Weltbank-Expertin: „Blockchain-Hype kann nicht mit der Realität mithalten“

Die Weltbank ist zum jüngsten Kritiker der Blockchain-Technologie geworden und zweifelt an deren Nützlichkeit bei der Verwaltung von Grundbesitz. Dies berichtet Reuters am 27. März.

Im Rahmen der 20igsten jährlichen Konferenz zum Thema Landbesitz und Armut, die diese Woche in Washington stattgefunden hat, warnte Aanchal Anand, ihres Zeichens Spezialistin für globale Landverteilung bei der Weltbank, vor dem derzeitigen „Blockchain-Hype“ in dem Sektor.

„Technologie kann toll und vielversprechend erscheinen, als ob sie ein Allheilmittel für unsere Probleme ist…, aber ein Big Mac sieht in Wahrheit auch nie so gut aus wie auf dem Werbeplakat“, so Anand laut Reuters. Dazu fügt sie an:

„Manchmal lassen wir uns von beeindruckenden Dingen blenden, obwohl auch ganz einfache Technologie zu den gleichen Ergebnissen führt.“

„Blockchain wird momentan als eine Art Wundermittel gehandelt, die den Regenwald retten und den Welthunger bekämpfen kann, aber das entspricht nicht der Realität“, wie Tim Robustelli vom amerikanischen Thinktank New America die Position der Weltbank-Expertin unterstreicht. Dahingehend erklärt er:

„Auch Blockchain kann unvollständige und minderwertige Datensätze nicht ausmerzen.“

Die Immobilienbranche ist eigentlich eine der wichtigsten Branchen für die Blockchain als Innovationskraft gesehen wird.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, gibt es derzeit auch schon einige Fälle, in denen die Technologie eingesetzt wird. So führt der amerikanische Bundesstaat Wyoming zum Beispiel ein Pilotprojekt durch, bei dem Blockchain zur Grundstücksverwaltung genutzt wird.

Viele Experten sehen Blockchain jedoch als Wunschtraum, da der tatsächliche Nutzen der Technologie bisher noch begrenzt und schwierig abzuschöpfen ist.

Auch die Bank of America hatte diese Woche Kritik an der Technologie geübt, obwohl die Bank das Finanzinstitut mit den meisten Blockchain-Patenten ist.

So beschrieb die Technische Direktorin der BoA ihre persönliche Haltung gegenüber CNBC mit den Worten: „Alle großen Technologie-Unternehmen sagen nur noch Blockchain, Blockchain, Blockchain. Ich antworte dann: ‚Zeigt mir erst mal den Anwendungsfall, dann sehe ich, was ich für euch tun kann.‘“