Bitcoin-Entwickler Jimmy Song: Private Blockchains machen "keinen Sinn"

Bitcoin (BTC)-Entwickler Jimmy Song erklärte in einem Interview mit Laura Shin am 26. Juni, dass die Verwendung von Blockchain-Technologie für ein privates, zentralisiertes System, wie ein Unternehmen, "keinen Sinn macht".

Song, der auch ein Risikokapital-Partner bei Blockchain Capital ist, sprach im Podcast Unchained über seine zweijährige Arbeit als Architekt an einer privaten Unternehmens-Blockchain bei Paxos und erklärte, dass er eine private Blockchain "nicht machen konnte":

"Jedes Mal kam ich auf dasselbe Ergebnis. Man hat irgendwo einen zentralen Punkt des Scheiterns und in diesem Fall macht eine Blockchain keinen Sinn. Ich habe mich so sehr bemüht. Ich wollte das schaffen, aber konnte keine Möglichkeit finden, das zu tun, ohne einen großen Teil davon zu zentralisieren. Und da verliert das irgendwie seinen Sinn."

Song erklärte dann den Unterschied zwischen einem föderierten System für Blockchain und erwähnte dabei Blockstream, sowie andere private Unternehmens-Blockchains wie Hyperledger von IBM und Corda. Laut Song gibt es zwei Probleme, die die Funktionalität der Technologie behindern: "Das Orakelproblem und das Regulierungsbehördenproblem."

Song erklärt, wie das "Orakel-Problem" entsteht, wenn man einen realen Vermögenswert an die Blockchain bindet:

"Sobald Sie das tun, verlieren Sie eine Menge Schutz, den Sie erhalten, wenn beispielsweise der Goldbarren im Tresor liegt. Wenn jemand diesen Token stiehlt, wem gehört dann dieser Goldbarren?"

Beim "Regulierungsbehördenproblem" bezieht Song sich auf die Notwendigkeit, dass eine Regulierungsbehörde "direkten Zugang" zu einer Blockchain hat, insbesondere zu einer privaten föderierten Kette.

Song nimmt dann die Hyperledger-Plattform als Beispiel für das Problem der Zentralisierung und erklärt, dass ihr "Bestellservice" eigentlich ein zentraler Punkt ist, der bestimmt, welche Transaktionen zur Blockchain hinzugefügt werden:

"Das ist eigentlich eine sehr mächtige, zentrale Einheit. Sie können die Bestellung bestimmen und das ist für mich ein ziemlich zentraler Punkt des Scheiterns."

Song bringt auch die Ökonomie eines Unternehmens zur Sprache, das Blockchain-Technologie einsetzt und erklärt, dass ein Unternehmen das System zentral steuern müsste, um davon zu profitieren:

"Du musst erklären, warum sie dich bezahlen. Wenn sie nur Software nutzen und du nicht wirklich etwas tust, dann macht es keinen Sinn."

Im Interview erklärte Song die Bedingungen für eine kürzliche Wette mit Ethereum (ETH)-Mitbegründer Joseph Lubin, die sie während der diesjährigen Konsensus-Konferenz abgeschlossen haben. Dabei hat Lubin "egal wie viele Bitcoin" darauf gesetzt, dass Song falsch damit liegt, dass die meisten Blockchain-basierten Projekte in fünf Jahren nicht mehr aktuell sein werden.

Im Februar dieses Jahres kündigte Song eine Initiative zur Aufklärung und Bezahlung von Bitcoin-Entwicklern an.