Blockstream-CEO Adam Back: "Keine CBDCs oder Stablecoins sind besser als Bitcoin"

In einem Exklusivinterview mit Cointelegraph erklärte der Blockstream-CEO Adam Back, dass für ihn nichts über Bitcoin stehe, nicht einmal Stablecoins oder digitale Zentralbankwährungen.

Adam Back erfand das Proof-of-Work-System Hashcash und war einer der ersten, der mit Bitcoin (BTC) arbeitete. Außerdem war er in diesem Jahr bei den G20-Treffen in Japan und hat dort über die Vorteile von Blockchain gesprochen.

Auf dem G20-Gipfel saß Back neben dem Präsidenten der niederländischen Zentralbank und sagte, er glaube, dass die Blockchain ein weiterer in Richtung eines offenen Netzwerks sei. Er erklärte, dass Finanzinstitute nicht mehr von der Technologie profitieren würden, weil das bedeuten würde, dass für internationale Überweisungen keine zweifelhaften Banken mehr dazwischen nötig wären.

Die japanische Finanzdienstleistungsbehörde FSA hat Back als einen legendären Cypherpunk beschrieben, mit dem man nützliche Diskussionen über die Rolle von Kryptowährungen und Blockchain in der Zukunft führen könne.

Cointelegraph bat den CEO um einen Kommentar zu Chinas möglicher digitaler Zentralbankwährung (CBDC) und dem zunehmenden Einsatz von Blockchain-Technologie durch private Institutionen. Aber für Back ist nichts davon so wichtig wie "unzensiertes Geld", wie etwa Bitcoin.

Ich denke, dass es bei Blockchains mehr um eine erlaubnislose, unzensierte Nutzung und freies Marktgeld geht. Das Geld sollte vom Staat getrennt werden. Bei einem solchen System sollte  eine goldähnliche, geminte digitale Handelsware als Geld verwendet werden: Bitcoin. Ich denke Stablecoins sind sicherlich in einigen Anwendungsszenarien nützlich, wie etwa im Kryptohandel. Aber sie sind von Natur aus mehr Mängel als Bitcoin, da ein Verwahrungsrisiko besteht. Und wenn eine Zentralbank auch traditionelle Establishment Interessen vertritt und sich das im Betrieb widerspiegelt, könnte das für Benutzer unattraktiv erscheinen.

Mit Blick auf der vorgeschlagenen Kryptowährung Libra von Facebook erklärte Back, dass diese nichts mit Kryptowährung zu tun habe und nur eine weitere "Bank-App mit modernem Design" sei.

Wie man beim Libra jedoch sehen kann, wird es sich effektiv nicht um eine dezentrale Kryptowährung handeln, sondern um ein Konkurrenzprodukt für Venmo, PayPal und QQ Pay. Lediglich die Benutzeroberfläche sieht wie eine Krypto-Wallet aus.  Betrachtet man die Berechtigungen, Registrierung, Einfrieren von Konten oder finanzielle Interessen der Betreiber, ist das nur eine weitere Online-Banking-App mit einem modernen Design.

Back hat die gleiche Meinung zum Libra wie zu CBDCs. Er glaubt jedoch, dass die Erfolgsaussichten für eine CBDC größer seien als für das Projekt von Facebook. Er weist jedoch auch darauf hin, dass nur Bitcoin eine Selbstsouveränität habe. Diese mache ihn den aktuellen Projekten, die entwickelt werden, überlegen.

Schließlich haben Unternehmen ein finanzielles Interesse daran, die Anmeldung und Nutzung möglichst reibungslos zu gestalten. Regierungen sind als politisches Monopol stärker vom Marktwettbewerb isoliert. Wir werden also sehen, wie sich die Dinge in verschiedenen Ländern entwickeln. Aber ich denke, den heutigen Stablecoins fehlt es, anders als bei Bitcoin, an Selbstsouveränität. Und potenzielle, zukünftige Coins, die zentral von Regierungen betrieben werden, haben genau dasselbe Problem.

Back erklärte auch, dass Blockchain-Anwendungen keinen Wert hätten, wenn sich nicht, wie Bitcoin, prüfbar seien.

Ich denke, Blockchains bieten mehr Wert, wenn sie öffentlich prüfbar sind. Ansonsten können Endbenutzer keinen Unterschied zwischen einem Unternehmen, das Datenbanken hinter der Firewall verwendet, und einem Unternehmen, das Blockchains verwendet, erkennen.

Wie Cointelegraph berichtete, hob Back kürzlich die Vorteile des Lightning Network hervor. Diese seien schnellere Transaktionsbestätigungen und ein geringeres Risiko, dass es zu Doppelausgaben komme.