Bericht behauptet: 80 Prozent der Top-25-BTC-Handelspaare auf CMC gewaschen

In einem neuen Bericht von Datenforschern des Blockchain Transparency Institute (BTI) heißt es, dass die Mehrheit der Top-25-Bitcoin (BTC)-Handelspaare, die auf CoinMarketCap (CMC) gelistet sind, auf "stark" aufgeblähten falschen Volumen basieren würden. Die Ergebnisse der Forscher für Dezember wurden im Bericht über die Börsenvolumina namens "Exchange Volumes Report" der BTI am 13. Dezember veröffentlicht.

Das BTI präsentierte ihren Bericht als "ein tieferes Eintauchen in spezifische Handelspaare an Börsen dar, die klar auf einen Waschhandel hinweisen". Die Daten wurden Berichten zufolge mit Hilfe von Algorithmen zur Analyse von Volumendatenpunkten und Orderbüchern sowie in Zusammenarbeit mit "Market Makern, Hochfrequenzhändlern und Handelsüberwachungsberatern" über einen Zeitraum von drei Monaten zusammengestellt.

Das Institut erklärt, dass es damit "das wahre Volumen der CMC Top-25-BTC-Handelspaare berechnet" habe. Dabei wurde feststellt:

"Die meisten dieser Paare haben ein tatsächliches Volumen von weniger als 1 Prozent ihres angegebenen Volumens auf CMC. Wir stellten fest, dass nur 2 unter den Top-25-Paaren ihr Volumen nicht massiv gewaschen haben, nämlich Binance und Bitfinex."

"Wash Trading" oder Waschhandel bezeichnet einen Prozess, bei dem ein Händler (oder Bot) einen Vermögenswert kauft und verkauft und damit das Volumen künstlich aufblähen will. So soll ein falsches Interesse an diesem Vermögenswert signalisiert werden, womit folglich irreführende Informationen an den Markt weitergegeben werden. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass auf Grundlage seiner Ergebnisse "über 80 Prozent der CMC Top-25-BTC-Paare ihre Volumen gewaschen" hätten.

BTI-Volumenanalyse für die Top-25-BTC-Handelspaare auf CoinMarketCap. Quelle: BTI

Liquid weist ebenfalls eine 100-prozentige Übereinstimmung seines angegebenen Volumens mit seinem tatsächlichen Volumen über einen Zeitraum von 24 Stunden auf.

Zu diesen hochkarätigen Kryptobörsen, die angeblich Waschhandel betreiben, gehört mutmaßlich auch OKex. Laut dem BTI erkannten Algorithmen Manipulationen bei "fast allen" Top-30-Token, die auf der Börse gehandelt werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse erklärt das BTI, dass sie die Börse in ihre "Exchange Advisory List" aufgenommen hat. Diese Liste hat es zusammengestellt, um Ersteller von Token vor der Zahlung von Börsengebühren an bestimmte Börsen zu warnen.

Es seien auch "klare Beweise" für Waschhandel bei Huobi und HitBTC gefunden worden, "aber in geringerem Ausmaß" als bei OKEx, so der Bericht. Das BTI erklärt weiter, dass sie Bithumb analysiert und "eine große Menge" an Waschhandel entdeckt habe. Hauptsächlich wurde dieser mit den Altcoins Monero (XMR), Dash, Bitcoin Gold und ZCash (ZEC) betrieben; Die "Top-Waschandels-Token" auf Bithumb würden laut dem Bericht jeden Monat variieren.

Laut dem BTI würden viele Kryptobörsen mit scheinbar hohen Volumina in Wahrheit "lediglich existieren, um Gebühren zu erheben, während ihre Bots ihre Börsen betreiben". Der Bericht schätzt, dass ein durchschnittliches Krypto-Token-Projekt in diesem Jahr "über 50.000 US-Dollar" (44.000 Euro) für Börsengebühren auf Börsen ausgegeben habe, die auf der Cautionary Advisory-Liste stehen. Im Jahr 2018 seien das rund 88 Mio. Euro gewesen. "Über 50 Börsen [...] waschen über 95 Prozent ihres Volumens", so der Bericht weiter. Einige von ihnen hätten in diesem Jahr "über" 880.000 Euro allein über Gebühren verdient.

Wie berichtet wurde, hat die US-amerikanische Handelskommission für Rohstoff-Futures CFTC in diesem Jahr umfangreiche Handelsdaten von mehreren Kryptobörsen im Rahmen einer Sondierung über mögliche Manipulationen an den Krypto-Spotmärkten und deren mögliche Auswirkungen auf BTC-Futures gefordert.

In diesem Jahr eröffnete das US-Justizministerium (DOJ) ebenfalls eine eigene Untersuchung zu Kursmanipulationen von BTC und Ethereum (ETH). Bei dieser wurde untersucht, inwiefern Händler die Kurse über illegales Spoofing und Wash-Trading manipulieren könnten.