MasterCard und VISA: Einstufung von Krypto und ICOs als "hochriskant"

Die großen Zahlungsdienstleister MasterCard und VISA werden bald Kryptowährungs- und Initial Coin Offering (ICO)-Regionen in eine neue Kategorie einordnen, in der sie als "hochriskant" gelten. Das geht aus einem Bericht der Finanznachrichtenplattform Finance Magnates vom Freitag, den 12. Oktober, hervor.

Wie aus dem Broker-Beschwerderegister hervorgeht, waren einige Details der kurz bevorstehenden Klassifizierung durch MasterCard bereits im Mai dieses Jahres veröffentlicht worden. Die Registrierungsstelle erklärt, dass binäre Optionen, CFDs, Forex, Kryptowährungsoptionen und ICOs ab dem 12. Oktober 2018 unter eine neue Kategorie namens "hochriskante Wertpapierhändler" fallen und einer zusätzlichen Überwachung unterliegen werden.

Laut Finance Magnates bedeutet die Einordnung, dass Rückbuchungen nun bis zu 540 Tage nach dem tatsächlichen Datum der Transaktion durchgeführt werden können.

Anonyme Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, bestätigten gegenüber Finance Magnates, dass die neue Klassifizierung durch MasterCard mutmaßlich am Montag, den 15. Oktober, beginnen werde. VISA hingegen plane, im Dezember dieses Jahres eine ähnliche Einordnung einzuführen.

Die Gruppierung richtet sich an alle Unternehmen, die ihre Geschäfte ohne Lizenzen betreiben oder solche nicht benötigen, so die Quellen.

Einige Unternehmen, die damit in Verbindung stehen, haben nach Angaben von Finance Magnates ihren Kunden bereits mitgeteilt, dass sie die Annahme von Kreditkarten einstellen würden. Das bedeutet, dass sich die Kunden von Brokern, die ungenügend regulierte Geschäfte betreiben, Geldübertragungen nur per Banküberweisung durchführen können oder sich nach anderen Zahlungsmöglichkeiten umsehen müssen.

Diese Ankündigung von MasterCard spiegelt die allgemeine Anti-Krypto--Haltung wider, die das Unternehmen auch öffentlich zeigt. Im Juli 2018 sagte der MasterCard-CEO Ajaypal Banga, dass anonyme, nicht staatlich ausgegebene Kryptowährungen "Müll" seien, da sie eine hohe Volatilität aufweisen würden und nicht als Tauschmittel genutzt werden können.

VISA hat die Partnerschaft mit dem Debitkartenanbieter WaveCrest im Januar dieses Jahres beendet und damit auch die Unterstützung von Krypto-Debitkarten eingestellt. Betroffene Karten sind unter anderem Produkte von CryptoPay, Bitwala, TenX, Wirex.

Cointelegraph veröffentlichte heute bereits ein Interview mit dem bekannten amerikanischen Ökonomen Nouriel "Dr. Doom" Roubini, der die Finanzkrise von 2008 vorhergesagt hatte. In dem Interview äußerte Roubini sich erneut negativ über Kryptowährungen. Im Vergleich seien sie schlechter als der traditionelle Finanzmarkt und er behauptete außerdem, dass der große Altcoin Ethereum (ETH) ein Betrug sei.