Islamische Finanzexpertin: "Halal Coin" nur einer Frage der Zeit und Sensibilisierung

Laut einem in Malaysia ansässigen islamischen Finanzexperten ist die Frage der Akzeptanz von Krypto in der Scharia eine Frage der Zeit und der Sensibilisierung.

Die Skepsis gegenüber Krypto beruht auf Unsicherheit

Suhaida Mahpot, CEO der großen Beratungsfirma Amanie Advisors in der Scharia, schlug vor, dass die in den islamischen Ländern bestehende Skepsis gegenüber Krypto keine reine Ablehnung, sondern eine Folge der Unsicherheit sei. Dies geht aus Berichten der islamischen Wirtschafts-Nachrichtenagentur Salaam Gateway hervor.

Mahpot, eine erfahrene Beraterin bei Amanie mit 11 Jahren Erfahrung in schariakonformen Finanzierungen, verglich die derzeitige Situation mit Kryptowährungen mit Malaysias umstrittenen Anlageformen, die als Amanah Saham Bumiputera (ASB) und Amanah Saham Nasional (ASN) bekannt sind.

Ein Vergleich von Krypto und dem malaiischen ASB, der letztendlich legitimiert wurde

Mahpot gibt an, dass sich das Verständnis und die Wahrnehmung von ASB im Laufe der Jahre seit seiner Gründung im Jahr 1990 verändert haben. Es wurde beschlossen, es 2012 als „Harus“ zu betrachten, was bedeutet, dass es durch die Lehren des Glaubens weder verboten noch gefördert wird. 

Zuvor gab es zwei wichtige Standpunkte gegenüber ASB, stellte Mahpot fest. Eine deutete darauf hin, dass ASB Harus war, und eine andere lehnte es letztendlich als Haram ab.

Die Finanzexpertin betonte, dass ASB- und ASN-Investitionen vom Selangor Fatwa-Komitee, der gleichen Regulierungsbehörde, die sie zuvor untersagt hatte, endgültig für zulässig erklärt worden seien, da Riba-Transaktionen als Wucher eingestuft worden seien.

"Gleiches gilt für digitale Währungen", argumentiert Mahpot und betont, dass Finanzinstitute und Wissenschaftler mehr Informationen über Kryptowährungen und ihre Vorteile benötigen. Sie sagte: 

„Wir müssen Institutionen mehr darüber aufklären, wie digitale Währungen akzeptiert werden können und wie die Transparenz durch die Verwendung von Kryptowährung der Gesellschaft insgesamt zugute kommt. Vielleicht wird sich diese Einstellung im Laufe der Zeit ändern.“

Anfang 2019 berichtete Cointelegraph, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien bei der Schaffung einer Kryptowährung zusammengearbeitet hätten.

Im Jahr 2018 gab das ADAB Solutions-Projekt mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt, dass es die Einführung der Ersten Islamischen Krypto-Börse plant, die nach eigenen Angaben „nach den Grundsätzen des Scharia-Rechts“ betrieben wird.