Niederländisches Ministerium veröffentlicht nationale Blockchain-Forschungsagenda

Rob van Gijzel, Botschafter der niederländischen Blockchain Coalition, präsentierte am 8. Mai im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klimapolitik eine nationale Blockchain-Forschungsagenda. Das Ministerium rief eine Spezialeinheit namens "TopTeam ICT" ins Leben, die mit der Erforschung der Weiterentwicklung von Blockchain in Bezug auf Technologie, rechtliche Fragen, wirtschaftliche Auswirkungen und Ethik beauftragt war.

Die Forschungsagenda nennt die drei Schlüsselbereiche in Form von Gestaltungsvorgaben, auf die sie sich konzentrieren will. Damit soll Blockchain landesweit "mit positivem gesellschaftlichem Potenzial" angenommen werden.

Der erste Teil behandelt die Frage nach dem Vertrauen: erstens in die rechtlichen und sozialen Institutionen, die den Übergang zur Blockchain regeln und sogar von ihr "ersetzt" werden könnten; Vertrauen von Einzelpersonen in die Richtigkeit und Sicherheit von Informationen auf der Blockchain; und Vertrauen in die technologische Zuverlässigkeit des Ledgers, sowie korrekte Smart-Contracts.

Der zweite Bereich befasst sich mit Nachhaltigkeit. Dadurch steigt die Notwendigkeit einer "technoökonomischen" Analyse der Stromverbrauchskosten, der Skalierbarkeit und der Widerstandsfähigkeit gegen Machtkonzentration oder feindliche Übernahmen.

Schließlich umreist die Agenda die Governance der Blockchain im Hinblick auf die Verwaltung der technologischen Entwicklung und die Entstehung von Blockchain-Infrastrukturen und -Diensten. Interessanterweise kommen darin auch Fragen zu den Bestimmungen zum "Schutz der Privatsphäre (einschließlich des Rechts auf Vergessenwerden) und des (selbstsouveränen) Identitätsmanagements" vor, die offenbar von der EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) geprägt sind, die am 25. Mai in Kraft trat.

Die Blockchain-Technologie hat Fortschritte bei nationalen Regierungen gemacht, wobei ein britischer Abgeordneter im April die Frage in den Raum warf, welche Rolle die Nationalstaaten bei der Festlegung von Rahmenbedingungen für die dezentralisierten, grenzüberschreitenden Systeme, die Blockchains ermöglichen, haben. Heute, am 10. März, wurde in China über die Pläne der Regierung berichtet, "Blockchain-Standards" einzuführen, um die landesweite Entwicklung der Blockchain-Industrie bis Ende 2019 voranzutreiben.