Nutzer der Kryptowährung IOTA, die zu den Top-25 des Kryptomarktes gehört, konnten für knapp 24 Stunden keine Transaktionen bestätigen, da es am 29. Dezember auf der zugehörigen Blockchain einen Problemfall gab.
Laut einer offiziellen Pressemitteilung war der besagte Zwischenfall am 29. Dezember erstmals gegen 02:50 Uhr (UTC) auf dem IOTA Netzwerk bemerkt worden, ehe er dann am 30. Dezember um 02:50 Uhr (UTC) beseitigt war.
Der Zwischenfall wurde durch eine Reihe ungewöhnlicher Transaktionen ausgelöst, die wie ein koordinierter Angriff wirken.
Wie die IOTA Foundation am 30. Dezember in dem entsprechenden Blogeintrag schreibt, wurde das Problem in der sogenannten IOTA Reference Implementation (IRI) verursacht. Hierbei handelt es sich um eine Open-Source Java Software, die für die Kommunikation unter den durch die IOTA Blockchain vernetzten Geräte zuständig ist. Der Stillstand des Netzwerks resultierte aus einem Sonderfall bei der Strukturierung von Transaktionen. IOTA vermutet, dass es sich hierbei um einen gezielten Angriff handelt.
Die genaue Ursache ist ein Sonderfall, bei dem die IRI nicht in der Lage ist, Transaktionen, die in mehrere Pakete unterteilt sind, ordnungsgemäß zu verarbeiten. Sobald die IRI die betreffende Transaktion in einem Teilpaket als „bereits bearbeitet“ markiert hat, wurden die zugehörigen Transaktionsteile, die auf andere Pakete verteilt waren, ignoriert. Hierdurch wurden die Transaktionsblöcke der IOTA Blockchain jedoch in einen ungültigen Zustand versetzt, von dem sich das Netzwerk nicht wieder von selbst erholen konnte. Dieses Problem führte zusätzlich dazu, dass der Netzwerk-Koordinator keine weiteren Meilensteine bestimmen konnte.
Wie es in dem Blogeintrag der IOTA Foundation heißt, hatte es in der Vergangenheit des Netzwerks bisher keinen solchen Fall gegeben.
Dementsprechend betont IOTA, dass das Problem nicht durch eigene Änderungen an Netzwerk und Software ausgelöst wurde, sondern vielmehr „durch eine nicht vorhandene Verarbeitungslogik für einen ungewöhnlichen Sonderfall“.
Neue IRI Version behebt den Fehler
Um das Problem zu beheben hat die IOTA Foundation eine neue Version der IRI veröffentlicht. So ist Version 1.8.3 bereits am 30. Dezember um 01:58 Uhr (UTC) online gegangen. Die neue IRI Version ermöglicht es dem Netzwerk-Koordinator, die vermeintlich fehlerhaften Transaktionen zu bestätigten und neue Meilensteine festzulegen. Das IOTA Netzwerk konnte deshalb schon um 02:55 Uhr (UTC) seinen Betrieb fortsetzen. Die große Kryptobörse hat daraufhin wieder Einzahlungen und Auszahlungen in der IOTA Kryptowährung freigeschaltet, nachdem diese am 29. Dezember aufgrund des Fehlers vorübergehend abgeschaltet wurden.
Durch den Vorfall kam es jedoch zu kleineren Panikverkäufen von IOTA, wodurch die Kryptowährung um mehr als 4% verloren hat und auf einen Kursstand von 0,159 US-Dollar abgerutscht ist, wie die Daten von Coin360 zeigen. Nichtsdestotrotz liegt IOTA weiterhin höher als sein zwischenzeitliches Wochentief, das zuvor bei 0,158 US-Dollar verzeichnet worden war.
IOTA Kursverlauf. Quellen: Coin360
Der Krypto-Zahlungsdienstleister BitPay befand sich jüngst in einer ähnlichen Situation, als er wegen Transaktionsproblemen für knapp drei Stunden seinen Betrieb einstellen musste.
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