Südafrikas Zentralbank tokenisiert Interbank-Zahlungssystem

Die Zentralbank von Südafrika (SARB) hat erfolgreich eine Pilotenversion eines Proof-of-Concept (PoC) für ein Interbank-Zahlungssystem vorgestellt, dass Fiat-Währungen über die Ethereum-basierte, private Blockchain Quorum tokenisiert, wie eine Pressemitteilung der SARB vom 5. Juni berichtet.

Laut der Dokumentation des Piloten mit dem Namen "Project Khokha" wurden alle von der Bank gesetzten Ziele erreicht. Das Hauptziel des Projektes war es, ein "Proof-of-Concept- (PoC)-Vollzahlungssystem für Intrabank-Zahlungsausgleiche zu bauen, das einen tokenisierten südafrikanische Rand auf einer Distributed-Ledger-Technologie (DLT) verwendet".

Das Projekt will ebenfalls die "vernetzten" Probleme der Plattform - wie Skalierbarkeit, Widerstandsfähigkeit, Vertraulichkeit und Endgültigkeit - erforschen.

Sieben südafrikanische Banken nehmen an der Versuchsreihe teil, die von dem Blockchain-Inkubator ConsenSys als technischer Partner und der internationalen Wirtschaftsprüfung- und Auditfirma PricewaterhouseCoopers Inc als unterstützender Partner begleitet wird.

Effektiv kontrolliert die SARB Südafrikas Echtzeit-Bruttoabrechnungssystem (SAMOS), das rund um die Uhr arbeitet, um die Verpflichtungen der Banken im finanziellen Sekundärmarkt auf Echtzeit-Basis und mit Zentralbankgeld auszugleichen.

Das in Projekt Khokha pilotierte System nutzt keinerlei Zwischenstellen und jede Bank ist somit für die Konfiguration jeder eigenen Node im Netzwerk verantwortlich. Das Projekt will Token auf einer Blockchain prägen, anstatt Papier zu drucken, um die Vermögensverpflichtungen der Banken zu erfüllen.

Im Speziellen erprobte die Versuchsreihe eine Version von Quorum, die einen Istanbuler-Byzanz-Fehlertoleranz-(IBFT)-Konsensmechanismus verwendet und zwei verschiedene Verschlüsselungsmethoden: Pedersen-Versprechen und Reichweitenbeweise, die laut der SARB nie zuvor in einem Quorum-Netzwerk unter Anwendung des-Protokolls IBFT verwendet wurden.

Laut einem Repräsentanten von ConsenSys, der von TrustNodes zitiert wird, stellen Pedersen-Versprechen und Reichweitenbeweise zwei Methoden dar, um Bilanzen als zufällige Zahlenkombinationen zu speichern und so die genauen Positionen der Teilnehme zu verschleiern. In diesem Fall würde die Zentralbank den entschlüsselnden Code besitzen, um die Liquidität der Banken und deren regulatorische Fügsamkeit im Blick zu behalten.

Der SARB-Bericht merkt ebenfalls an, dass beide Methoden schnell sind und das Pilotensystem daher erfolgreich und in dem gesetzten Zeitrahmen die hochwertigen SAMOS-Zahlungstransaktionsvolumina über dezentralisierte Seiten prozessieren konnte. Der Bericht schließt mit der Aussage, dass das System "bedeutende Implikationen" hat und fügt an:

"Wenn man an dem Punkt beginnt, wo Geld zu Token transformiert wird... und dies in einem DLT-System widergespiegelt wird, dann kann das System auch andere Nutzen entwickeln, die über Bruttoabrechnungen hinausgehen. Beispiele dafür schließen den Tausch von tokenisiertem Geld und andere Assets in Token-Form mit ein, wie Staatsanleihen oder Wertpapiere."

Während sie weiterhin das Potenzial von Blockchain erforscht, gab die SARB kürzlich bekannt, dass die Kryptowährungen als "Cyber-Token" betrachte, da diese "nicht die Anforderungen an Geld erfüllen". Im April erschuf die Zentralbank einen organisatorischen Selbstregulierungskörper, um die Entwicklungen in der Krypto-Industrie zu verfolgen und "systemischen Risiken" vorzubeugen, auch wenn die Bank betont, sie sei darauf bedacht, dass Wachstum der aufkeimenden Sphäre nicht zu "drosseln".