Südkoreas größtes Multimilliarden-Dollar-Konglomerate aus diversen Sektoren, unter anderem aus den Bereichen Versicherung, Telekommunikation, Gaming und Internet, steigen in den Krypto-Markt ein, indem sie aufstrebender Kryptowährung-Tauschbörsen finanzieren.
Die führenden Unternehmen des Landes haben Börsen wie Korbit, Bithumb und Upbit finanziert, um an Südkoreas Kryptowährung-Markt teilnehmen und an der Spitze von Blockchain-Entwicklungen stehen zu können.
NHN und OKCoin
NHN Entertainment Corporation, besser bekannt als NHN, ist ein Milliarden-Dollar-Unternehmen, welches 2013 gegründet wurde und davor seit 1999 unter dem Namen Hangame Communications tätig war. Neben Nexon bleibt NHN das größte Konglomerat in Südkorea mit einem Marktwert von 1,29 Trillionen koreanische Won.
Am 21. März berichtete ein Krypto-fokussierter lokaler Mediendienst, dass OKCoin, welches seine Finanzmittel von NHN erhält und bis vor dem Verbot des Handels mit Kryptowährungen 2017 die größte Krypto-Börse in China darstellte, den OKCoin Korea auf den Markt bringen will.
In einem Interview mit Blockchain Media Korea gab OKCoin Koreas Präsident Cho Jeong-hwan bekannt, dass das Unternehmen mit der Fertigstellung seiner Pläne und der Infrastruktur für einen Ausbau der Kryptowährung in Südkorea beschäftigt sei. Che merkt an, dass OKCoin Korea vermutlich im März eröffnet und das die Börse Paarungen von 60 Kryptowährungen zu koreanische Won und vice versa ermöglichen wird, was sehr viel mehr ist als Bithumb, was zurzeit mit 12 Paarungen die größte Anzahl listet.
Che betont, dass die differenzierten Technologien, die OKEx als drittgrößte Krypto-Börse im globalen Markt nach Binance und Huobi betreiben, in das zugrunde liegende System von OKCoin Korea integriert sein werden.
Das Team von OKCoin Korea soll mit Vollzeitangestellten und Entwicklern bereitstehen, wobei das Unternehmen den agressiven Ausbaue des besagten Teams in Tandem mit dem rasant anwachsenden südkoreanischen Markt plant. NHN Investment Partners, ein Tochterunternehmen von NHN Entertainment, hat eine unbekannte Summe in das Projekt investiert, um sicherzustellen, dass OKCoin Korea sich voll auf die Markteinführungen und die Festigung seiner Plattform konzentrieren kann, ohne sich um finanzielle Schwierigkeiten zu kümmern.
Die ursprüngliche OKCoin Handelsplattform, welche in China Anwendung fand, bevor sich das Unternehmen nach Hong Kong verlegte, wurde anfangs von 100 Entwicklern verbessert. Von daher stimmen Präsdient CHo und das Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen innerhalb NHN darin überein, dass das aktuelle Team von 20 Entwicklern nicht ausreicht, um eine wichtige Krypto-Börse am Laufen zu halten und dass die Kapazität des Teams in Zukunft exponentiell ansteigen muss.
Kakao und Upbit
Im Grunde ist der ambitionierte Plan von OKEx zum Ausbei seiner Leistungen in Südkorea die einzige Möglichkeit für das Unternehmen, einen direkten Konkurrenzkampf mit dem Rivalen Upbit einzugehen, der viertgrößten Krypto-Börse der Welt und der größten im südkoreanischen Markt.
Upbit wird von Dunamoo betrieben, einem Ableger von Kakao, welcher KakaoStock betreibt, die beliebte Aktienhandel-App und der zugehöriger Index in Südkorea. Kakao, die größte Internetfirma in Südkorea, hatte sich zunächst aus dem Krypto-Markt herausgehalten, vermutlich aufgrund regulatorischer Unsicherheiten.
Dies änderte sich mit Dunamoo und der Einführung von Upbit im Oktober 2017. Upbit ist eine reine Kryptowährung-Tauschbörse, die Handelspaarungen von Kryptowährungen von der US-amerikanischen Börse Bittrex übernimmt. Nur wenige Monate nach seiner Eröffnung stieg Upbit an der Spitze der lokalen Märkte als die erste Handelsplattform in Südkorea, die ausschließlich mit Kryptowährungen handelt.
