Sicherheitshinweise: Bitcoin-Diebe sind nicht mehr nur eine Online-Bedrohung

Kryptowährungen sind das Produkt des digitalen Reiches und haben schon immer im Äther existiert. Das bedeutet, dass man nichts physisch halten oder verlieren oder etwas gestohlen werden kann. Die Bedrohung für Bitcoin-Nutzer, dass ihre digitale Währung gestohlen wird, existierte immer online, wodurch sich versierte Investoren offline sicher wähnten.

Nun aber sind die Diebe auf die Idee gekommen, dass es einen Weg gibt, Coins offline zu bekommen. Daher sind sie nun auf der Straße auf Raubzügen. Es wurde eine Reihe von Fällen gemeldet, in denen Bitcoin-Besitzer von Dieben köperlich angegriffen werden und gezwungen werden, große Mengen von digitaler Währung an anonyme Wallets einzuzahlen.

Es scheint, dass selbst die üblichen Sicherheitsmaßnahmen, die online durchgeführt werden, nicht mehr ausreichen. Doch es gibt einige Schritte, die Leute unternehmen können, um nicht Opfer eines persönlichen Bitcoin-Raubs zu werden.

Als Geisel gehalten

Ein solcher kürzlicher, persönlicher Bitcoin-Raub geschah im Januar dieses Jahres im ruhigen Ferienort Phuket in Thailand. Ein russischer Geschäftsmann wurde als Geisel gehalten, bis er sich an seinem Computer anmeldete und umgerechnet rund 81.000 Euro in Bitcoin an seine Angreifer überwies.

Diese Form von Raubüberfallen kommt immer häufiger vor. Doch oft sind die Leuten schuld, die so unklug sind, ihr Bitcoin-Guthaben zu enthüllen. Das ist auch der Fall, wenn es um Online-Sicherheit geht.

Blutergüsse für Angeber

Ein russischer Kryptowährungsinvestor und Blogger, der online als Pavel Nyashin bekannt ist, wurde im Januar 2018 in seinem Haus in der Oblast Leningrad angegriffen und ausgeraubt. Die Angreifer machten sich mit 24 Millionen Rubel (345.000 Euro) davon.

Nyashin wurde gefesselt und geschlagen, während eine Gruppe maskierter Angreifer seinen Besitz stahlen. Doch es war kein digitales Bargeld, mit dem die Räuber davongekommen sind. Sie nahmen seinen Safe, der Fiat-Währung enthielt, und einige "wichtige Dokumente".

Nyashin wurde dank seines Engagement bei Kryptowährungen zum Millionär und machte diese Nachricht öffentlich. Er hat online und bei Treffen mit bekannten Bloggern über sein Vermögen geprahlt.

Diese Prahlerei zog offensichtlich Aufmerksamkeit auf sich. Und trotz all der Maßnahmen, die er ergriffen hatte, um seine Online-Vermögenswerte zu sichern, wurde er offline zum Opfer eines Raubüberfalls.

Status-Problem

Manchmal kann man jedoch nicht verbergen, dass man mit Kryptowährungen zu tun hat. Es geht nicht nur darum, ob man mit seinem Reichtum angibt. Ein hochkarätiger Fall, in dem der Direktor einer Kryptowährungsbörse in Großbritannien verwickelt ist, beweist, dass Diebe an jeder Ecke lauern könnten.

Pavel Lerner, Geschäftsführer der Kryptowährungsbörse EXMO, wurde Ende letzten Jahres in Kiew in der Ukraine entführt, als er sein Büro im Stadtzentrum verließ und in einem schwarzen Mercedes-Benz losfuhr.

Innerhalb von zwei Tagen nach dem Verschwinden von Lerner wurde bekannt, dass Lerner über 800.000 Euro Lösegeld für seine Freiheit an eine bewaffnete Bande gezahlt hatte.

