Staalicher russischer Rentenfonds will Blockchain für Arbeitsverträge nutzen

Der russische staatliche Rentenfonds (PFR), der größte soziale Dienst des Landes, hat kürzlich vorgeschlagen, die Blockchain-Technologie in den Arbeitsbeziehungen einzuführen, wie die lokale Nachrichtenagentur Iswestija am Mittwoch, 29. August, unter Berufung auf das Pressezentrum der Organisation berichtet.

Der Fonds plant die Einführung von Smart-Contracts, die als Arbeitsverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern genutzt werden sollen. Solche Vereinbarungen könnten in jeder der zahlreichen staatlichen Einheiten getroffen werden, die öffentliche Dienstleistungen erbringen - ein Netz, das Berichten zufolge bis zu 97 Prozent der russischen Bevölkerung abdeckt.

Mitarbeiter erklärten gegenüber Reportern, dass sie hoffen, dass die Blockchain-Technologie, wie sie im System verwendet würde, dazu beitragen würde, unnötigen Papierkram zu vermeiden und die Kosten für die Speicherung und Pflege einer riesigen Datenmenge zu reduzieren. Die Mitarbeiter glauben Berichten zufolge auch, dass das neue System die Bürger vor "fahrlässigen Arbeitgebern schützen wird, die beim Abschluss von Verträgen gegen geltendes Recht verstoßen", betonte das Pressezentrum des Fonds.

Die von Iswestija zitierten Statistiken der staatlichen Arbeitsaufsichtsbehörde zeigen, dass mehr als 465.000 russische Bürger behaupteten, dass ihre Arbeitsrechte im Jahr 2017 verletzt wurden.  In diesem Zusammenhang verhängten die Mitarbeiter Geldbußen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Rubel (ca. 250,5 Mio. Euro).

Russland unternimmt derzeit zahlreiche Schritte, um seine Arbeitswelt neu zu organisieren. Wie die lokale Nachrichtenagentur TASS heute mitteilte, bot der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew kürzlich an, ab 2020 alle Beschäftigungsunterlagen online zu speichern. Alle notwendigen Daten werden auch mit dem PFR geteilt, so Tass.

Die Entscheidung des PFR, sich Blockchain zuzuwenden, kommt vor dem Hintergrund einer radikalen Rentenreform der russischen Regierung, die Mitte 2018 eingeführt wurde. Die Beamten boten zunächst an, das Mindestrentenalter für Frauen bis zum Jahr 2034 auf 63 Jahre (von aktuell 55 Jahren) und für Männer bis zum Jahr 2028 auf 65 Jahre (von aktuell 60 Jahren) anzuheben.

Vor dem Hintergrund des Drucks der US- und der europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Russland führten die Rentenreformen zu einer massiven Gegenreaktion im Land. Nachdem die größten Städte Russlands im Juli gegen die vorgeschlagenen Reformen demonstrierten, kündigte der russische Präsident Wladimir Putin heute in einer Rede an, dass die Regierung plant, die Reform zu ändern.