ETH Studie: Bitcoin ist überbewertet, der Wert schrumpft um weitere 35 Prozent

Der Bitcoin ist massiv überbewertet, die momentane Marktkapitalisierung von Bitcoin ist verglichen mit der Nutzeranzahl und -intensität zu hoch. Zu diesem Ergebnis kommen Spencer Wheatley und Didier Sornette, Professoren für unternehmerische Risiken an der ETH Zürich, in ihrer Studie “Are Bitcoin Bubbles Predictable?”

Die Blase platzt laut Wheatley und Sornette aufgrund von rückläufigem Interesse an Kryptowährungen. So sagen Schweizer Forscher die künftige Entwicklung des Bitcoin-Kurses mit Hilfe des Metcalfe-Gesetzes vorher, laut dem der Nutzen eines Kommunikationssystems proportional zum Quadrat der Anzahl der Teilnehmer wächst.

Laut der Methodik der Studie dürfte die Marktkapitalisierung von Bitcoin zum Jahresende im besten Fall ungefähr 77 Milliarden US-Dollar betragen. Vergleicht man dies mit der momentanen Marktkapitalisierung von beinahe 118 Milliarden US-Dollar wäre laut den Autoren in den verbleibenden Monaten des Jahres ein Rückgang der Marktkapitalisierung von circa 41 Milliarden US-Dollar, was beinahe 35 Prozent entspricht, zu erwarten.

Die von den Schweizer Forschern festgestellte “erhebliche, aber beispiellose Überbewertung des Bitcoin-Kurses” deutet auf eine über mehrere Monate anhaltende Seitwärtsbewegung des Bitcoin-Preises hin. Laut Wheatley und Sonnett kann man die Ergebnisse durch die Annahme begründen, dass das Interesse an Bitcoin nachlässt und in Folge dessen immer weniger Menschen die Digitalwährung nutzen oder in sie investieren, wie finanzen.net in einem Artikel vom 11. April erläutert.

Laut dem mathematischen Modell Log-Periodic Law Singularity, das zur Bewertung spekulativer Blasen dient, gab es bereits vier Mal einen Blasenzustand bei Bitcoin. Der erste große Sturz ereignete sich 2011. Damals wurde die bekannte Bitcoin-Börse Mt. Gox gehackt. 2012 kam es zu einem Absturz, weil das betrügerische Schneeballsystem von Bitcoin Savings & Trust bekannt wurde, 2013 weil das starke Handelsaufkommen die Börse Mt. Gox zum Einsturz brachte und der Wert innerhalb von zwei Tagen um 50 Prozent schrumpfte. Der letzte Fall einer Blase ist auf den Höhepunkt des Bitcoin-Hypes im Dezember 2017 zurückzuführen. Zu diesem Zeitpunkt drohten die südkoreanischen Aufsichtsbehörden den Handel mit Kryptowährungen einzustellen. Auf solche Blasen folgen meist massive Kursrückgänge.