Wir leben in einer Zeit, in der digitales Geld der nächsten Generation aufkommt. Letztlich braucht Welt eine saubere Bilanz und einen Vermögenswert, der ein erhebliches Wertsteigerungspotential hat, um mehr Kredite mit ihm abwickeln zu können. Stablecoins, die an den Euro gekoppelt sind, können dazu beitragen, den Krypto-Kredite-Sektor anzukurbeln, weil sie neue Möglichkeiten bieten würden, sowohl digitale Vermögenswerte als auch Fiatwährungen zu nutzen.
Krypto-Kredite funktionieren ähnlich wie die traditionelle Kredite. Der Hauptunterschied besteht darin, dass Kredite auf dezentralen Plattformen ausgegeben werden, die Kryptowährungen über Smart Contracts auf öffentlichen Blockchins halten.
Der aufstrebende, dezentralisierte Finanzsektor wächst. Mit 452 Mio. US-Dollar - eine Steigerung um 200 Prozent m Vergleich zum Vorjahr - die in Smart Contracts gehalten werden, hat die Branche die Möglichkeit, noch stärker akzeptiert zu werden.
Reibungspunkte noch vorhanden? Bei den meisten Krypto-Krediten entstehen hohe Verluste beim Tausch zwischen Krypto- und Fiatwährungen.
Aufstiegspotenzial
Ein Stablecoin, der an den Euto gekoppelt ist, kann einen viel größeren Wert für ein Krypto-Finanzsystem bieten. Um aber zu verstehen, wie es dazu kommt, ist es wichtig, zuerst die Rolle zu betrachten, die Europa und der Euro im globalen Finanzsystem spielen.
Die globalen Schuldenmärkte beuten die Vermögenswerte, aus denen sie stammen, zu stark aus. Die weltweit größten Anlageklassen sind der globale Aktienmarkt mit einem Wert von 85 Bio. US-Dollar und der Markt für Wohnimmobilien, der 217 Bio. US-Dollar wert ist. Dennoch liegt die globale Verschuldung bei 244 Bio. US-Dollar. Damit wiederum liegt das Verhältnis von Schulden zu Vermögenswerten bei 80 Prozent. Das zeigt, dass die Weltbilanz praktisch von der Hebelwirkung lebt.
Im Vergleich dazu beläuft sich der Kryptowährungsmarkt auf etwa 200 Mrd. US-Dollar in Vermögenswerten mit einem Verschuldungsgrad von 2 Prozent. Das deutet auf ein massives Aufwärtspotential für eine Krypto-Kreditbranche hin. Dabei muss nicht unbedingt die gleiche Diskrepanz zwischen Verschuldung und Vermögenswerten in der Bilanz aufkommen, wie in der traditionellen Kreditvergabe. Da die Kryptokreditbranche stark auf eine Überbesicherung angewiesen ist, können Kreditgeber nur für einen Bruchteil der besicherten Vermögenswerte Schulden emittieren.
Euro-Stablecoin: eine lebensfähige Option für Krypto-Kredite
Solange der Kryptokreditsektor langfristig nicht überlegt Ansatz handelt, um die Kursvolatilität zwischen dem Wert von Fiat- und Kryptowährungen zu minimieren, sind Kreditgeber und Kreditnehmer erheblichen Risiken ausgesetzt.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Smart Contracts, die hinter den Kryptokrediten stehen, selbstausführende Programmierzeilen sind. Die Sicherung eines Kredits würde die Versendung von Kryptowährungen an ein Smart Contract-Treuhandkonto auf der Blockchain umfassen, das die Sicherheit erst dann freigibt, wenn die Schuld beglichen ist.
Das bedeutet, dass Wertverschiebungen einer Kryptowährung im Verhältnis zum Wert einer Fiatwährung den Smart Contract auslösen und einen Kredit liquidieren könnten.
Theoretisch wären Stablecoins die am besten geeignete Lösung, da sie an den Wert von bestehenden Fiatwährungen gekoppelt sind. Betrachtet man jedoch die an den US-Dollar gebundenen Stablecoins, wird schnell klar, dass sie eine eingeschränkte Lösung sind, die nur einen Binnenmarkt bedient. Da andere Stablecoins weiterhin auftauchen, wird der Marktanteil der an den Dollar gekoppelten Stablecoins zwangsläufig wieder sinken.
Der beste Kandidat für eine Alternative zu an den Dollar gekoppelten Stablecoins ist ein an den Euro gekoppelter. Das hat viele Gründe.
Betrachtet man die Stabilität der traditionellen Märkte, so hat die Eurozone eine starke Wirtschaft, die von der Bevölkerungszahl, dem BIP und dem weltweiten Handel her mit den USA vergleichbar ist. Die Leistungsbilanz ist mit 1,18 Prozent des BIP positiv. Im Vergleich dazu hat die -2,40 Prozent des BIP und das Haushaltsdefizit Europas ist sieben Mal niedriger als in den USA. Insgesamt wirkt der Euro gegenüber dem Dollar als Basiswert sowohl für Stablecoins als auch für Kryptokredite stabiler.
