Das Restaking bei Ethereum könnte das "Fundament" für eine breite Palette neuer dezentraler Anwendungen auf der Blockchain bilden, aber es könnte auch einige neue versteckte Risiken mit sich bringen, wie Coinbase glaubt.

In einem Forschungsbericht vom 2. April wiesen die Coinbase-Analysten David Han und David Duong auf mehrere Risiken beim Restaking und der Ausgabe sogenannter Liquid Restaking Token (LRTs) hin.

Das Ethereum-Restaking-Protokoll Eigenlayer ermöglicht es Nutzern, zusätzliche Belohnungen in Form von LRTs zu verdienen, indem sie sich durch das Staken von Derivat-Token aktiv validierte Dienste (AVS) sichern, die an diejenigen vergeben werden, die bereits Ether über Liquid Staking-Protokolle wie Lido (LDO) gestakt haben.

Wenn das Eigenlayer-Protokoll zum ersten Mal eingeführt wird sollte der Restaking-Prozess laut den Analysten "ziemlich unkompliziert" sein, aber eine Besonderheit von EigenLayer ist, dass gestakte Token, die für ein AVS reserviert wurden, wieder bei einem anderen AVS gestakt werden können.

"Das kann zwar die Erträge steigern, aber auch die Risiken erhöhen", so die Analysten. Denn die gleichen Mittel werden dabei ähnlichen Validierern zugewiesen, um die Rendite zu steigern.

Zweitens bedeutet das Hinzufügen von LRTs, dass sich die Geldgeber auf risikoreichere Anbieter mit den höchsten Renditen konzentrieren könnten.

"LRTs könnten daher einen Anreiz haben, ihre Renditen zu maximieren, um Marktanteile zu gewinnen, aber das könnte mit höheren (wenn auch versteckten) Risiken einhergehen", wie es weiter hieß.

Die Analysten warnten auch davor, dass LRT-Anbieter und dezentrale autonome Organisationen (DAOs) einen Anreiz hätten, "mehrfach maximal zu restaken, um wettbewerbsfähig zu bleiben."

Trotz der Risiken, so die Analysten, scheint das Restaking-Protokoll von EigenLayer "die Grundlage für eine breite Palette neuer Dienste und Middleware auf Ethereum zu werden, was wiederum eine gute Quelle für ETH-Belohnungen für Validierer in der Zukunft sein könnte".

Han und Duong sagten auch voraus, dass es trotz der langfristig weiter wachsenden Menge an restakten ETH einen angemessenen kurzfristigen Rückgang des TVL von Eigenlayer geben könnte, wenn das Point Farming zu Ende geht oder wenn die frühen AVS-Belohnungen unter den Erwartungen liegen.

Am 6. März überholte Eigenlayer den Lending-Riesen Aave und wurde zum zweitgrößten DeFi-Protokoll mit einem Gesamtwert von 11,5 Milliarden US-Dollar, wie aus Daten von DefiLlama hervorgeht. Auf dem ersten Platz lieg das Ethereum Liquid Staking-Protokoll Lido.

Eigenlayer hält nun 11,5 Milliarden US-Dollar im Hinblick auf den TVL. Quelle: DeFiLlama

Die Begeisterung des Marktes für das Restaking wurde bereits kontrovers diskutiert und Ethereum-Entwickler warnen davor, dass es eine besorgniserregende Hebelwirkung erzeugen könnte.

Die Befürworter des Restakings sagen hingegen, dass es denjenigen, die ihre ETH bereits gestakt haben, weitere Belohnungen einbringe.

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