SEC-Kommissarin Hester Peirce spricht sich klar gegen die Rettung von wankenden Krypto-Unternehmen aus, denn ihrer Ansicht nach wäre es sinnvoller, „den Dingen ihren Lauf zu lassen“, um dadurch für die Zukunft eine stabilere Kryptobranche zu schaffen.
Die wegen ihrer förderlichen Haltung gegenüber der Kryptobranche als „Krypto-Mutti“ bekannte Peirce machte die entsprechenden Äußerungen jüngst gegenüber Forbes. So meint die Kommissarin, dass dieser Schritt zwar schmerzhaft sein könnte, aber letztendlich dafür sorgt, dass sich unter den Krypto-Unternehmen die Spreu vom Weizen trennt:
„Wenn die Marktlage etwas schwieriger wird, dann findet man heraus, welche Unternehmen etwas wirklich Nachhaltiges aufbauen und welche zum Scheitern verurteilt sind.“
Dahingehend betont die Reguliererin ganz klar, dass sie Rettungsschirme für Krypto-Unternehmen ablehnt, besonders diejenigen, die sich im Risikomanagement verzockt hätten und sich übermäßig verschuldet hätten, dürften nun nicht gerettet werden.
„Krypto hat keine Rettungsmechanismen. […] Und wir werden ganz sicher nicht versuchen, einen Weg zu finden, um diese Unternehmen zu retten, denn das liegt auch gar nicht in unserer Macht. Selbst wenn wir diese Macht hätten, würde ich diese nicht nutzen wollen, sondern den Dingen ihren Lauf lassen.“
Die Worte der SEC-Kommissarin kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die drohenden Insolvenzen und Entlassungen in der Kryptobranche immer mehr werden.
Nichtsdestotrotz ist Peirce überzeugt, dass diese Schieflage gleichermaßen eine Chance für Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden sein kann, denn durch diese werde deutlich, wie sich die Branche unter maximalem Druck verhält.
„Für uns ist es sehr hilfreich, dass wir die Schwachstellen sehen können. Nicht nur für Marktteilnehmer bietet sich jetzt eine gute Gelegenheit, um zu lernen, sondern auch für uns Regulierer, denn dadurch können wir besser verstehen, wie der Markt funktioniert.“
Für einige Krypto-Anleger womöglich ein schwacher Trost, denn allen voran durch die drohende Zahlungsunfähigkeit der Krypto-Sparplattform Celsius laufen nun viele Kleinanleger Gefahr, ihre gesamten Krypto-Ersparnisse zu verlieren. Darunter auch deutsche Krypto-Nutzer, denn das Berliner Fintech Nuri hat für sein Bitcoin Ertragskonto eng mit Celsius zusammengearbeitet. Im Falle einer Insolvenz der Plattform würden also wohl auch die in den Ertragskonten angelegten Bitcoin unwiederbringlich verlorengehen.
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