Der technische Lenkungsausschuss von Hyperledger hat das Ursa-Projekt, eine modulare Kryptographie-Softwarebibliothek, genehmigt. Das geht aus einer offiziellen Bekanntgabe vom 4. Dezember hervor.
Laut der Erklärung, haben Projekte im Laufe des Reifeprozesses von Hyperledger "zunehmend einen Bedarf an anspruchsvollen kryptografischen Implementierungen". Der Beitrag beschreibt Ursa als eine Verlagerung von der Implementierung eigener Protokolle für jedes Projekt hin zur Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Bibliothek.
Ursa soll unnötige Arbeit bei ähnlichen Projekten vermeiden, die Sicherheit erhöhen, indem es Analysen vereinfacht und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass "weniger erfahrene Leute keine eigenen, weniger sicheren Implementierungen erstellen".
Darüber hinaus biete das Projekt "die Möglichkeit, die fachliche Überprüfung des gesamten kryptographischen Codes durchzusetzen" und die plattformübergreifende Interoperabilität zu vereinfachen, da mehrere Projekte die gleichen Bibliotheken verwenden würden.
Hyperledger erklärt, dass Blockchain-Entwickler mit der neuen Bibliothek "ihre kryptographischen Systeme mit einer einfachen Konfigurationsdatei wählen und modifizieren können". Außerdem soll Ursa "Implementierungen einer neueren, ausgefalleneren Kryptographie" umfassen.
Die Bibliothek ist in zwei kleinere Bibliotheken unterteilt. Der erste enthält einfache, standardisierte, modulare kryptografische Algorithmen und der zweite "exotischere Kryptographie". Fortgeschrittene kryptographische Algorithmen, wie etwa paarungsbasierte Signaturen, SNARKs, Aggregatsignaturen und Schwellenwertsignaturen, werden als Beispiele genannt.
Die Software wird hauptsächlich in Rust geschrieben sein, werde aber "Schnittstellen in allen verschiedenen Sprachen, die bei Hyperledger üblich sind" anbieten.
Hyperledger erwartet, dass Ursa die Entwicklung erleichtert. Es sei nämlich "für neue Projekte einfacher, durchzustarten, wenn sie einen einfachen Zugang zu gut implementierten, modularen kryptografischen Abstraktionen haben".
Hyperledger kommt zunehmend im institutionellen und kommerziellen Bereich zum Einsatz. Wie Cointelegraph zuvor berichtete, habe die russische Großbank Sberbank kürzlich eine außerbörsliche, ausländische Börsen-Rückkaufvereinbarung abgeschlossen. Dabei soll sie Smart Contracts auf der Hyperledger Fabric-Plattform eingesetzt haben.
Im November hat der französische Einzelhandelsriese Carrefour in seinem spanischen Netzwerk eine Lebensmittel-Tracking-Plattform auf Basis von Hyperledger eingeführt. Mit dem System sollen Freilandhühner nachverfolgt werden können, die ohne Antibiotika aufgezogen werden.
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