Binance-Chef Changpeng Zhao hat sich zum sechsjährigen Bestehen seiner Kryptobörse in einem offenen Brief an die Nutzer der Börse gewandt, in dem er die vergangenen Krypto-Winter Revue passieren lässt und die wichtigsten Trends in der Branche aufzeigt.

In dem Brief hebt Zhao einige der Herausforderungen hervor, denen sich das Unternehmen während seiner bisherigen Reise gegenübersah. Der Geschäftsführer erinnert zum Beispiel daran, dass das Unternehmen im Januar 2018 zunächst neue Rekorde bei den Nutzerregistrierungen verzeichnen könnte, worauf jedoch ein beträchtlicher Rücklauf des gesamten Marktes folgte. Dennoch merkt der Binance-Chef an, dass das Team während dieses Bärenmarktes die Wichtigkeit eines „umsichtigen Finanzmanagements“ gelernt hat.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Krypto-Winter des Unternehmens spricht der Binance-CEO über die Investitionen seiner Firma in das zusammengebrochene Krypto-Projekt Terra und die bankrotte Kryptobörse FTX. Zhao zeichnet nach, dass die anfängliche Investition in Höhe von 3 Millionen US-Dollar in Terra (LUNA) zwischenzeitlich auf einen satten Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar angestiegen war, ehe diese im Jahr 2022 auf fast 0 US-Dollar abstürzte. Dahingehend ergänzt er, dass das Unternehmen aus seiner Investition in FTX bereits zu einem frühen Zeitpunkt, mehr als ein Jahr vor dem Zusammenbruch der Handelsplattform, vollständig ausstieg.

Die Vorfälle führten zu einer verstärkten aufsichtsrechtlichen Prüfung der Branche, wobei Binance – nach Auffassung von Zhao – ungerechterweise mit FTX in einen Topf geworfen wurde:

„Danach haben ein paar Aufsichtsbehörden und Medien ziemlich fleißig probiert, Binance und FTX in einen Topf zu werfen. Dazu sage ich nur: Wir sind anders. An der Wall Street ist auch nicht jede Investmentfirma [Bernie] Madoff.“

Allen Schwierigkeiten zum Trotz will der Binance-Chef weiterhin volle Priorität auf die Nutzer seiner Plattform richten und deren Interessen schützen.

Neben einem Rückblick auf die Reise der Kryptobörse im Laufe der Jahre stellt Zhao auch einige Trends vor, die sich derzeit in der Kryptobranche abzeichnen. Nach Ansicht des Geschäftsführers wird der Markteintritt des traditionellen Finanzwesens die Adoption von Kryptowährungen durch Institutionen erleichtern, das Dezentrale Finanzwesen (DeFi) wird derweil rasant wachsen und immer mehr Menschen werden mit DeFi-Produkten interagieren, während auch regulierte Börsen trotz der derzeitigen Unsicherheiten auf dem Markt weiter wachsen werden.

„Es ist absolut klar, dass diejenigen Länder, die ihre Krypto-Regulierung am schnellsten richtig machen, einen großen Wettbewerbsvorteil haben werden, der über Jahrhunderte nachwirken kann. Wir sind an einem entscheidenden Punkt der Geschichte“, wie Zhao abschließend resümiert.