Da Upbits Geschäfte exponentiell anwuchsen, stießen Kakaos leitende Angestellte zu dem Upbit-Team, um das Unternehmen in den globalen Krypto-Markt zu führen. Im Februar 2018 berichtete die südkoreanische Zeitung Chosun, dass Kakaos Kommunikationsdirektor direkt zu Upbit umgezogen sei, um das Wachstum des Unternehmens voranzutreiben.
Der unvorhergesehene Erfolg von Upbit veranlasste Kakao dazu, aggressiv auf den lokalen Kryptowährung-Markt zu zielen. Wie Cointelegraph zuvor berichtete, hat Kakao bereits mit den Aufsichtsbehörden über die Pläne gesprochen, ein eigenes Initial Coin Offering (ICO) durchzuführen sowie allen voran Kryptowährungen in seine Leistungen und Produkte zu integrieren, um mehr als 12.000 Händlern und über 100 Millionen Benutzern zu bedienen.
Da der Bann für nationale Krypto-ICOs jedoch weiter besteht, muss Kakao den Verkauf seiner Token außerhalb des Landes abhalten - ein Plan, der von lokalen Finanzautoritäten wie dem Vorsitzendes der Finanzdienstkommission (FSC) Choi Jong-ku deutlich kritisiert wurde.
Das FSC-Vorstandsmitglied sagt:
"Auch wenn es kein Verbot für Kryptowährungen oder den Handel mit digitalen Vermögenswerten gibt, besteht die Möglichkeit, dass [das ICO von Kakao] nach der Emissionsmethode als Betrug oder als mehrstufiger Verkauf angesehen wird. Da das Risiko im Hinblick auf den Anlegerschutz sehr hoch ist, hat die Regierung eine negative Haltung gegenüber ICOs."
Es ist möglich, dass die Regierung Südkoreas ICOs in Zukunft legalisieren wird - wie bereits von einigen Autoritäten angedeutete - um sicherzustellen, dass die Wachstumsraten im Blockchain-Sektor mit denen aus Japan und den USA mithalten können.
SK Telecom, Nexon und Korbit
Nexon, der größte Spielehersteller in Südkorea mit einer Bewertung um die 9,3 Milliarden Euro (11,5 Milliarden US-Dollar), hat Korbit für rund 96,6 Mio. Euro übernommen, die drittgrößte Krypto-Börse im lokalen Markt. NXC, die Muttergesellschaft von Nexon, übernahm 65,19 Prozent der Korbit-Anteile und ist so der aktuelle Hauptanteilseigner des Unternehmens.
In einem Interview mit TechCrunch sagte das Unternehmen:
"NXC prüft und investiert in Startups mit digitalen Ideen und Technologien und dieses Investment wurde mit einer positiven Erwartung im Bezug auf das Wachstums der Kryptowährung-Branche getätigt."
SK Telecon, Südkoreas größter Telekommunikationsanbieter mit einer Bewertung von etwa 13,7 Milliarden Euro, war mit dem Billionär Tim Draper der erste große Investor, der sein Geld auf Korbit setzte. NXC soll knapp über 65 Prozent der Firmenanteile gekauft haben, das SK Telecom und andere Invesotren wie Draper ihre Anteile an dem Unternehmen nicht freigeben wollten.
Koreanische Aktienmärkte und Konglomerate
Zurzeit sind Südkoreas größte Krypto-Börsen Korbit, Bithumb, Upbit und die aufstrebende OKCoin und alle ausnahmslos im Besitz großer Konglomerate, welche enge Beziehungen zu Regulatoren und der südkoreanischen Regierung pflegen. Die Rückendeckung von Multimilliarden-Dollar-Unternehmen verringert die Möglichkeit, dass Südkorea durch Kryptowährung-Börsen insolvent geht oder wegen Verstöße gegen lokale Vorschriften angeklagt wird.
Zusammenfassend könnte die Stabilität der führender Krypto-Börsen es dem südkoreanischen Markt erlauben, exponentiell und mit ausreichend Kapital und Ressourcen zu wachsen, um einen ernstzunehmenden Konkurrent für den globalen Krypto-Markt darzustellen.
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