Es wird hässlich

Das wirklich Schlimme an diesen Überfällen ist, dass sie viel persönlicher und eher tatsächliche Angriffe sind. Gehackt zu werden und einen Bitcoin-Account leer vorzufinden ist entsetzlich. Aber in einem Szenario mit einem echten Dieb in der Nacht könnten diese physischen Angriffe mit körperlichen Qualen einhergehen.

In Moskau wurde gegen Ende Februar ein Kryptoinvestor Berichten zufolge angegriffen und verstümmelt, bevor ihm Bitcoin im Wert von umgerechnet 800.000 Euro gestohlen wurden.

Räuber hielten den Mann auf und verlangten, dass er seinen Besitz überweist. Als er sich weigerte, "verstümmelten sie sein Gesicht mit einem Messer", bevor er sein Vermögen von etwa 100 BTC herausrückte.

Eine wachsender Trend

Alle diese Angriffe sind erst kürzlich geschehen, da der Trend, dass Räuber Menschen physisch angreifen, weiter zunimmt. Bitcoin-Millionäre haben es in der Regel alleine geschafft und sind nicht auf der selben Stufe wie diejenigen, die Reichtum auf traditionelle Weise angesammelt haben.

Bitcoin-Millionäre laufen immer noch wie gewöhnliche Menschen herum und sind daher ein wirklich leichtes Ziel für diejenigen, die wissen, was sie online haben. Online-Attacken werden immer schwieriger, da die Leute die Maßnahmen immer weiter verbessern. Aber einige Vorsichtsmaßnahmen müssen auch offline ergriffen werden.

Wie man auf der Straße sicher ist

Es gibt einige grundlegende Dinge, die man tun kann, um sicher zu sein, sowohl online als auch offline. Viele kennen die Handelstricks, wenn es darum geht, ihr Vermögen zu sichern. Aber Kryptowährungen scheinen so sicher zu sein, dass die Leute die übliche Wachsamkeit nicht walten lassen.

Das erste, was zu empfehlen ist, bezieht sich auf die Technik - eine Multisignature-Wallet erstellen. Wallets, die eine Bestätigung von mehreren Adressen benötigen, um eine Transaktionserlaubnis zu erteilen, ermöglichen es, die Kontrollschlüssel auf verschiedene Bankfächer, Banken, Safes und andere Orte zu verteilen. Selbst wenn also ein Schlüssel kompromittiert wird, haben Sie immer noch die Kontrolle über Ihr Geld.

Dennoch ist die einfachste Art, Ihr Krypto-Vermögen zu sichern, nicht damit zu prahlen. Denn wenn man das tut, macht man sich einfach selbst zur Zielscheibe. Man sollte davon absehen, Informationen über das eigene Vermögen oder die Kontrolladressen herauszugeben.

Krypto-Investoren sollten Vorsicht walten lassen. Max Niebylski, CEO von Gladius, einem Blockchain-betriebenen Cyberschutznetzwerk, sagte zusammenfassend gegenüber Cointelegraph:

"Nur weil diese Informationen auf der Blockchain öffentlich sind, bedeutet das nicht, dass man damit angeben muss, wie viel Krypto man hat oder die Adressen für die privaten Krypto-Ersparnisse weitergeben muss."

"Seine Kryptowährungen zu halten ist etwas, mit dem jeder vertraut sein sollte. Wenn es darum geht, sich um Tausende von Dollar zu kümmern - oder sogar um ein Vielfaches mehr - sollten man es genauso vorsichtig behandeln wie andere hochsensible Informationen."

Nehmen Sie sich in Acht!

Wie der Fall von Pavel Lerner zeigt, eilt einem der Ruf manchmal natürlich voraus und schon hat man eine Zielscheibe auf dem Rücken, egal wie reserviert und ruhig man ist.

Es ist aber auch ratsam, daran zu denken, dass Ihr Leben und Ihre körperliche Sicherheit wichtiger sind als digitales Geld, wenn Sie Kriminellen gegenüberstehen. Seien Sie kein Held und verlieren Sie Ihr Leben statt des Geldes - denn Geld ist ersetzbar, aber Ihr Leben nicht.

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