Auch die Anzahl der Leute, die in der EU mit Kryptowährungen zu tun haben, ist mit den USA vergleichbar: 9 Prozent der Europäer besitzen Krypto (67 Millionen Menschen) im Vergleich zu 8 Prozent der Amerikaner (26 Millionen Menschen), wie es laut CCN heißt. Dennoch sind die Besitzer gezwungen, beim Verkauf von Kryptowährungen in Dollar abzurechnen. Das ist teurer und bringt erhebliche Risiken, die mit Devisen einhergehen, mit sich. Der EU-Markt ist derzeit völlig unterbesetzt und wächst von einer niedrigen Basis aus. Auch Nicht-US-Bürger müssen sich beim Besitz von Dollar an die US-Vorschriften halten, auch wenn das nur vorübergehend ist. Stablecoins, die an den Euro gekoppelt sind, stellen die wichtigste Währung der Krypto-Besitzer in Europa dar und mindern als solche alle Risiken und Ineffizienzen im Zusammenhang mit dem US-Dollar.
Schließlich hat der Euro einen sehr großen Vorteil für Kreditnehmer, die Krypto halten: Nämlich die negative Zinsrendite. Bislang gibt es keine Krypto-Kreditplattformen, die diesen Vorteil zu nutzen wissen. Bei richtiger Anwendung kann sie die aktuellen Kryptokreditzinsen um mindestens 3 Prozent senken und dennoch eine attraktive, an den Euro gekoppelte Einlagenrendite bieten, da letztere mit 0,0-0,3 Prozent pro Jahr praktisch nicht vorhanden ist.
Kapitalisierung von Krypto-Krediten mit Hebelwirkung
Überraschend ist, dass Finanzinstitute bis heute nicht in der Lage sind, Fiatwährung gegen Kryptowährung zu verleihen. Das ist ein großer Chancenverlust, wenn man die wachsende Krypto-Anlageklasse betrachtet.
Um die Möglichkeiten rund um die Kryptokreditvergabe mit einem an den Euro gekoppelten Stablecoin zu nutzen, müsste eine Plattform die notwendige Infrastruktur berücksichtigen, um erfolgreich zu sein. Dazu gehören On- und Off-Ramps oder sofortige Fiatabwicklungen sowie eine bereits etablierter und eingeführter an Euro-Stablecoin mit beträchtlicher Liquidität.
Es ist auch wichtig, dass ein Emittent Geschäftspartner hat, die einen Euro-Stablecoin akzeptieren können. Beispielsweise würde eine Verbindung mit Auszahlungsstellen, Visa oder Mastercard es den Nutzern ermöglichen, im Alltag sofort Bargeld zu nutzen oder abzuheben. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der bei der Verwaltung von Bilanzen zwischen dezentralen Finanzanwendungen und traditionellen Institutionen hilft, sind Projekte für Unternehmensabwicklung.
Aber was ist mit der Kursvolatilität? Bis zu einem gewissen Grad kann eine Volatilität, die den realen Märkten entspricht, ein echtes Plus für eine Krypto-Krediteplattform sein, die bei Liquidationen kapitalisiert werden kann.
Als Fiat-Derivat könnten Euro-Stablecoins eine Währung wirklich grenzenlos und globaler denn je machen. Privatpersonen auf der ganzen Welt könnten die Vorteile des Euro, die bisher weitgehend auf Leute in Europa beschränkt waren, kennenlernen und synthetisch nutzen.
Es sollte auch noch einmal betont werden, dass der Kryptohandel nicht auf Märkte und Zeitzonen eingeschränkt ist. Anleihen werden nicht immer jeden Tag gehandelt und Aktien werden nicht am Wochenende oder in der Nacht gehandelt. Im Vergleich dazu können bei illiquiden Vermögenswerten wie Immobilien, die typischerweise nur alle ein bis fünf Jahre gehandelt werden, wieder Leben einkehren.
Da der Markt für Kryptokredite erstaunlich schnell wächst, ist garantiert, dass der traditionelle Finanzsektor noch weiter gestört wird. Damit er aber eine sinnvolle und nachhaltige Wirkung entfalten kann, ist eine echte Stabilität des Basiswertes ein Muss. Fiat-gekoppelte Stablecoins könnten die richtige Lösung sein. Unter den hunderten von angekündigten Projekten ist EURS das einzige praktische Projekt, das mit Vorschriften erstellt wurde und immer noch erfolgreich funktioniert.
Die Ansichten, Gedanken und Meinungen, die hier geäußert werden, sind allein die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten und Meinungen von Cointelegraph wider.
Gregory Klumov ist ein gefragter Stablecoin-Experte, dessen Erkenntnisse und Meinungen regelmäßig in zahlreichen internationalen Publikationen abgedruckt werden. Er ist der Gründer und CEO von STASIS, einem Technologieanbieter, der die am weitesten verbreiteten Euro-Stablecoins mit dem höchsten Transparenzstandard in der digitalen Vermögenswertbranche herausgibt.
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