Top-Managerin der Bank of America: „Ich bin nicht von Blockchain überzeugt“

Eine Top-Managerin der Bank of America (BoA) ist nicht von der Blockchain-Technologie überzeugt, obwohl die Bank mehr Blockchain-Patente hält als jedes andere Finanzinstitut. CNBC berichtet am 26. März von den entsprechenden Äußerungen.

Im Interview mit dem Nachrichtensender gab Catherine Bessant, die Technische Direktorin der BoA, an, dass ihre Bank zwar ein großer Befürworter der Technologie sei, dass ihre persönliche Ansicht allerdings eher konträr dazu ist.

„Ich bin zwar offenherzig und neugierig“, wie sie zunächst erklärt, aber „auf meiner eigenen Punktetafel, in meinem stillen Kämmerlein, bin ich insgesamt eher negativ dazu eingestellt“.

Die Bank of America hält derzeit mehr als 80 Blockchain-Patente, womit sie die vier großen Wirtschaftsberatungen sowie die meisten Wall Street Unternehmen deutlich hinter sich lässt.

Angesprochen auf den Grund für das starke Blockchain-Engagement ihrer Bank, wiederholt Bessant ihre vorherigen Äußerungen aus dem Jahr 2016. Damals wie heute argumentiert sie, dass es zwingend notwendig wäre, darauf vorbereitet zu sein, falls Blockchain großflächigen Anklang innerhalb von Gesellschaft und Wirtschaft findet.

In der momentanen Ausprägung der Technologie sieht Bessant dahingehend allerdings wenig Hoffnung.

„Ich habe noch nicht einen Anwendungsfall gesehen, in dem die Technologie über kleinere Transaktionen hinaus skalierbar ist.“ Und weiter führt sie aus:

„Alle großen Technologie-Unternehmen sagen nur noch Blockchain, Blockchain, Blockchain. Ich antworte dann: ‚Zeigt mir erst mal den Anwendungsfall, dann sehe ich, was ich für euch tun kann.‘“

Mit dieser Einstellung würde die Bank of America gegensätzlich zu ihrer Konkurrenz stehen, denn JPMorgan hat zum Beispiel diesen Monat einen eigenen Blockchain-Token herausgebracht, der zunächst zwar nur für interne Zahlungsabwicklungen genutzt wird, aber später auch in anderen Anwendungsgebieten nutzbar sein soll.

Bessant meint jedoch, dass das JPMorgan Projekt erst noch seine Sinnhaftigkeit nachweisen müsste.

„Ich bin gespannt, wie sehr der JPM Coin im nächsten Jahr noch genutzt wird“, wie sie anfügt.

Cointelegraph hatte zuletzt berichtet, dass die positive Stimmung gegenüber der Blockchain-Technologie im letzten Jahr insgesamt abgenommen hat. Viele Experten zweifeln mittlerweile, ob das Potenzial der Technologie dem Hype gerecht werden kann, den diese ursprünglich ausgelöst hatte.