Ethereum (ETH) wurde in der vergangenen Woche innerhalb einer engen Spanne von 4 % gehandelt, was Krypto-Trader dazu veranlasste, sich zu fragen, ob der Support bei 2.900 US-Dollar halten wird. Wiederholte Versuche, die 3.000 US-Dollar-Marke zu durchbrechen, scheiterten, was mit einem Rückgang der Ethereum-Netzwerkgebühren und einer gedämpften Nachfrage nach Ethereum-ETFs einherging.
Diese mangelnde Überzeugung zeigt sich auch auf den ETH-Derivatemärkten, was die Anleger dazu veranlasst, neu zu bewerten, ob eine nachhaltige Erholung in naher Zukunft noch möglich ist.

Die Monats-Futures wurden am Dienstag mit einer Prämie von 3 % gegenüber den Spotmärkten gehandelt, was auf eine extrem geringe Nachfrage nach bullischen Hebelpositionen hindeutet.
Unter neutralen Bedingungen liegt diese Prämie in der Regel über 5 %, um die längere Abwicklungsfrist auszugleichen, aber in den letzten Wochen blieb sie unter diesem Schwellenwert.
Ethereum: Gebühreneinnahmen rückläufig
Ein Teil der schwachen Anlegerstimmung lässt sich durch sinkende Ethereum-Netzwerkgebühren erklären, weshalb Trader eine geringere Nachfrage nach ETH erwarten.
Noch wichtiger ist, dass die Nachfrage nach konkurrierenden Blockchains, die sich auf dezentrale Anwendungen (DApps) konzentrieren, stabil geblieben ist, was Investoren dazu veranlasst, sich zu fragen, warum das Ethereum-Netzwerk hinterherhinkt.

Die Gebühren im Ethereum-Netzwerk sind gegenüber ihrem Ausgangswert um 26 % gesunken, obwohl die Anzahl der Transaktionen im gleichen Zeitraum um 10 % gestiegen ist. Auf den ersten Blick hat die Aktivität im Ethereum-Netzwerk nicht nachgelassen. Ein wesentlicher Teil der Kursprognose für ETH hängt jedoch von der tatsächlichen Nachfrage nach Blockchain-Verarbeitungsleistung ab.
Im Vergleich dazu blieben die Transaktionen auf der BNB Chain und Solana im gleichen Zeitraum von sieben Tagen weitgehend unverändert. Um festzustellen, ob die Nachfrage nach Ethereum weiterhin stabil ist, muss die effektive Nutzung von DApps im Netzwerk bewertet werden.

Die von Ethereum-DApps generierten Gebühren sind in den letzten vier Wochen relativ stabil geblieben, liegen jedoch deutlich unter dem im Oktober verzeichneten Höchststand von 140 Millionen US-Dollar. Die Daten zeigen, dass die Aktivität im Ethereum-Netzwerk stagniert, aber keineswegs zusammenbricht.
Der Mangel an Optimismus hinsichtlich der kurzfristigen Dynamik von ETH zeigt sich auch im Verkaufsdruck auf Ethereum-ETFs. Diese Kennzahl steht in der Regel in Zusammenhang mit der institutionellen Nachfrage, zumal diese Instrumente Zuflüsse in Höhe von fast 17 Milliarden US-Dollar verzeichneten.
Der iShares Ethereum Trust ETF (ETHA US) von BlackRock führt die Gruppe mit einem verwalteten Vermögen von 10,2 Milliarden US-Dollar an.

Die täglichen Nettoabflüsse in Höhe von 307 Millionen US-Dollar aus Ethereum-ETFs seit dem 17. Dezember sind zwar mit weniger als 3 % der Gesamtvermögenswerte nicht wesentlich, doch die mangelnde Nachfrage belastet weiterhin die Stimmung der Anleger. Selbst professionelle Händler könnten nach zwei Wochen, in denen ETH wiederholt daran gescheitert ist, sich über der 3.000 US-Dollar-Marke zu halten, skeptisch werden.
Darüber hinaus ist es schwierig, die schwache Performance von Ether von den allgemeinen Risikobedenken im Zusammenhang mit einer globalen Konjunkturkrise zu trennen.
Da die Regierungen mit einer angespannteren Haushaltslage konfrontiert sind, haben die Zentralbanken weniger Spielraum für Zinssenkungen, was das Rezessionsrisiko erhöht. Infolgedessen dürften Anleger gegenüber dem Kryptomarkt weiterhin vorsichtig bleiben, bis mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Aussichten herrscht.
Die schwache Nachfrage nach bullischen ETH-Hebelpositionen und Ethereum-ETFs ist allerdings keine Katastrophe, denn eine nachhaltige Erholung hängt wahrscheinlich eher von einer stärkeren Aktivität im Ethereum-Netzwerk und einer steigenden Nachfrage nach DApps ab.

