Eine der wohl größten Herausforderungen auf dem Weg zur Massentauglichkeit von Krypto ist die Benutzerfreundlichkeit. So ist der Umgang mit Kryptowährungen oftmals ziemlich klobig und umständlich, was sowohl Verbraucher als auch Unternehmen von der Nutzung abhält.

In diesem Kontext sprechen wir mit Oliver Marco La Rosa, dem Gründer und Geschäftsführer von Globiance, um herauszufinden, wie sein Krypto-Unternehmen derartige Eintrittsbarrieren abbauen will.

Cointelegraph: Guten Tag, erzählen Sie uns bitte von Globiance.

Oliver Marco La Rosa: Wir haben Globiance gegründet, um eines der wohl größten Probleme überhaupt zu lösen: Und zwar, dass die Kryptobranche und das traditionelle Bankensystem nicht Hand in Hand arbeiten.

Aktuell haben die Anleger keine andere Wahl, als sich bei verschiedenen Plattformen anzumelden, um ihre Vermögen zu verwalten. Das ist ganz schön zeitaufwändig. Das Wechseln in Fiatwährungen kann sogar regelrecht kompliziert sein.

Unser ursprüngliches Ziel war es deshalb, eine Kryptobörse, Wallet und Bank unter einem Dach anzubieten. Und seit dieser Anfangszeit haben wir bereits große Fortschritte gemacht.

CT: Fehlende rechtliche Klarheit ist ein großes Problem für viele Krypto-Unternehmen? Wo sind Sie ansässig? Wie sieht ihre Unternehmensstruktur aus?

Oliver Marco La Rosa: Wir setzen voll auf globale Reichweite. Es liegt in der Natur unseres Geschäftes, dass wir uns an alle Vorschriften und Gesetze in den Ländern halten müssen, in denen wir aktiv sind. Das nehmen wir sehr ernst. Globiance wurde zuerst in Europa gegründet, aber seitdem sind wir bereits auf fünf Kontinente und in 21 Länder expandiert. Nach und nach wollen wir auf der ganzen Welt vertreten sein.

CT: Was für Lizenzen braucht eine Kryptobörse? Über welche Lizenzen verfügen Sie?

Oliver Marco La Rosa: Die nötigen Lizenzen sind von Land zu Land und von Region zu Region unterschiedlich. In der einen ist man Virtual Asset Service Provider und Kryptobörse in der nächsten.

Wir nehmen in keiner Region den Betrieb auf, ohne dass wir alle nötigen Genehmigungen und Lizenzen eingeholt haben. Globiance macht keine halben Sachen, und unsere Rechtsabteilung achtet streng darauf, dass wir alle geltenden Rechte und Gesetze detailliert verstehen und auf den Punkt befolgen.

CT: Warum braucht es eine engere Verbindung zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der Kryptobranche?

Oliver Marco La Rosa: Im Moment müssen Krypto-Anleger ihre Gelder noch von Kryptobörsen auf Wallets verschieben und dann von Wallets auf Banken transferieren, weil es keine direkte Verbindung gibt. Das nervt ganz schön!

Globiance verbindet deshalb die erprobte Zuverlässigkeit des etablierten Finanzsystems mit den Vorteilen der digitalen Assets, indem Fiat und Krypto auf einer Plattform zusammengebracht werden und untereinander kompatibel sind. Diese Verschmelzung macht Transaktionen zwischen den beiden Welten kinderleicht.

CT: Was ist der Vorteil von Globiance gegenüber eine klassischen Bankkonto?

Oliver Marco La Rosa: Globiance bringt das Beste aus beiden Welten zusammen. So wird das altbekannte Onlinebanking um Zahlungsdienstleistungen, Krypto-Trading, Quick Swaps, Referrals, Debitkarten, NFTs und Staking erweitert.

Natürlich können Krypto-Vermögen auch über dritte Kryptobörse gehandelt werden, dabei haben wir sowohl zentralisierte als auch dezentralisierte Plattformen im Angebot. Wir haben auch schon eine Smartphone-App, was unseren Kunden ermöglicht, auf die Globiance-Plattform auch von Mobilgeräten zuzugreifen.

Die Globiance-Plattform bietet den Nutzern eine völlig neue User Experience mit vielen verschiedenen Optionen und Vorteilen, die weit über das klassische Banking hinaus gehen. Und natürlich haben wir auch eine hauseigene Kryptowährung namens GBEX, die dabei hilft.

CT: Ihr seid auf dem XDC Network angesiedelt. Was macht diese Blockchain so besonders?

Oliver Marco La Rosa: Globiance hat sich für das XDC Network entschieden, weil es besonders dezentralisiert ist. Zudem ist das XDC Network sehr zuverlässig, was für uns sehr wichtig ist. Des Weiteren finden wir hier geringe Transaktionskosten, Skalierbarkeit und hohe Transaktionsgeschwindigkeit, was für uns die perfekten Voraussetzungen sind.

CT: Wie funktioniert euer „Anti-Wal-Feature“?

