Kryptowährungen wie Libra riskieren, ohne eine strenge Regulierung das Finanzsystem der Welt zu stören, warnen die Finanzminister der G7.
Laut Reuters sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire auf einer Pressekonferenz am 18. Juli, die G7 könne "keine privaten Unternehmen akzeptieren, die ihre eigenen Währungen ohne demokratische Kontrolle ausgeben".
Seine Ausführungen folgten auf informelle Gespräche in Paris, wo sich die Gruppe der Sieben vehement dagegen aussprach, Unternehmen könnten bei der Schaffung von Zahlungsmitteln ebenso viel Macht bekommen wie Länder.
Die Minister und Zentralbankgouverneure warnten:
"Stablecoins und andere neue Produkte, die derzeit entwickelt werden, einschließlich Projekte mit globaler und potenziell systemischer Ausstrahlung wie Libra, werfen ernsthafte regulatorische und systemische Bedenken auf."
Benoit Coeure, Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank, hatte auf der Sitzung erklärt, dass globale Stablecoins den Wettbewerb im Zahlungssektor ankurbeln, die Gebühren für die Verbraucher senken und eine stärkere finanzielle Integration unterstützen könnten. Er warnte jedoch davor, dass sie gleichzeitig Bemühungen zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerkontrolle untergraben könnten.
Globale Gegenreaktion
Die Warnungen folgen auf eine Anhörung im Kongress am Dienstag und Mittwoch dieser Woche, bei der Facebook mit schwierigen Fragen über Libra konfrontiert wurde. David Marcus, der CEO der Calibra-Krypto-Wallet des Technologieriesen, versicherte darin, dass das Projekt erst beginnen werde, wenn alle regulatorischen Bedenken ausgeräumt seien.
Dies hinderte die Politiker bei der Anhörung nicht daran, Facebook für seine früheren Mängel beim Schutz von Benutzerdaten zu kritisieren und zu hinterfragen, warum das Unternehmen es für richtig hält, eine Stablecoin auf globaler Ebene auf den Markt zu bringen.
Andere Gesetzgeber äußerten indes Bedenken, Facebook könnte durch die Ansiedelung von Libra in der Schweiz den US-Dollar und die US-Wirtschaft untergraben.
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