Obelisk droht mit Soft Fork als Reaktion auf Antminer A3-Einführung durch Bitmain

Der chinesische Mining-Riese Bitmain hat die Mining-Community am Mittwoch mit der Einführung eines neuen Kryptowährungs-Miners überrascht.

Dieses berüchtigte chinesische Unternehmen hatte bereits eine bewegte Vergangenheit in der Kryptowährungs-Community. Es war 2017 in der Debatte zur Kapazitätsverbesserung verwickelt, wobei Bitmain sich auf die Seite von Bitcoin Cash gestellt hatte.

Nun scheint es so, als ob Bitmain versucht, einer weiteren virtuellen Währung schwer zuzusetzen - Siacoin.

Das neue Antminer A3 Modell ist in der Lage, Kryptowährungen mit dem Blake(2b) Hash-Algorithmus zu minen, der aktuell Siacoin betreibt.

Das Modell wird in unregelmäßiger Auflage für etwa $2.375 (1.935 €) verkauft, um zu verhindern, dass Verkäufer große Bestellungen dafür aufgeben. Das war in den letzten Monaten ein besonderes Problem, da Käufer in Scharen zusammenströmten, um die Bitcoin S9 Miner sowie die Dash D3 und Litecoin L3+ Miner von Bitmain zu kaufen.

 

 

Obelisk drohen mit Soft Fork

Die Bekanntgabe der Einführung von Antminer A3 kam aus dem Nichts und hat die Mining-Community schon jetzt in Aufruhr versetzt, da dieses Modell den Blake(2b) Hash-Algorithmus nutzt.

Nach derzeitigem Stand nutzt der Blockchain-Cloud-Speicherdienst Sia den Siacoin als seine Kryptowährung, welche mittels des Blake(2b) Hash-Algorithmus gemined wird.

Nebulous Labs, das Studio hinter Sia, hat seine eigenen ASIC Kryptowährungs-Miner Obelisk eingeführt, der seit 2017 im Vorverkauf erhältlich ist. Zwei Miner sind erhältlich. Der Decred Kryptowährungs-Miner DC1 und der Siacoin Miner SC1. Die erste Auflage ist bereits ausverkauft und soll im Juni diesen Jahres ausgeliefert werden.

Die überraschende Bekanntgabe von Bitmain bedeutet, dass das Unternehmen nun direkt auf dem Markt mitmischt, noch bevor Obelisk seine neuen SC1 Miner ausgeliefert hat. Das chinesische Mining-Unternehmen hat die Lieferung innerhalb von 10 Tagen nach Zahlungseingang versprochen.

Das blieb nicht unbemerkt und Obelisk-Gründer David Vorick hat eine strenge Warnung an Bitmain auf dem Reddit-Forum von Obelisk gerichtet. Er deutete auf einen Soft Fork hin, das es den A3-Einheiten von Bitmain unmöglich machen würde, die Währung zu minen.

"Das Unternehmen Bitmain hat eine lange Vorgeschichte, in der es herabwürdigend gegenüber Coin-Communitys, deren Kunden und gegenüber Coin-Entwicklern war. Wir haben uns auf so etwas in der Art vorbereitet, indem wir eine Extra-Funktion beim SC1 eingebaut haben. Wir können einen Soft Fork machen, der den PoW-Algorithmus leicht verändert, die Bitmain ASICs ungültig macht und den SC1-Einheiten weiterhin ermöglicht zu funktionieren. Im Falle einer Bitmain-Attacke können wir diesen Soft Fork aktivieren."

Der Obelisk-Gründer und Sia-Entwicklungsleiter, der unter seinem Nickname taek bekannt ist, hat deutlich gemacht, dass ein solcher Schritt das letzte Mittel wäre, um die Nutzer zu schützen, die Obelisk-Miners vorbestellt haben.

"Im Moment glaube ich nicht, dass es nötig ist, aber wenn sie anfangen leere Blocks zu minen oder dem Netzwerk anderweitig Probleme bereiten, können wir auf dieses Mittel zurückgreifen, ohne die SC1-Einheiten unbrauchbar zu machen. Dieser Fork würde natürlich erfordern, dass die Community das akzeptiert. Das ist nicht etwas, was die Entwickler einfach so selbst entscheiden könnten. Es wäre ein User Activated Soft Fork (UASF), ein von Nutzern aktivierter Soft Fork, da die Mehrheits-Hash-Rate nicht hinter dem Soft Fork stehen würde."

 Zum Abschied sagte Vorick noch, dass eine endgültige Entscheidung über das richtige Vorgehen in den Händen der Mining-Community liegt.

 “Insgesamt denke ich, dass wir uns nicht viel Sorgen machen müssen. Hoffentlich (und wahrscheinlich) wird dieser Soft Fork nicht nötig sein. Aber ich möchte jeden daran erinnern (auch Bitmain), dass letzten Endes die Community die Kontrolle hat, nicht die Miner. Wenn ASIC-Hersteller sich so verhalten, dass sie dem Netzwerk schaden, haben wir Mittel, auf die wir zurückgreifen können."

Laut der Webseite von Obelisk wurden bei der ersten Vorverkaufsauflage 3.598 SCI-Einheiten verkauft. Bis jetzt wurden in der zweiten Vorverkaufsauflage 1.585 SCI-Einheiten verkauft.

Den großen Hunden die Stirn bieten

Über 29 Prozent der Hash-Leistung auf der Welt entfallen auf die Mining-Pools von Bitmain, Antpool und BTC.com. Laut Experten gefährdet das die Dezentralisierung von Bitcoin. Außerdem benutzen Schätzungen zufolge 70 Prozent der Bitcoin-Miner Antpool-Hardware.

Das Geschäft ist skrupellos und die heimliche Einführung des Antminer A3 von Bitmain zeigt, dass sie zu jeder Gelegenheit ihre Konkurrenten austricksen wollen.

Bitmain hat zwar keine Regeln gebrochen, aber es ist schön zu sehen, dass Obelisk bereit ist, dem Unternehmen die Stirn zu bieten und hervorragende Schritte dagegen zu unternehmen. Aber es ist wiedermal wahrscheinlich, dass die Mining-Community das letzte Wort dabei haben wird.

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