Oliver Marco La Rosa: Wale – also die ganz besonders großen Krypto-Trader – sind eine traurige Realität der Kryptomärkte. Doch wir haben einen Weg gefunden, um zu verhindern, dass die Wale ihre großen Vermögen nutzen können, um unsere firmeneigene Kryptowährung GBEX zu manipulieren.

Globiance verlangt für jedes neue Konto eine detaillierte Offenlegung von Kundeninformationen (KYC), und jedes individuelle Wallet kann maximal 0,5 % der Angebotsmenge besitzen. Dadurch wird Marktmanipulation deutlich erschwert.

CT: In welchen Regionen gibt es Globiance bereits? Und warum konzentriert ihr euch zurzeit so stark auf Lateinamerika?

Oliver Marco La Rosa: Globiance ist bereits in den USA, Europa, der Schweiz, Chile, Türkei, Australien, auf den Britischen Jungferninseln, Südafrika, Indien und Brasilien auf dem Markt, um nur einige zu nennen.

Obwohl Lateinamerika aktuell einer unserer Schwerpunkte ist, spielen auch andere Regionen wie Asien und Afrika bei unserer Expansion große Rollen. In einigen dieser Regionen besitzen fast 100 Prozent der Menschen ein Smartphone, aber weniger als die Hälfte hat Zugang zu Bankdienstleistungen.

Unsere Globiance-Plattform kann völlig neue Möglichkeiten eröffnen und einen positiven Wandel in einigen dieser Regionen begünstigen, indem wir einfach nur den Zugang zur Welt der Kryptowährungen anbieten. Wir können Zugang zu Finanzdienstleistungen schaffen, ohne dass es dafür ein traditionelles Bankkonto braucht.

CT: Sie bieten auch Krypto-Zahlungsdienstleistungen für Unternehmen an. Sind Bitcoin und Ethereum wegen ihrer Volatilität schlechter für Händler geeignet?

Oliver Marco La Rosa: Wir geben Händler viele verschiedene Optionen. So können sie zum Beispiel eine Sofort-Konvertierung von Krypto in Fiat einstellen, die Kryptowährungen sofort in die jeweilige Landeswährung wechselt.

Unser Krypto-Zahlungsdienst wird bereits von mehreren Onlinehändlern im Gaming-Bereich genutzt, und wir arbeiten zudem an einer Light-Version für mobile Point-of-Sale-Systeme, damit auch kleinere, alltägliche Zahlungen superschnell abgewickelt werden können.

CT: Ihr erklärtes Ziel ist es, dass „jeder Mensch auf der Welt einfachen Zugang zu Kryptowährungen hat“. Was sind dahingehend die größten Hürden?

Oliver Marco La Rosa: Die gängigste Herausforderung ist, dass wir uns jedes Mal neu um die Einholung von Lizenzen und die Einhaltung von Regulierungsvorgaben kümmern müssen, wenn wir in eine neue Region kommen. Das kann ziemlich zeitaufwendig sein.

Abgesehen davon, ist das Werben und Informieren über diese neuen Formen von Dienstleistungen wahrscheinlich die nächste größte Herausforderung.

CT: Ihr Unternehmen wurde 2018 gegründet. Wie empfinden Sie den aktuellen Bärenmarkt im Vergleich zu dem vor vier Jahren?

Oliver Marco La Rosa: In jedem Markt gibt es Hoch- und Tiefphasen. Ich gucke nicht jeden Tag auf die Kurse. Ich nehme ein wenig Abstand und versuche, lieber das große Ganze zu sehen.

Wenn man sich zum Beispiel Amazon anguckt, dann gab es da in den ersten 10 Jahren auch nicht viel Wachstum, aber plötzlich ging es dann durch die Decke. In dieser Zeit gab es Bullenmärkte und Bärenmärkte, doch auf lange Sicht haben diese keine wirkliche Rolle gespielt.

Der Vorteil ist, dass Krypto 2018 noch nicht so bekannt und verbreitet war wie heute, weshalb wir davon ausgehen, dass der nächste Bullenmarkt schneller kommt als vor vier Jahren. Scherz-Kryptowährungen sind keine gute langfristige Investition. Es lohnt sich, den Mehrwert hinter Krypto-Projekten zu verstehen.

CT: Was sind ihre Pläne für die nächsten 12 Monate?

Oliver Marco La Rosa: Globiance hat zuletzt erste Bande ins Metaverse geknüpft. Wir wollen die Bank der verschiedenen Metaversen werden, unsere Finanzdienstleistungen für Nutzer der virtuellen Welt zur Verfügung stellen und deren Zahlungsbedürfnisse erfüllen.

Wir wollen Features für die ganze Familie einführen, darunter Konten für Kinder, auf denen gespart oder das Taschengeld verwaltet werden kann, damit schon junge Nutzer frühen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben.

Insgesamt haben wir noch viele spannende Pläne für Globiance, die wir in den nächsten 12 Monaten vorstellen werden, also nicht verpassen!

Weitere Infos zu Globiance

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