Smart-Contract-Sprache: Ethereum Foundation finanziert Forschung an der Columbia und Yale

Die Ethereum Foundation hat Forschern der Universitäten Columbia und Yale Fördergelder für die Erarbeitung einer neuen Programmiersprache für Smart Contracts auf der Ethereum Virtual Machine (EVM) gewährt. Das wurde in einer Pressemitteilung am 6. März bekannt gegeben, die mit Cointelegraph geteilt wurde.

Das Fördergeld geht an ein Smart Contract Forschungs- und Entwicklungsprojekt namens DeepSea, das von Professor Ronghui Gu, einem Informatik-Assistenzprofessor an der Columbia, in Zusammenarbeit mit Forschern von der Yale geleitet wird. Gu ist auch der Mitbegründer der Blockchain-Sicherheitsfirma CertiK, die auch einer der Teilnehmer an dem Projekt ist, das in einer Finanzierungsrunde unter der Leitung von Binance Labs im vergangenen Oktober "mehrere Millionen" aufgebracht habe.

Das jüngste Fördergeld wurde im Rahmen der fünften Finanzierungswelle der Stiftung gewährt. Unter der Schirmherrschaft des Ethereum Foundation Grants Program  sollen damit Initiativen zur Skalierung von Ethereum 2.0 und Layer 2 gefördert werden.

DeepSea ist nach einer neuen Smart-Contract-Programmiersprache benannt, die ursprünglich im Forschungslabor von Professor Shao, dem Abteilungsleiter für Computer-Wissenschaft an der Yale und ebenfalls Mitbegründer von CertiK, entwickelt wurde.

Die Sprache sei ursprünglich für die Implementierung von Systemsoftware entwickelt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Die hohen Risiken im Zusammenhang mit Smart Contract-Schwachstellen hätten allerdings nochmal einen neuen Anstoß dazu gegeben, die "Schutzfunktionen" von DeepSea auf diesen Bereich auszudehnen. Professor Gu erklärte dazu:

"Da Smart Contracts sich selbst ausführen und dauerhaft aktiv sind, ist es entscheidend, dass diese Verträge genau so funktionieren, wie es auch beabsichtigt ist. Die Sprache DeepSEA ermöglicht es den Entwicklern, Sicherheitsmaßnahmen hinzuzufügen, um sicherzustellen, dass der Code genau seinen Anforderungen entspricht, indem die formale Verifizierung verwendet wird."

Bei der der formalen Verifizierung handelt es sich um "den Prozess der Nutzung mathematischer Beweise zur Überprüfung der Richtigkeit der Code-Implementierung" und wurde Berichten zufolge zunächst im Mars Rover der NASA und anderen Hardwaresystemen implementiert, die in der Pressemitteilung als "missionskritisch" bezeichnet wurden.

Der Prozess soll nun für den Einsatz in Softwaresystemen, wie bei der Prüfung von Smart Contracts und Blockchain-Protokollen durch CertiK, ausgeweitet werden und kann dann genutzt werden, um potenzielle Bugs beim Kompilieren von DeepSea in das EVM zu verhindern.
Wie im Dezember berichtet wurde, hat das Open-Source-Blockchain-Projekt Qtum zuvor dem Labor von Professor Gu einen Zuschuss in Höhe von umgerechnet rund 356.000 Euro gewährt, um die Entwicklung von DeepSea zu finanzieren.