Die Botschaft der Kommission an Ausgeber und Marktprofis in diesem Bereich war klar: Diejenigen, die Distributed Ledger Technologie verwenden wollen, um Kapital zu beschaffen oder Wertpapiertransaktionen durchzuführen, müssen angemessene Maßnahmen ergreifen und damit die Einhaltung der Bundeswertpapiergesetze sicherstellen."

ICOs müssen die Eigenschaften ihrer Token sorgfältig betrachten - alle können insgesamt in verschiedene Kategorien fallen.

Die Sache mit den ICOs

2017 war ein wendungsvolles Jahr für Kryptowährungen insgesamt - aber besonders der steigende Erfolg von Bitcoin und Ethereum führte zu einer ganzen Reihe von ICOs. Viele Entwickler mit einer halbherzigen, Blockchain-basierten Idee haben Websites gestartet und aktiv Kapital über ICOs beschaffen wollen.

Zugegebenermaßen wurden viele seriöse ICOs gestartet. Klare und fortschrittliche Lösungen, unterstützt durch die Blockchain-Technologie, ebneten den Weg für neue Innovationen innerhalb der Branche.

Leider mischten sich auch offensichtliche Betrügereien darunter. Einige ICO-Gründer rannten einfach mit dem gesammelten Geld von den Token davon. Andere wiederum, wie der jetzt berüchtigte Bitconnect-Coin, der ein Ponzi-Schema war, starteten erfolgreich, aber haben schließlich versagt und sich Sammelklagen eingefangen.

Man muss dazu sagen, dass Bitconnect in den Monaten vor seiner Schließung auch Unterlassungsanordnungen von der texanischen Wertpapier-Kommission erhalten hat.

Fälle wie diese haben dazu geführt, dass die SEC und die CFTC gegenüber ICOs eine strengere Haltung eingenommen haben.

Die Gremien befassen sich mit den Eigenschaften der ICO-Token. Sie betrachten diese effektiv als Wertpapiere - wie jede öffentlich gehandelte Aktie oder Anleihe. Die meisten ICOs bieten einen Token als Gegenleistung für Fiat-Währung an. Dabei hoffen die Anleger, dass der Blockchain-Service, der gerade entwickelt wird, ihnen eine große Investmentrendite beschert.

Das sagen die Zahlen

Laut Clayton wurden allein in den USA im Jahr 2017 über 3,2 Mrd. Euro durch ICOs gesammelt. Laut der ICO-Statistik-Website Coinschedule wurden 210 ICOs im Jahr 2017 erfolgreich gestartet. Seit Anfang 2018 wurden hingegen 86 ICOs gestartet.

Kryptowährungs-ICO Statistik 2018

Bildquelle: Coinschedule

Kryptowährungs-ICO Statistik 2017

Bildquelle: Coinschedule

Angesichts der Tatsache, dass bereits 81 ICOs bis zum März 2018 gestartet wurden und angenommen, dass diese Zahl für den Rest des Jahres beibehalten wird, könnte die Anzahl der ICOs von letztem Jahr übertroffen werden.

In Anbetracht dieser Tatsache werden neue Richtlinien durch die SEC und der CFTC tiefgreifende Auswirkungen auf das Vertrauen von ICOs und Investoren haben.

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