Vitalik Buterin: Falsche Anwendung von Blockchain-Tech ist "Zeitverschwendung"

Der Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin sagte, dass eine falsche Anwendung der Blockchain-Technologie in einigen Branchen "Zeitverschwendung" sein könne. Das geht aus einem Interview mit der Wirtschaftszeitschrift Quartz vom 26. November hervor.

Auf der Devcon4-Blockchain-Konferenz sagte der Ethereum-Mitbegründer, dass es zwar eine Reihe von Unternehmen gebe, die versuchen, durch den Einsatz von Blockchain-Technologie höhere Standards zu setzen, aber er glaube nicht, dass die Technologie in jeder Branche einsetzbar ist:

"Manchmal geht es nur um den Marketinghype. Manchmal sind es nur Menschen, die wirklich begeistert sind von Blockchain und die das, was sie persönlich begeistert, und ihre Arbeit mehr aufeinander abstimmen. Das ist auch eine völlig legitime und menschliche Sache, wenn sie das tun wollen".

Buterin nannte Kryptowährungen und grenzüberschreitende Zahlungen als die Branchen, für die Blockchain-Technologie am besten geeignet sei. "Alle anderen Ideen - ob es sich nun um Produkte oder Dinge in Bezug auf eine selbstsouveräne Identität handelt - sind eindeutig Dinge, die noch viel mehr Zeit brauchen und ausgearbeitet werden müssen, bevor wir sehen können, ob sie in einem größeren Maßstab Sinn machen", fügte Buterin hinzu.

"Blockchains sind definitiv keine 100-prozentige Garantie, besonders in der realen Welt", sagte er. Buterin kritisierte auch die besitzergreifende Art von Unternehmens-Blockchain-Projekten von Technologieriesen, wie etwa IBM:

"Ich habe darüber keine tiefgehende Kenntnis. Aber was mir auffällt ist, dass sie sagen: "Hey, wir besitzen alle IPs und das ist im Grunde genommen unsere Plattform und Sie kommen jetzt auf diese. Und das ist absolut nicht das, worum es geht..."

Buterin erwähnte außerdem auch die IBM-Blockchain für die Nachverfolgung von Lebensmitteln. Diese soll die Herkunft der Produkte bestätigen. Er erklärte dazu, dass er zwar einen potenziellen Wert in diesem Projekt sehe, aber er sei sich nicht sicher, ob das Unternehmen in der Lage sei, dieses Projekt durchzuführen.

Was nichtfinanzielle Anwendungen betrifft, sagte Buterin, dass ihm die Idee der Authentifizierung von Universitätsabschlüssen gefällt, die in Singapur umgesetzt wird. Die Technologie soll es Institutionen ermöglichen, Bildungszertifikate digital in einer Blockchain auszugeben.

Anfang November hatte das Bildungsministerium von Malaysia die Gründung eines Universitätskonsortiums zur Bekämpfung von Betrug mit Universitätsabschlüssen mittels Blockchain-Technologie angekündigt. Das System soll Hochschulabschlüsse ausstellen und deren Authentizität überprüfen. Das Konsortium selbst will die "Ausbildung von Fähigkeiten fördern" sowie die Technologie von Studenten und Akademikern entwickeln und übernehmen.